Krasnaja Poljana (dpa)

Gold für Bilodeau - Buckelpisten-Dominanz Kanadas

Nach den Schwestern Dufour-Lapointe haben Alex Bilodeau und Mikael Kingsbury den zweiten Buckelpisten-Doppelerfolg für Kanada perfekt gemacht. Vancouver-Olympiasieger Bilodeau zeigte eine überragende Leistung, ein anderer Großmeister trat hingegen ohne Medaille ab.
Sieger!
Alex Bilodeau hat sich auf der Buckelpiste die Goldmedaille geholt. Foto: Jens Buettner

Erst nach der Blumenzeremonie konnte Alex Bilodeau seinen geliebten Bruder endlich in die Arme schließen. Wie bei seinem Olympia-Triumph von Vancouver teilte der kanadische Ski-Freestyler die Freude über Gold mit Frederic.

In einer rührenden Szene zog der Buckelartist den Bruder, der an Kinderlähmung leidet, über die Bande und herzte ihn. Dank einer traumhaft sicheren Fahrt und zwei sauberen Sprüngen sicherte sich der 26 Jahre alte Bilodeau mit 87,70 Prozentpunkten den Sieg bei den Winterspielen von Sotschi und wehrte den Angriff seines Teamkollegen Mikael Kingsbury ab.

Der Weltmeister machte mit Silber zwei Tage nach Justine und Chloe Dufour-Lapointe den zweiten Buckelpisten-Doppelerfolg Kanadas im Extreme Park perfekt, lag aber deutlich hinter Bilodeau. Bronze holte der Russe Alexander Smyschljajew.

Bilodeau hatte vor vier Jahren bei den Winterspielen in Vancouver den kanadischen Gold-Fluch gebannt und als erster Athlet der Gastgeber gewonnen. Die Herzen des Landes hatte er aber vor allem durch die rührende Familien-Geschichte erobert. Sein älterer Bruder Frederic leidet an Kinderlähmung und ist nach Alexandres Worten dessen größte Inspiration. «Als Frederic zwölf Jahre alt war, haben die Ärzte ihm gesagt, dass er nicht mehr laufen kann. Heute läuft er immer noch. Er hätte so viele Gründe zu klagen, aber er lächelt dich immer an. Und deshalb gehe ich bei jedem Wetter raus und trainiere - egal, ob es regnet oder stürmt», hatte Bilodeau vor vier Jahren nach seinem Olympia-Triumph erklärt.

Im ersten Finale zeigte er aber nun ungewohnte Schwäche: Bei der Landung nach dem Auftaktsprung geriet er in Rücklage und rettete nur mit Mühe Rang acht ins Ziel. Seine Topleistung rief er auch als Dritter im zweiten Endlauf noch nicht ab, doch als es drauf ankam, war Bilodeau nicht zu stoppen.

Diese Saison hatten bei sechs Weltcups nur die beiden Kanadier Kingsbury und Bilodeau gewonnen - und die Siege dabei geteilt. Bei vier Wettkämpfen lagen sie sogar innerhalb eines Punkts.

Nach einem harten Qualifikationssturz und dem Olympia-Aus hatte der Australier Dale Begg-Smith schon vor dem Finale seinen Rücktritt erklärt. Der Olympiasieger von Turin 2006 war diesen Winter nach drei Jahren Pause in den Weltcup zurückgekehrt. «Es war ein verzweifelter Schritt», sagte der 29-Jährige bei den Winterspielen von Sotschi am Montagabend. «Ich habe auf eine märchenhafte Leistung gehofft.» Bei Olympia lief es für den Silbermedaillengewinner von Vancouver jedoch nicht. «Ich habe es heute Abend nicht gefühlt», sagte er nach der verpatzten Qualifikation. Auf die Frage, ob er wieder in den Weltcup zurückkommen würde, sagte er nur: «Nein.»

Perfekt
Alex Bilodeau zeigte saubere Sprünge. Foto: Jens Buettner
Silberlauf
Mikael Kingsbury machte auf der Buckelpiste den zweiten Doppelerfolg Kanadas perfekt. Foto: Sergey Ilnitsky
Rücktritt
Die Buckelpiste fordert von Dale Begg-Smith ihren Tribut. Foto: Jens Buettner
Artistisch
Der Russe Alexander Smyschljajew holte sich verdient Bronze. Foto: Jens Buettner
Die Besten
Mikael Kingsbury (l-r), Alex Bilodeau und Alexander Smyschljajew. Foto: Jens Buettner

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