Straßburg/Kapstadt

Semenya zieht vor EU-Gerichtshof für Menschenrechte

Caster Semenya       -  Zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte: Caster Semenya.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa | Zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte: Caster Semenya.

„Ich hoffe, der Europäische Gerichtshof wird die langwährenden Menschenrechtsverletzungen gegen weibliche Athleten durch World Athletics beenden”, betonte die 30 Jahre alte Südafrikanerin in einer via Twitter veröffentlichten Erklärung. „Alles, was wir möchten, ist die Erlaubnis, frei zu laufen, jetzt und für immer, als die starken und furchtlosen Frauen, die wir sind und immer waren.”

Die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin hatte im September 2020 vor dem Schweizer Bundesgericht in Lausanne eine Niederlage hinnehmen müssen. Es hatte ihre Beschwerde zurückgewiesen, mit der Semenya gegen eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes Cas vorgegangen war. Im Kern des Rechtsstreits geht es um eine umstrittene Regel des Leichtathletik-Weltverbandes - heute World Athletics - zum Testosteron-Limit für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen.

Die Regel verlangt, dass Semenya ihren natürlichen Testosteron-Wert durch Medikamente senken soll. Die dreimalige Weltmeisterin lehnt das ab. Für den Verband gehört Semenya zu den „biologisch männlichen Athleten mit weiblichen Geschlechtsidentitäten”. Sie darf daher nicht bei Wettbewerben zwischen 400 Metern und einer Meile starten.

„Bei diesem Kampf geht es nicht nur um mich, sondern darum, Stellung zu beziehen und für Würde, Gleichheit und die Menschenrechte von Frauen im Sport zu kämpfen”, betonte die Läuferin und bedankte sich bei allen, „die hinter mir gestanden haben”.

© dpa-infocom, dpa:210225-99-590115/2

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