Schweinfurt

Heutiges Pokalspiel: Der FC 05 will auf Schalke mutig sein

Schweinfurt absolviert sein nach langer Juristerei zustande gekommenes Pokal-Heimspiel in Gelsenkirchen und glaubt an eine Revanche für das Erstrunden-0:2 vor zwei Jahren.
Zwei, die 2018 schon dabei waren: Damals verloren die Schweinfurter mit Kevin Fery (grün) gegen Schalke mit Amine Harit in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde mit 0:2.
Foto: foto2press/Frank Scheuring | Zwei, die 2018 schon dabei waren: Damals verloren die Schweinfurter mit Kevin Fery (grün) gegen Schalke mit Amine Harit in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde mit 0:2.

Es ist irgendwas zwischen Ehrfurcht und Aufmüpfigkeit, wenn Tobias Strobl einerseits sagt: "Schalke ist ein Highlight. Das ist Schalke 04, nicht irgendein Bundesligist." Und andererseits: "Wir wollen aktiv am Spiel teilnehmen. Ich glaube schon, dass wir eine Möglichkeit haben, das Spiel zu gewinnen." Nun also: Dienstag, 16.30 Uhr (Sky), zweiter Anlauf FC 05 Schweinfurt gegen FC Schalke 04, gleichwohl, wegen der dort vorhandenen, kostspieligen TV-Infrastruktur, auf Schalke in der so schmucken wie leeren Veltins-Arena. Nach wochenlangen juristischen Auseinandersetzungen zwischen Türkgücü München und dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) also tatsächlich das ursprünglich für 13. September angesetzte Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal.

Und es ist sicher kein Zufall, dass Strobl zur Pressekonferenz seinen Kapitän mitbringt: Torhüter Luis Zwick. Er ist aus seiner Zeit beim schottischen Erstligist Dundee United (2015 bis 2017) größere Stadien gewohnt, hat vor voller Hütte gegen Glasgow gespielt und ist mit seinen 26 Jahren bereits einer der erfahreneren Akteure im 05-Kader. Er toppt den Optimismus seines Trainers: "Wir wollen mutig sein. Wir machen keinen Ausflug, wir glauben an uns."

Plan für mögliches Zweitrunden-Spiel steht

Klingt angesichts der jüngsten Ergebnis-Krise in Liga-Pokal und Liga komisch, ist aber offenbar so. Denn Strobl hat schon einen Plan, wie er mit neuerlicher Corona-Zwangspause und dem Termin für die zweite DFB-Pokal-Hauptrunde umzugehen gedenkt. Am 22. oder 23. Dezember wird die gespielt. "Im November ist ja auch für die als Amateure geltenden Regionalligisten kein Trainingsbetrieb möglich. Als Pokal-Teilnehmer würden wir aber zu den Profis gezählt und könnten uns im Dezember ordentlich vorbereiten." Würden. Könnten.

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Noch ist es aber ein weiter Weg, denn trotz seiner miserablen Auftaktbilanz von sechs sieglosen Partien und 3:20 Toren bei nur zwei Punkten ist der Beinahe-Absteiger der letzten Saison immer noch Bundesligist. Und wohl nicht mehr ganz so labil, wie er es seinerzeit zwischen Katastrophen-Vorbereitung und dem 0:8 gegen die Bayern gewesen wäre. "Sie haben einen guten Trainer bekommen, einen der akribischsten in Deutschland", sagt Strobl über seinen zuvor für deutsche Nachwuchs-Auswahlen und den FC Augsburg tätigen Kollegen Manuel Baum, der Ende September David Wagner abgelöst hatte. Bei Wagner hätte Strobl ein kalkulierbares 4-4-2 auf sich zukommen sehen, Baum habe indes schon mit Dreier-, Vierer- und Fünferkette auflaufen lassen - "das wird spannend".

"Es wird garantiert ein sehr schnelles Spiel, in dem wir endlich wieder einmal die komplette Gier zeigen müssen."
FC-05-Torhüter und -Kapitän Luis Zwick

Dass er seine Mannschaft zuletzt mit zahlreichen System-Varianten gedanklich überfrachtet habe, räumt Strobl ein. Selbst ein 3-6-1 war dabei. Das es auf Schalke nicht geben wird. Zwei klar erkennbare Spitzen soll es geben - und die Gretchenfrage, ob es sinnvoller ist, Routinier Adam Jabiri gleich, oder erst nach einer Stunde zu bringen. Bleibt es lange offen, könnte der 35-Jährige, der neben Kevin Fery, dem damals nicht eingewechselten Lukas Billick und dem diesmal verletzt ausfallenden Stefan Kleineheismann als einer der wenigen 05-Spieler das Erstrunden-0:2 vor zwei Jahren  gegen Schalke miterlebt hat, die Entscheidung bringen. Ist das Spiel da schon entschieden, hätte man ihn vergebens zurückgehalten.

Zwick sähe Jabiri wohl ganz gern von Anfang an vor sich, wie auch Innenverteidiger Nico Rinderknecht, der trotz seiner Roten Karte aus dem Regionalliga-Spiel in Aschaffenburg im Pokal auflaufen darf und gesetzt ist. "Wir Routiniers haben die Verantwortung, den Jungen in einer solchen Situation zu helfen." Zwick weiß um die vier sieglosen und die drei ausgefallenen Spiele der jüngeren Vergangenheit, von Rhythmus kann keine Rede sein. "Aber vielleicht tut es uns ja gut, einmal nicht Favorit zu sein. Es rechnet keiner mit uns. Es wird garantiert ein sehr schnelles Spiel, in dem wir endlich wieder einmal die komplette Gier zeigen müssen." Jene Gier, mit der die Schweinfurter vor knapp einem Jahr nach Strobls Amtsantritt vier Spiele in Folge mit unwiderstehlichem Hurra-Fußball gewonnen hatten.

Marinkovic und Pieper als Doppelspitze?

Da der FC-05-Kader, abgesehen von den Langzeitverletzten Kleineheismann und Ronny Philp, komplett ist, hat Strobl die Qual der Wahl. Neben Rinderknecht dürften sicher David Grözinger links und wahrscheinlich Maximilian Bauer rechts in der Dreierkette stehen. Das Sturmduo werden wohl Sascha Marinkovic und Florian Pieper bilden. Dazwischen können sich Benedikt Laverty (oder Martin Thomann), Kristian Böhnlein, Fery, Tim Danhof und Philip Maier (oder Amar Suljic) Hoffnung auf einen Startelf-Einsatz machen.

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