Fußball: Dritte Liga

0:1 in Rostock - die Kickers treffen nur ins eigene Tor

Eine bittere Niederlage für die Rothosen, die durch Luca Pfeiffers Eigentor in der Tabelle weiter abrutschen.
Kickers-Akteur Dave Gnaase ist enttäuscht, Ex-Würzburger Maximilian Ahlschwede und Hansa Rostock siegten dank eines Eigentores von Luca Pfeiffer. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Das Tor des Tages erzielte ein Würzburger und trotzdem jubelten am Ende nur die Rostocker. Ein Eigentor von Kickers-Angreifer Luca Pfeiffer Sekunden vor der Halbzeitpause brachte die Entscheidung. 1:0 siegte der gastgebende FC Hansa und die Würzburger Kickers rutschten in der Tabelle auf den 16. Rang unmittelbar über der Abstiegszone ab.

Allzu große Sorgen oder gar Panik wollte aber keiner aus dem Lager der Würzburger Drittliga-Fußballer äußern. "Wichtig war", sagte Kickers-Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor Daniel Sauer: "dass die Mannschaft eine Reaktion gezeigt hat. Das hat sie definitiv. Schade, dass sie sich nicht belohnt hat. Aber das Glück müssen wir uns eben weiter erarbeiten."

"Eine Mannschaft, die lebt"

Das was Sauer und auch Trainer Michael Schiele als "Reaktion" bezeichneten, war eine Leistungssteigerung im Vergleich zum desaströsen Auftritt beim 1:2 im Heimspiel gegen Uerdingen. "Heute stand eine Mannschaft auf dem Platz, die lebt", sagte Kickers-Flügelspieler Fabio Kaufmann am Ende und fügte hinzu: "Wenn wir spielen wie heute in der ersten Stunde, wird das Pendel auch wieder zu uns Umschlagen."

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Kickers: Die Spielerstimmen zum 0:1 in Rostock

Schiele hatte Veränderungen angekündigt und tatsächlich wechselte er drei Spieler in seiner Startaufstellung aus. Patrick Sontheimer, Frank  Ronstadt und der erkältete Robert Herrmann mussten erst einmal auf der Bank Platz nehmen. Dafür rückten Leroy Kwadwo, Albion Vrenezi und Dominik Widemann in die erste Elf. Mit Widemann und Luca Pfeiffer hatte der Rothosen-Trainer diesmal anders als in den letzten Wochen zwei nominelle Stürmer aufgeboten.

Und die Kickers waren in der ersten Halbzeit tatsächlich die aktivere Mannschaft. Die Hausherren waren zwar durch Lukas Scherff, dessen Direktabnahme nach einer Flanke des Ex-Würzburgers Maximilian Ahlschwede am langen Pfosten vorbei ging, zu einer ersten guten Torgelegenheit gekommen (15.). Danach aber wurden erst einmal die Gäste torgefährlich.

Rhein trifft die Latte

Und einmal war es dann ganz knapp. Dave Gnaase hatte mit einem kraftvollen Antritt den Angriff initiiert. Über Widemann und Vrenezi kam der Ball zu Simon Rhein. Der Nürnberger Leihspieler, den Schiele trotz eines sehr blassen Auftritts gegen Uerdingen erneut aufgeboten hatte, zog aus rund 18 Metern ab. Der Ball klatschte an die Latte des Rostocker Tores. Die Kickers witterten ihre Chance und  blieben am Drücker. Nach einem Rhein-Eckball stieg der aufgerückte Innenverteidiger Daniel Hägele nach oben, köpfte den Ball aber knapp am Rostocker Kasten vorbei.

"Und dann bist du eigentlich schon mit einem 0:0 in der Pause", klagte Schiele. Große Gefahr bestand nicht, als sich Albion Vrenezi und Leroy Kwadwo kurz vor dem Halbzeitpfiff gegen Nic Omladic ungeschickt anstellten. Der Rostocker sank zu Boden. Die Folge war ein aus Kickers-Sicht überflüssiger und folgenreicher Freistoß. Omladic selbst trat den Ball in den Strafraum, wo der zurückgeeilte Rothosen-Angreifer Luca Pfeiffer klären wollte. Es war ein Schuss, der im wahrsten Sine des Wortes nach hinten los ging. Pfeiffer traf den Ball nicht richtig, das Spielgerät flog im hohen Bogen unhaltbar für Würzburg Torhüter Vincent Müller in den eigenen Kasten. Eine bittere Pille für die Rothosen kurz vor dem Halbzeitpfiff. "Den Ball müssen wir natürlich klären", so Schiele. Und Kaufmann stellte schlichtweg fest: "Wir haben zurzeit das Glück nicht auf unserer Seite."

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Kickers: Die PK zum 0:1 in Rostock

Tatsächlich war der Führungstreffer für die Rostocker eine Art Dosenöffner. "Das hat ihnen natürlich in die Karten gespielt", stellte auch Leroy Kwadwo, von Schiele an diesem Samstag anstelle von Robert Herrmann als Linksverteidiger aufgeboten, fest. Rostock lauerte nach der Halbzeitpause auf Konter, stieß immer wieder in die Räume, die sich nun öffneten, weil die Kickers gezwungen waren offensiver zu denken und zu spielen. "Da standen wir hinten auch nicht gut", kritisierte Schiele. Rostock erzielte nun über Konter eine Vielzahl großer Torgelegenheiten. Kickers-Keeper Vincent Müller wuchs aber förmlich über sich hinaus, brachte die norddeutschen Gastgeber bei Eins-gegen-Eins-Duellen ein ums andere Mal zur Verzweiflung. "Er hat uns im Spiel gehalten", stellte auch Kickers-Akteur Kaufmann fest.

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F.C. Hansa Rostock - FC Würzburger Kickers

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Doch auch die Gäste hatten noch ihre Torchancen: Hansa-Torhüter Markus Kolke mchte ine gute Chance von Widemann aus kurzer Distanz mit einem Reflex zunichte (49.). Pfeiffer brachte bei einer Flanke von Leroy Kwadwo nicht mehr die Fußspitze an den Ball. Einen abgefälschten Ball von Rhein konnte Kolke parieren. Es war ein munteres Hin und Her in der zweiten Spielhälfte, ein offener Schlagabtausch, an dessen Ende die Kickers aber mit leeren Händen dastanden. "Wenn man die vielen Konterchancen von Hansa sieht, war der Sieg für Rostock wohl verdient.", stellte Schiele fest. Auch die am Ende ausgepackte Brechstange, als der eingewechselte Innenverteidiger Lion Schweers in die Sturmspitze rückte, blieb wirkungslos.

Auch der Versuch mit der Brechstange in der Schlussphase blieb erfolglos: Hier können die Kickers-Akteure Lion Schweers den Ball nicht im Kasten der Hanseaten (Tanju Öztürk und Maximilian Ahlschwede/links). Foto: foto2press/Frank Scheuring

Nur ein mageres Tor in den letzten drei Spielen, nur ein Sieg in den letzten sechs Partien - die Schiele-Mannschaft scheint ins Trudeln geraten zu sein. "Wir müssen so weiterspielen und das Ganze mit Punkten veredeln", so Schiele. Eines freilich steht fest, der Druck, der auf der Mannschaft lastet wird nicht kleiner. Am kommenden Samstag beim letzten Heimspiel des Jahres gegen Viktoria Köln stehen Schiele und Co. nun unter Zugzwang.

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