Schweinfurt

Friedliches Derby unter Freunden

Tor für Gerolzhofen: Christopher Riedel trifft zum 1:0, der Unterspiesheimer Johannes Brendler setzt zum langen Bein an, kommt aber zu spät.
Foto: Volker hensel | Tor für Gerolzhofen: Christopher Riedel trifft zum 1:0, der Unterspiesheimer Johannes Brendler setzt zum langen Bein an, kommt aber zu spät.

Alexander Arnold hatte sich gerade in Waldberg am freien Sonntag vor dem Fernseher nieder gelassen, als das Telefon klingelte. Sein Schiedsrichter-Kollege, der die Bezirksliga-Partie Unterspiesheim gegen Gerolzhofen leiten sollte, war in einen Autounfall verwickelt. Auch einer der Assistenten saß in dem Auto. Es blieb zwar zum Glück „nur“ bei einem Blechschaden, doch zum Spiel schafften es die beiden nicht mehr. Also überließ Arnold die flotten roten und silbernen, im Kreis fahrenden Autos in Monza sich selbst, schnappte sich seine Schiedsrichterklamotten, organisierte noch einen Linienrichter und schaffte es tatsächlich das Derby mit nur 32 Minuten Verspätung anzupfeifen. „Das ist das erste Mal in zehn Jahren als Schiedsrichter, dass mir so was passiert ist“, sagte der etatmäßige Bayernliga-Referee und leitete das leistungsgerechte 1:1 der Nachbarn ohne Fehl und Tadel.

Bis auf ein wenig Hektik in den Schlussminuten machten es die Kontrahenten Arnold allerdings nicht allzu schwer. „Emotion ist natürlich drin, aber im allgemeinen haben wir ein freundschaftliches Verhältnis“, sagte Gerolzhofens Trainer Reiner Neumann. „Viele Unterspiesheimer haben in der Jugend bei uns gespielt.“ „Vom Gefühl her ein ganz normales Bezirksliga-Spiel“, meinte auch Unterspiesheims Coach Reinhard Seger. Die Rote Karte gegen den Gerolzhöfer Christoph Herbig (73.) war einer Notbremse geschuldet und ebenso unstrittig, wie Arnolds Entscheidung, keinen Strafstoß zu pfeifen, sondern auf Freistoß fast auf der 16-Meter-Linie zu entscheiden. Steffen Hein zirkelte den Ball flach um die Mauer herum, doch Gäste-Keeper Florian Ullrich hatte den Braten gerochen und war rechtzeitig ins lange Eck abgetaucht.

Sonst allerdings bot die Partie nur wenige Höhepunkte. „Es war fast ein wenig langweilig in der ersten Halbzeit, weil wir die Gerolzhöfer locken wollten, die sich aber nicht locken ließen“, so Seger. „Wenn man es positiv sagen will, kann man sagen, dass es taktisch ein starkes Match war.“ Trotzdem war jeweils 20 Meter vor den Toren Schluss mit lustig. „Wir hätten ein wenig konzentrierter nach vorne Spiele müssen“, sagte Neumann. Immerhin einmal gelang das Andre Weimann. Er fand Christopher Riedel, der mit dem Pausenpfiff vom Fünfmeterraum traf.

Dann wollte Gerolzhofen nachlegen, doch genauso überraschend, wie das 0:1 fiel flott der Ausgleich: Ein abgeblockter Schussversuch von Hein landete direkt vor den Füßen von Sven Gehring, der die freie Schussbahn nutze (51.). Danach hatte Unterspiesheim mehr vom Spiel, nutzen konnte die DJK aber weder das, noch die 20-minütige Überzahl. „Von daher haben wir zwei Punkte liegen lassen“, sagte Seger.

Die Statistik zum Spiel

Bezirksliga Ost SV-DJK Unterspiesheim – FC Gerolzhofen 1:1 (0:1)

Unterspiesheim: Schneider – Pickel, A. Brendler, J. Brendler, Leibold – S. Brendler – Seufert (90. Schmitt), Hein, Wolf (84. M. Nunn), J. Nunn – Gehring. Gerolzhofen: F. Ullrich – Göbel, Geck, Mack, Herbig – Kneißl-Bedenk, Binzenhöfer – Weimann, Krüger (64. Pabst), Jopp (85. Scharf) – Riedel. Tore: 0:1 Christopher Riedel (45.), 1:1 Sven Gehring (51.). Rot: Christoph Herbig (73./Gerolzhofen, Notbremse). Schiedsrichter: Alexander Arnold (Waldberg). Zuschauer: 188.

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