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Leverkusen erreicht Europa League: Tah „hätte Lust” auf Wolf

Bayer Leverkusen - 1. FC Union Berlin       -  Top-Talent Florian Wirtz schoss Leverkusen gegen Union in Führung.
Foto: Ina Fassbender/AFP-Pool/dpa | Top-Talent Florian Wirtz schoss Leverkusen gegen Union in Führung.

Trainer Hannes Wolf und Sportdirektor Simon Rolfes klatschten nach dem Schlusspfiff kurz und sachlich ab. Für großen Jubel über den erreichten Trostpreis Europa League sah bei Bayer Leverkusen niemand einen Grund.

Mit einem glücklichen 1:1 (1:0) gegen Union Berlin und durch fremde Schützenhilfe hatten die mit der klaren Vorgabe Champions League gestarteten Leverkusener ihr absolutes Mindestziel erreicht. „Wir können uns darüber freuen, wie es ausgegangen ist”, sagte Nationalspiele Jonathan Tah: „Aber nicht über die Art und Weise. Da erwarte ich mehr von uns.”

Für DFB-Leihgabe Wolf zeigte sich eine Stunde nach dem Spiel zumindest „stolz und glücklich. Da siegt der Pragmatismus.” Das Erreichen des Mindestziels vor dem Saison-Finale bei Borussia Dortmund ist für ihn auch ein Argument für eine Weiterbeschäftigung. Und in der Mannschaft hat der 40-Jährige durchaus Befürworter. „Ich hätte Lust drauf”, antwortete Tah beim Pay-TV-Sender Sky auf die Frage, ob er mit Wolf weitermachen wolle: „Es hat gut funktioniert. Wir haben es zum Ende gut gemacht und haben viel Kompaktheit reinbekommen. Aber es liegt nicht in meiner Hand.”

Wolf, der eigentlich U18-Nationaltrainer ist, hat sich nie klar bekannt, welche Aufgabe er in Zukunft lieber ausfüllen würde. Und ließ sich auch am Samstag nicht aus der Reserve locken. „Wir haben eine tolle Ebene hier gefunden”, sagte er: „Ich habe zwei wunderbare Jobs. Das ist eine Luxus-Situation. Welcher es am Ende wird, schauen wir dann.” Wolf hatte Bayer Ende März übernommen und holte aus sieben Spielen zwölf Punkte. Der Verein will erst nach der Saison entscheiden, wer Trainer wird. Es werden auch Wolfs enger Freund Edin Terzic (Borussia Dortmund), Niko Kovac (AS Monaco), Gerardo Seoane (Young Boys Bern) oder Oliver Glasner (VfL Wolfsburg) gehandelt.

Dass Bayer, Mitte Dezember noch Tabellenführer und dann bis zur Beurlaubung von Peter Bosz in ein langes Tief gestürzt, nicht ganz aus dem Europacup kippte, ist auch ein kleines Happy End für die Bender-Zwillinge Lars und Sven. Die beiden 32 Jahre alten Ex-Nationalspieler beenden nach der Saison ihre Karrieren. „Ich freue mich, dass sie so einen Abschied bekommen”, sagte Tah: „Ich hab die beiden ins Herz geschlossen. Das sind zwei coole Jungs.” Während Sven am Samstag in der Nachspielzeit eingewechselt wurde, wird Lars verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz kommen. Der langjährige Kapitän, der vom Verein zum siebten Ehrenspielführer ernannt wird, hat sein letztes Bundesliga-Spiel am 23. Januar absolviert.

Derweil hat Union am letzten Spieltag ein echtes Endspiel um die Conference League. Und geht in dieses überraschend mit Vorsprung. Durch das hochverdiente Remis, das nach dem Rückstand durch Florian Wirtz (27.) ausgerechnet die Bayer-Leihgabe Joel Pohjanpalo sicherte (72.), zogen die Eisernen an den Mönchengladbachern vorbei, die 1:2 gegen Stuttgart verloren. „Leider ist heute noch nicht Schluss”, sagte Trainer Urs Fischer schmunzelnd.

Union empfängt zum Abschluss den Tabellenzweiten RB Leipzig, die Gladbacher müssen bei Abstiegskandidat Bremen antreten. „Es ist ein Wahnsinn und verrückt, dass wir am 34. Spieltag noch um Europa spielen”, sagte Fischer. Und Torhüter Andreas Luthe sagte: „Da geht es um alles. Und alles ist offen.”

© dpa-infocom, dpa:210515-99-610563/4

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