Bremen

Werder Bremen feiert „richtig guten Jungen” Agu

Matchwinner       -  Spielte gegen den FC Augsburg groß auf: Felix Agu (r) von Werder Bremen kämpft gegen Daniel Caligiuri um den Ball.
Foto: Carmen Jaspersen/dpa | Spielte gegen den FC Augsburg groß auf: Felix Agu (r) von Werder Bremen kämpft gegen Daniel Caligiuri um den Ball.

Vor seinem Startelf-Debüt in der Fußball-Bundesliga musste Felix Agu noch zum Corona-Test. „Ich habe das Ergebnis abgewartet, bevor ich ihm gesagt habe, dass er spielt”, sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt zur Testung Agus, der beim 2:0 gegen den FC Augsburg zum Matchwinner wurde.

Schließlich hatte Kohfeldt schon einmal schlechte Erfahrungen mit einer frühen Preisgabe des geplanten Einsatzes gemacht. Ende Oktober hätte der 21-Jährige gegen 1899 Hoffenheim in der Anfangsformation stehen sollen. Kohfeldt hatte den Neuzugang bereits informiert, dass er für den verletzten Ludwig Augustinsson spielen solle. Doch dann kam das Ergebnis eines positiven Coronatests von Agu und der Außenverteidiger fand sich plötzlich statt in der Startelf in häuslicher Quarantäne wieder.

„Das war keine einfache Phase für ihn”, sagte Kohfeldt über den vor der Saison vom Zweitligisten VfL Osnabrück gekommenen Agu. Zumal auch noch ein Nachtest beim U21-Nationalspieler positiv ausfiel, der die Zeit in häuslicher Isolation zusätzlich verlängerte. „Drei Wochen lang konnte ich nicht viel machen”, berichtete Agu am Sonntag über diese Phase, „in der ich viel bei Facetime gehangen habe und mir meine Familie und meine Freunde sehr geholfen haben”.

Als Agu seine Wohnung endlich wieder verlassen durfte, war Augustinsson wieder fit und die Chance auf einen Startelfplatz erst einmal wieder weg. Zumal der schnelle Außenverteidiger einige Zeit brauchte, um die verlorene Grundlagenausdauer wieder aufzuholen und die Frische wiederzuerlangen. „Aber jetzt bin ich wieder da”, sagte Agu.

Und wie! Gegen Augsburg agierte der kleine Wirbelwind so, als sei es nicht Besonderes, in der Ersten Liga zu spielen. Gleich in den ersten Minuten warf sich Agu in einige Zweikämpfe mit Augsburgs Routinier Daniel Caligiuri und verdiente sich so Respekt bei Teamkollegen und Gegenspielern.

Und in der Schlussphase der Partie drehte Agu groß auf. Zunächst bereitete er das Führungstor durch Theodor Gebre Selassie vor und sorgte so für riesige Erleichterung im Bremer Lager. Dann erhöhte er drei Minuten vor dem Ende auch noch auf 2:0 und sorgte für den Endstand. „Besser hätte es nicht laufen können”, sagte Agu.

Allerdings musste er nach seinem Treffer selbst über sich lachen. „Als der Ball reinging, da musste ich ein bisschen schmunzeln. Dass es so ein Kacktor war”, sagte Agu, der sich selbst ans Standbein schoss, von wo der Ball unhaltbar ins Augsburger Tor flog. „Ein Bundesliga-Tor ist ein Kindheitstraum von jedem, der Fußball spielt”, sagte Agu.

Sein Trainer hatte ihn schon in der Vergangenheit immer wieder gelobt. Doch während andere junge Spieler wie Manuel Mbom oder Romano Schmid ihre Einsatzminuten bekamen, musste sich Agu gedulden. „Deshalb hat es mich riesig für ihn gefreut. Er ist ein richtig guter Junge”, sagte Kohfeldt über Agu, der in die Kabine auch immer wieder für die Musik zuständig ist. „Er ist ein ganz ruhiger und höflicher Junge. Aber wenn er denkt, dass von uns keiner zuschaut, dann tanzt er auch schon einmal durch die Kabine”, sagte Kohfeldt. Dazu hatte Agu auch wegen seines Tores allen Grund.

© dpa-infocom, dpa:210117-99-59979/3

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