Wolfsburg

Hertha weiter auf Talfahrt - Dardai: „Das kann nicht sein”

VfL Wolfsburg - Hertha BSC       -  Wolfsburgs Yannick Gerhardt (l-r), Ridle Baku und Maxence Lacroix jubeln nach dem 1:0 ihrer Mannschaft.
Foto: Swen Pförtner/dpa | Wolfsburgs Yannick Gerhardt (l-r), Ridle Baku und Maxence Lacroix jubeln nach dem 1:0 ihrer Mannschaft.

Gut gespielt, wieder verloren. Die Lage bei Hertha BSC wird trotz einer ordentlichen Leistung in Wolfsburg immer prekärer.

Die mit großen Investitionen und Ambitionen in die Saison gestarteten Berliner verloren beim VfL mit 0:2 (0:1) und stellten mit dem neunten Spiel in Serie ohne Dreier ihren Negativ-Rekord aus dem Frühjahr 2014 ein.

Dabei war das Team von Trainer Pal Dardai vor allem in der zweiten Halbzeit sogar die bessere Mannschaft gegen einen dieses Mal unkonzentriert agierenden Champions-League-Aspiranten. Doch weil Lukas Klünter (38. Minute) ins eigene Tor traf und Wolfsburgs Abwehrchef Maxence Lacroix kurz vor dem Ende per Kopf die Partie entschied (89.), setzt sich die Krise der Berliner fort.

Dardai, der nach seiner Rückkehr weiter auf den ersten Sieg wartet, schmunzelte nach dem zweiten Wolfsburger Treffer etwas süffisant. „Ich habe gedacht, was für ein Schicksal. Das kann nicht sein, dass das Spiel 0:2 ausgeht”, sagte der Ungar nach der Partie. Dardai glaubt aber weiter an die Wende. „Wir müssen einfach arbeiten. Es dreht sich, das weiß ich, aber ich muss die Jungs davon überzeugen.”

Die Hertha ist nach der nun bereits 13. Saisonniederlage nach wie vor punktgleich mit Aufsteiger Arminia Bielefeld, der nach dem 0:3 in Dortmund weiter den Relegationsplatz inne hat. Der FSV Mainz 05 kann am Sonntag mit einem Sieg gegen den FC Augsburg aber noch an dem Duo vorbeiziehen. „Wir müssen ehrlich und realistisch sein: Wir sind da unten, es wird ein Abstiegskampf. Jeder Punkt, jedes Spiel wird sehr wichtig”, sagte Torwart Rune Jarstein.

Sorgen macht der Hertha vor dem nächsten Spiel gegen den FC Augsburg zudem das Personal. Matheus Cunha und Sami Khedira mussten am Samstag angeschlagen ausgewechselt werden. „Ich kann bei beiden noch nichts genaueres sagen”, sagte Dardai nach der Partie.

Die Wolfsburger setzten mit dem glücklichen Sieg ihre beeindruckende Erfolgsserie dagegen fort. Die Niedersachsen sind nun in der Fußball-Bundesliga bereits seit neun Partien ungeschlagen. Mit dem siebten Spiel in Serie ohne Gegentor festigte das Team von Trainer Oliver Glasner den dritten Tabellenplatz und nutzte den Patzer von Verfolger Eintracht Frankfurt, der am Freitagabend bei Werder Bremen mit 1:2 verloren hatte. „Ich rede liebe über die Champions League als über die Abstiegsränge oder die Relegation”, sagte Glasner. „Das ist das Ergebnis unserer Leistungen in den vergangenen Wochen.”

Die Wolfsburger taten sich dieses Mal aber sehr schwer, die Führung zur Pause war bereits glücklich. Nach einer scharfen Hereingabe von Ridle Baku schoss Klünter den Ball ins eigene Tor. Auch nach dem Seitenwechsel machte die Hertha den Gastgebern das Leben schwer und war phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Zehn Minuten vor dem Ende entschied Schiedsrichter Bastian Dankert dann zunächst auf Strafstoß für die Gäste, nahm seine Entscheidung nach Sichtung der Videobilder aber wieder zurück.

Kurz darauf traf der eingewechselte Krzysztof Piatek nur den Pfosten, der Ausgleich für die Hertha wäre nun verdient gewesen. Doch stattdessen machte Lacroix nach einer Ecke per Kopf alles klar. Dass Wolfsburgs Marin Pongracic in der Nachspielzeit Gelb-Rot (90.+4) sah, spielte keine Rolle mehr für den Ausgang des Spiels.

© dpa-infocom, dpa:210227-99-620169/3

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