Hammelburg

MHV-Frauen kommen beim Neustart unter die Räder

Es sollte ein Neuanfang werden für den Ex-Landesligisten MHV Schweinfurt. Stattdessen setzte es beim Bezirksliga-Neuling Hammelburg ein herbes 10:22.
Meist war kein Durchkommen: Die Schweinfurterin Theresa Knauer (links) versucht, sich gegen die Hammelburgerin Laura Finke durchzusetzen.
Foto: Steffen Krapf | Meist war kein Durchkommen: Die Schweinfurterin Theresa Knauer (links) versucht, sich gegen die Hammelburgerin Laura Finke durchzusetzen.

Nach einer halben Stunde war eigentlich schon längst alles entschieden. Der Saisonstart der Handballerinnen des MHV Schweinfurt sollte mit einer deftigen Abfuhr enden. Ein 11:3 stand zur Pause des Bezirksliga-Spiels zwischen dem TV/DJK Hammelburg und Schweinfurt auf der elektronischen Anzeigetafel der Hammelburger Saaletalhalle, in der sich 30 Zuschauer eingefunden hatten. Dank der vorbildlichen Umsetzung des Hygienekonzepts durch die Gastgeber stand einem feierlichen Saisonauftakt eigentlich nichts im Wege. "Das war die längste Handballpause jemals", sagte der neue MHV-Coach Alexander Schmitt beim Rückblick auf die letzten Monate.

Einen offeneren Spielausgang hätte er sich für sein Team, dann, als endlich wieder gespielt werden durfte, aber freilich schon vorgestellt. "Wir haben die Torhüterin von Hammelburg regelrecht warm geschossen", regte er sich auch später noch über die eklatante Abschlussschwäche des ersten Durchgangs auf. Über 16 Minuten vergingen, bis der Ball das erste Mal im Hammelburger Tor einschlug. "An unserer Abwehrleistung war es heute nicht gelegen", stellt er zudem fest: "Die beiden Torhüterinnen zeigten eine ordentliche Leistung."

Schweinfurt wird nur ein wenig besser

Zu behaupten, die MHV-Handballerinnen zeigten in den zweiten dreißig Minuten ein gänzlich anderes Gesicht, wäre sicher etwas arg hochtrabend. Aber sie zeigten Moral und stellten durchaus unter Beweis, dass sie in der Liga mithalten können. Mit 7:11 ging Abschnitt zwei verloren. So versuchte es auch Schmitt nachher vorzurechnen.

Was blieb im auch anderes übrig? Das Endergebnis von 22:10 spricht eine klare Sprache und verdeutlicht, dass ein Punktgewinn in sehr weiter Ferne war. Zur Ehrenrettung der Schweinfurter Mannschaft muss erwähnt werden, dass mit den Schmitt-Zwillingen Pia und Annika zwei Schlüsselspielerinnen verletzungsbedingt nicht mitwirken konnten.

"Wir haben die Torhüterin von Hammelburg regelrecht warm geschossen."
MHV-Trainer Alexander Schmitt über die Leistung seiner Mannschaft

Der Aufsteiger aus Hammelburg präsentierte sich als eine Nummer zu groß für den vorherigen Bezirksoberligisten, der vor der Saison einen Totalumbruch hinter sich bringen musste. Zahlreiche Leistungsträgerinnen, die für den MHV teils auch schon in der Landesliga auf dem Feld standen, stehen nicht mehr zur Verfügung. Während Anna Breun nach einem Kreuzbandriss auf unbestimmte Zeit pausiert, haben Verena Höger (TSG Estenfeld) sowie Carina Bartesch, Nina Karger und Nicole Thalhäuser (alle SG Garitz/Nüdlingen) etwa den Verein verlassen, um weiterhin höherklassig spielen zu können.

Auch auf dem Trainerposten gab es eine Änderung. Der frühere Co-Trainer Alexander Schmitt beerbt Christopher Früh als Cheftrainer. Für Schmitt, der auch in der ersten Mannschaft der MHV-Männer seit Jahren aktiv ist, stand und steht Aufbauarbeit an. Unterstützung bekommt er dabei von seinem Bruder Manuel als Co.

Der neue Coach hofft auf Besserung 

Mit gerade mal sieben Spielerinnen startete der MHV in die Saisonvorbereitung. "Wir stellten uns die Frage, ob wir überhaupt die Saison spielen oder nicht", erklärt Schmitt nun. Auf das Spielrecht in der Bezirksoberliga, das man sich durch den Klassenerhalt in der Saison 2019/20 gesichert hatte, wurde verzichtet. Das wollte man der neuen Truppe nicht zumuten. Fünf Spielerinnen konnten vom TSV Bergrheinfeld verpflichtet werden, hinzu kommen mit Charlotte Winzig und Maria Illig zwei Rückkehrerinnen, die der Jugend des MHV entstammen. Ziel ist der Klassenerhalt und - so Schmitt, "Spaß am Spiel, das wir alle lieben, zu haben".

Abgewogen wurde bei der Entscheidung, überhaupt anzutreten, natürlich auch bezüglich der aktuellen Lage rund um die Corona-Krise. "Uns allen hat einfach das Miteinander im Mannschaftssport gefehlt", erklärt Schmitt, warum beim MHV weitergemacht wird: "Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass es wieder losgeht. Jetzt hoffen wir mal, dass die Runde durchläuft. Die Konzepte des BHV beinhalten zwar strenge Auflagen, aber sie sind für uns machbar."

Der Corona-Fall in der ersten Männer-Mannschaft veränderte aber natürlich auch etwas die Denke, gibt Schmitt zu: "Natürlich macht man sich da dann noch mehr Gedanken. Gerade auch, weil viele der Spielerinnen Arbeitsplätze haben. Das wäre eine Katastrophe, wenn sie dort ausfallen."

Die Statistik des Spiels

Handball, Bezirksliga Frauen 
TV/DJK Hammelburg – MHV Schweinfurt 22:10 (11:3)
Hammelburg: Fischer – Hüfner 1 Tor, Finke 3, Schlereth 5, Doschko 3, V. Simon, Hein, Keller 7/2 per Siebenmeter, K. Simon, V. Schmitt, Faust.
Schweinfurt: Rumpel, Vogel – Unger 2, Winzig 4/1, List, Knauer 2, Roßberg, Illig 1, Rumpel, Rueff, Baumeister 1.
Schiedsrichter: Julian Gith (TSV Mellrichstadt). Zuschauer: 30. Zeitstrafen: 1/2. Gelb: 1/3. Disqualifikation: Maria Illig (27., Schweinfurt, Tätlichkeit). Spielfilm: 7:0 (15.), 8:2 (18.), 11:3 (25.), 13:4 (35.), 18:5 (42.), 20:8 (53.), 22:10 (Endstand).
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