Bremen

Werder-Boss Filbry offen für Investoren

Klaus Filbry       -  Werder Bremens Finanz-Geschäftsführer Klaus Filbry hat sich offen für Investoren gezeigt.
Foto: picture alliance / Carmen Jaspersen/dpa | Werder Bremens Finanz-Geschäftsführer Klaus Filbry hat sich offen für Investoren gezeigt.

„Ich habe nichts gegen Investorengeld, aber es muss strategisch und nachhaltig sein”, sagte Filbry der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. „Wichtig ist, dass die Investoren ein nachhaltiges Interesse haben, den Verein zu entwickeln, ohne die Identität zu vernachlässigen”, sagte Filbry. „Es gibt viel Investorengeld aus Amerika, das in den Markt strömt”, sagte Filbry, der angab, selbst auch schon Gespräche mit Investoren geführt zu haben.

Konkret ist in dieser Hinsicht allerdings noch nichts, sagte Filbrys Kollege in der Geschäftsführung, Frank Baumann, am Freitag. „Da ist kurzfristig nichts, was da ansteht”, sagte Baumann.

Noch verhindert in Deutschland die sogenannte 50+1-Regel den Einstieg von Investoren. Die Regel besagt, dass Vereine die Mehrheit des Stimmrechts behalten müssen. Investoren wollten aber das Sagen haben, sagte Filbry. „Man muss schauen, ob sie bereit wären, sich als Minderheitseigner einzubringen.” Allerdings müsse man auch deutlich ansprechen, dass die 50+1-Regel „heute schon faktisch ausgehebelt ist”, sagte Filbry mit Verweis auf Clubs wie Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim, RB Leipzig oder Hertha BSC.

Zunächst setzen die von der Corona-Krise besonders gebeutelten Bremer aber auf eine Mittelstandsanleihe, die zusammen mit dem Bankhaus Lampe platziert wurde. Mit dem Verlauf der ersten Phase, in der institutionelle Investoren angesprochen wurden, zeigte sich Filbry sehr zufrieden. „Dabei ist ein zweistelliger Millionenbetrag zusammengekommen”, sagte Filbry. Die Verzinsung der Anleihe beträgt mindestens sechs Prozent. In einem zweiten Schritt sollen auch Privatanleger die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen.

Baumann zeigte sich erfreut über die positive Resonanz. „Das ist sehr erfreulich, um das Worst-Case-Szenario abzuwenden”, sagte der Sport-Geschäftsführer. Durch fehlende Zuschauer-, Sponsoren- und TV-Einnahmen sind die Bremer arg gebeutelt. „Aufgrund der Pandemie haben wir in den vergangenen beiden Spielzeiten 35 Millionen Euro weniger an Einnahmen”, sagte Filbry dem Medien-Portal deichstube.de.

© dpa-infocom, dpa:210416-99-228753/3

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