FUSSBALL: LANDESLIGA

Alexander Grods Neuanfang fern der Heimat

Er trägt seit Sommer 2017 das Trikot des TSV Lengfeld: Alexander Grod (am Ball). Foto: Heiko Becker

Über ein Jahrzehnt lang hat Alexander Grod in seiner Heimat am Bayerischen Untermain höherklassig Fußball gespielt. In der Saison 2008/09 sogar in der Regionalliga Süd bei Viktoria Aschaffenburg unter der Eintracht-Frankfurt-Ikone Ronald Borchers als Trainer. Doch später folgten Ereignisse, an die sich Grod mit weniger Freude zurückerinnert. Als sich der FC Viktoria Kahl, für den er mittlerweile aktiv war, in der Winterpause der Saison 2016/17 im Abstiegskampf befand, suspendierte der Verein mehrere Spieler – darunter auch den heute 33-jährigen Mittelfeldakteur.  "Das besonders Bittere war, dass ich erst im Februar suspendiert wurde. So konnte ich zu keinem anderen Verein mehr, weil die Wechselfrist schon vorbei war", berichtet Grod.

Michael Hochreins Anruf

Am Ende der Saison im Frühsommer 2017 mussten die Kahler in die Relegation, Gegner war der TSV Lengfeld als Zweiter der Bezirksliga West. Grod verfolgte das Duell als Zuschauer und kam dabei mit dem ihm bekannten Lengfelder Igor Mikic ins Gespräch, dem er mitteile, dass er einen neuen Verein suche. Schon zwei Tage später klingelte bei Grod das Telefon, dran war der Lengfelder Trainer Michael Hochrein. Der wollte Grod zum TSV lotsen, schließlich hatten die Kicker aus dem Würzburger Stadtteil den Landesliga-Aufstieg geschafft und brauchten für die höhere Klasse geeignetes Personal.  Viktoria Kahl war übrigens abgestiegen.

Offene Ohren

Bei Grod stieß Hochrein auf offene Ohren. "Ich wollte einmal etwas ganz Neues machen, raus aus dem Aschaffenburger Kreis", berichtet der 33-jährige Mittelfeldspieler. Denn am Untermain sei ihm das Image eines Provokateurs und Hitzkopfs angehangen, zudem hatte die Art seines Abgangs in Kahl dafür gesorgt, dass er sich anderswo beweisen wollte. So wurden sich der Spieler und der TSV Lengfeld einig. Und Grod, der gelernter Anlagenmechaniker ist und nebenbei freiberuflich in der Werbung arbeitet, nimmt seitdem die Anreise von seinem Wohnort Laufach nach Lengfeld auf sich. Von der Gemeinde im westlichen Spessart sind das immerhin 65 Kilometer.

Verschiedene Mentalitäten

Wenn er seine alte Fußballheimat mit seinem neuen Klub vergleicht, dann fallen ihm durchaus Unterschiede auf. "Man merkt, dass Würzburg eine Studentenstadt ist. Die Jungs hier haben alle etwas in der Birne", so Grod. Dagegen sei der Fußball in der Aschaffenburger Gegend kämpferischer, die Teams dort reizten bisweilen ihre Möglichkeiten bis an den Rand der Legalität aus. "Keiner fährt gerne in den Aschaffenburger Raum", sagt er.

Skepsis am Anfang

Deshalb hatten die vorangegangenen Begegnungen Grods mit manchem neuen Teamkollegen aus Lengfeld oft nicht das, was man freundschaftlichen Charakter nennt. "Die ersten drei oder vier Wochen bin ich hier schon beobachtet worden. Aber mittlerweile hat sich diese Haltung gegeben, es haben sich Freundschaften gebildet", berichtet der 33-Jährige. Und ergänzt: "Ein bisschen was von der Mentalität, die ich im Aschaffenburger Raum mitgekriegt habe, versuche ich, den Jungs hier mitzugeben."

Zurückgeworfen wurde der 33-Jährige im Januar 2018 durch eine Knieverletzung bei der Würzburger Hallenstadtmeisterschaft, die sich entgegen erster Befürchtungen zwar nicht als Kreuzbandriss entpuppte, ihn jedoch für Monate erheblich schwächte. Verletzungen, das ist ohnehin ein großes Thema bei den Lengfeldern. "Vom Personal her müssten wir unter den besten Drei stehen. Aber ständige Ausfälle sorgen dafür, dass sich die Mannschaft von selbst aufstellt", berichtet Grod von einem derzeit sportlich unbefriedigenden Abschneiden. 

Derby gegen Höchberg

Nach der jüngsten 0:3-Niederlage in Kleinrinderfeld haben die Lengfelder als Tabellensechste  fünf Punkte Rückstand auf Relegationsplatz zwei. Der soll möglichst, wenn am Samstag um 14 Uhr die TG Höchberg zum Nachbarschaftsduell zu Gast ist, nicht weiter wachsen. Ob es noch eine dritte Saison für Alexander Grod in Lengfeld geben wird? "Ich weiß es noch nicht", antwortet er auf die Frage. Wertvoll für ihn sei der Wechsel in jedem Fall gewesen. Schon deshalb, weil er einmal eine völlig andere Umgebung und neue Leute kennengelernt habe.

Weitere Landesliga-Partien
SV Alemannia Haibach – TSV Kleinrinderfeld (Samstag, 16 Uhr)
TuS Feuchtwangen – ASV Rimpar (Sonntag, 15 Uhr)
TuS Röllbach – TSV Unterpleichfeld (Sonntag, 15 Uhr)

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