BASKETBALL: BUNDESLIGA

Baskets erarbeiten sich fünften Ligasieg in Serie

Basketball - easyCredit BBL - s.Oliver Wuerzburg - HAKRO Merlins Crailsheim
„Die Bundesliga ist noch viel spannungsgeladener als der Europe Cup“: Devin Oliver (rechts, mit Crailsheims Michael Cuffee) war zufrieden mit seiner Heimpremiere. Foto: Fotos Heiko Becker

Er geht dann als Letzter in die Kabine. Nach der Ehrenrunde rund ums Parkett, auf der die Spieler ihren Anhang abklatschen, und die hat er sichtlich genossen. Es war seine erste hier. Bereitwillig schreibt er seinen Namen auf alles, was ihm hingehalten wird. Mütze, Papier, T-Shirt. Logisch heutzutage: Auch in die Handys wird breit gelächelt für Fotos mit den Fans. Nach all dem steht Devin Oliver an einem Ausgang des Innenraums und sagt über seine siegreiche Heimpremiere: „Simply: It was great.“ Einfach großartig also, genauso wie seiner Meinung nach die Fans es waren. „Die Bundesliga ist ja noch viel spannungsgeladener als der Europe Cup, und ich bin begeistert, ein Teil davon zu sein.“ Seine Ohren bekommen Besuch von den Mundwinkeln, als er das sagt.

Gut Ding will Weile haben

Nun, der Neuzugang von Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg, der am Mittwoch im Europapokal sein Debüt im Baskets-Leibchen gegeben hatte, trug zumindest seinen Teil bei zum 87:75 (43:38)-Sieg der Baskets gegen das Tabellenschlusslicht Hakro Merlins Crailsheim. Sechs Punkte (drei seiner fünf Versuche aus dem Feld saßen), vier Rebounds, vier Vorlagen, vier Fouls – freilich sollte mehr gehen, bei dem Ruf, der ihm vorauseilt und den Erwartungen, die sein neuer Arbeitgeber sicherlich an ihn hat. Im Mannschaftssport im Allgemeinen und im Basketball im Besonderen will ja freilich sehr oft – wenn ein Neuer in Spielsysteme und Abläufe integriert werden muss – richtig gut Ding auch ein wenig Weile haben.

Der wichtigste Satz

„Er hat, vor allem in der zweiten Halbzeit schon gezeigt, dass er richtig Qualität hat“, meint Olivers Trainer Denis Wucherer. Wenngleich ihm nicht entgangen ist: „Offenbar ist ihm hinten raus etwas die Luft ausgegangen. Dass muss aber auch ich noch lernen: seine Körpersprache genauer zu lesen. Da werde ich mit ihm reden und ihm auch sagen, dass er bei uns durchaus Bescheid geben kann, wenn er platt ist und ausgewechselt werden möchte.“ Als er das sagt, grinst Wucherer mindestens so sehr wie Oliver es wenige Minuten getan hat.

Selbstverständlich kann der Baskets-Trainer auch ganz ernsthaft, und deshalb sagt er dann den vielleicht wichtigsten Satz, der den sehr hart erarbeiteten Erfolg am Samstagabend vermutlich am besten charakterisiert: „Am Anfang der Saison hätten wir so ein Spiel verloren. Heute finden wir Wege, es zu gewinnen.“ Das haben sie ja auch oft. Solche Spiele verloren. Vor allem zu Hause. Gegen Bamberg. Gießen. Braunschweig. Oldenburg. Auch in Göttingen und Bonn. Alles enge Kisten. Alle verloren damals. Der fünfte Ligasieg in Serie gegen Crailsheim war letztlich enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. Vor allem, weil in der Offensive das Zusammenspiel nicht so gelingen wollte wie zuletzt. Nach einem Sieben-Punkte-Rückstand im ersten Viertel gingen die Baskets zwar mit einer Fünf-Punkte-Führung in die Halbzeit, erhöhten dann den Vorsprung zwischendurch auf elf Zähler und gingen dann doch nur mit einem Differenz in den Schlussabschnitt.

Mehr Eleganz und Stil

Devin Oliver veredelte dann drei Minuten vor Schluss nach dem schönsten Spielzug der gesamten Partie einen 14:0-Lauf zur 16-Punkte-Führung (81:65). Bowlin hatte den Ball geklaut, übers komplette Feld Xavier Cooks gefunden, der Oliver die Kugel für einen Alley-Hoop servierte. Die Mehrheit der 3048 Menschen in der Halle tobte. Und erstarrte dann in den nächsten 46 Sekunden, als die Baskets das Kunststück fertigbrachten, gleich vier Mal die Kugel herzuschenken oder bei eigener Spieleröffnung gleich ins Aus zu werfen. Der Vorsprung war fast halbiert. „Am Ende hätten wir das sicher mit mehr Eleganz und Stil zu Ende bringen müssen“, meinte Wucherer.“

Mehr von der Bank

Er hofft, dass in den zwei anstehenden Heimspielen gegen Göttingen (Dienstag, 12. Februar, 20.30 Uhr) und Ulm (Donnerstag, 14. Februar, 20.30 Uhr) vor allem „von der Bank wesentlich mehr kommen muss“. Mehr Intensität, mehr Wille, mehr Verteidigung. „Wir konnten uns immer wieder absetzen, ich hatte aber trotzdem nie das Gefühl, dass das Ding in trockenen Tüchern ist“, so Wucherer.

Zwei alte Bekannte . . .

Gegen Crailsheim übernahmen in den wichtigen Phasen letztlich erneut die zwei die Verantwortung, die in den jüngeren Vergangenheit für den Höhenflug der Baskets gesorgt hatten: Xavier Cooks (wieder 20 Punkte, und neun Rebounds) und Cameron Wells (15 Zähler und neun Vorlagen). Die zwei sollen sich auch privat ganz gut verstehen. Auf dem Parkett tun sie es in jedem Fall. Und weil auch Gabriel Olaseni (16 Punkte, elf Rebounds) in den letzten zehn Minuten richtig auftaute, nahm es ein glückliches Ende für die Baskets.

Der Schlüssel zum Erfolg

„Team-Basketball“ war zumindest für Devin Oliver der Schlüssel zum Erfolg. „Wir haben immer gut geantwortet. Natürlich haben wir ein Ziel, aber wir müssen Schritt für Schritt gehen, einen Sieg nach dem anderen holen. Und dann sehen wir weiter.“

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Cameron Wells (Mitte, im Dreikampf mit Joseph Lawson, links, und Ben Madgen) übernahm in entscheidenden Momenten mal wie... Foto: Heiko Becker (HMB Media/ Heiko Becker)

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