Gelsenkirchen/Berlin

Verkauf des LEC-Platzes von Schalke noch nicht entschieden

Schalke 04 Esports       -  Schon seit 2016 ist der FC Schalke 04 durchaus erfolgreich in der LoL-Liga LEC unterwegs, nun könnte jedoch ein Verkauf des Platzes in Frage kommen. (Archivbild).
Foto: Bendikt Wenck/dpa | Schon seit 2016 ist der FC Schalke 04 durchaus erfolgreich in der LoL-Liga LEC unterwegs, nun könnte jedoch ein Verkauf des Platzes in Frage kommen. (Archivbild).

Dem FC Schalke 04 steht die womöglich schwierigste Zeit seiner Geschichte bevor. In der Fußball-Bundesliga steht der Traditionsverein zum ersten Mal seit 30 Jahren vor dem Abstieg.

Das könnte auch weitreichende Konsequenzen für die E-Sport-Abteilung haben, mit der die Königsblauen eine Vorreiterrolle einnehmen.

Nach nur sieben Punkten in der Hinrunde schaffte zuvor kein Team der Bundesliga-Geschichte noch den Klassenerhalt. Schalke muss damit für die zweite Liga planen - und dringend Geld einnehmen. Zusätzlich zu bereits hohen Schulden fehlen aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin die Ticketerlöse, in der zweiten Liga würden dazu die TV-Einnahmen deutlich schrumpfen.

Das benötigte Kapital könnte auch die E-Sport-Abteilung liefern. 2019 kaufte Schalke einen Startplatz in der europäischen Liga der E-Sport-Diszplin „League of Legends” - für acht Millionen Euro. Wie Schalkes Chief Gaming Officer Tim Reichert im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, ist der Wert des „Slots” mittlerweile wohl gestiegen.

Der „Slot” gilt als wertvolles Gut. Schalke ist der einzige traditionelle Sportverein in der LEC. Hunderttausende streamen wöchentlich die Spiele der Liga, Tendenz stark steigend. Und ein wachsender Teil von ihnen ist auch Fan von Schalke 04.

Den Platz zu verkaufen, ist für die Gelsenkirchener deshalb nicht leicht. „Es ist weder in die eine noch in die andere Richtung eine Entscheidung gefallen”, sagt Reichert. Bis Mai solle dies jedoch geschehen. Sicher ist: Die E-Sportler treten bis Ende dieser Saison noch an.

Auch für die Fans wäre der Abgang der Königsblauen ein herber Verlust. Schalke hat sich in den vergangenen Jahren in der Szene gefestigt. Das zeigte auch der sogenannte „Miracle Run” im vergangenen Sommer: Nach einem absolut verpatzten Start in die Saison gelang dem Team eine unglaubliche Aufholjagd und verpasste die Qualifikation zur Weltmeisterschaft um nur ein Spiel. So einen „Miracle Run” könnten auch die Fußballer gut gebrauchen.

„Natürlich ist es so, dass der Fußball im Kerngeschäft immer eine höhere Wichtigkeit hat. Aber das bedeutet nicht, dass das Thema E-Sport hier auf Schalke nur ein fünftes Rad am Wagen ist”, sagt Reichert.

Ob der LEC-Slot am Ende für die Zukunft des Kerngeschäfts verkauft werden muss, hänge auch davon ab, wie viel in der Fußballmannschaft eingespart werden könne. „Je besser man Spieler verkaufen kann, umso weniger notwendig werden andere Handlungsoptionen”, sagt Reichert. Darauf habe die E-Sport-Abteilung jedoch keinen Einfluss.

„Am Ende sind es wirtschaftliche Faktoren, die es dann eventuell notwendig machen, diesen Slot verkaufen zu müssen - weil das Angebot, das dann potenziell auf dem Tisch liegt, zu attraktiv ist, um es nicht anzunehmen”, sagt Reichert.

Über potenzielle Abnehmer hält sich Schalke natürlich bedeckt. Ob die Gelsenkirchener am Ende sogar an den Erzrivalen Borussia Dortmund verkaufen würden, der sich bislang kaum im E-Sport engagiert? In einer offenen Fragerunde antwortet Reichert deutlich: „Nein.”

© dpa-infocom, dpa:210225-99-585911/4

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