Fußball: Dritte Liga

Bei den Kickers: Bierofkas 101. Spiel als 1860-Trainer

Will die Kickers mit 1860 zu Fehlern zwingen: Löwen-Trainer Daniel Bierofka. Foto: Meike Scheuring / foto2press

Der Trainerjob bei den Münchner Löwen war lange Zeit eine ziemlich unsichere Arbeitsstelle. Da musste schon einer wie Daniel Bierofka kommen, um für Kontinuität zu sorgen. Eine Identifikationsfigur, die bei allen im Verein gleichermaßen anerkannt ist. Das Spiel bei den Würzburger Kickers an diesem Montagabend (19 Uhr) ist für  den 40-jährigen Ex-Spieler das 101. als Trainer von 1860 München. So lange hat es schon eine halbe Ewigkeit kein Übungsleiter mehr bei den Münchner ausgehalten. Auch Investor Hasan Ismaik gratulierte jüngst per Facebook zum 100. Spiel, dem 3:1 gegen Kaiserslautern.

Neun Punkte haben die Löwen in den letzten vier Partien gesammelt. Es ist also ein Gegner mit Selbstvertrauen, der da auf die Kickers zukommt. "Eine Partie auf Augenhöhe" erwartet Rothosen-Trainer Michael Schiele bei seinem 87. Pflichtspiel als Kickers-Coach. Mit einem Sieg könnten die Würzburger an den Münchnern in der Tabelle vorbeiziehen und sich um vier Ränge auf Platz zwölf verbessern. Verlieren die Rothosen aber, dann trennt sie weiter nur ein Pünktchen von der Abstiegszone. Vor der nun folgenden Länderspielpause ist dies eine kniffelige Tabellen-Konstellation.

Die freilich sorgt nicht für zusätzliche Aufregung bei Schiele. "Drei Punkte sind immer wichtig", sagt er und will dem zweiten unterfränkisch-oberbayerischen Vergleich in dieser Woche nach dem 4:1-Toto-Pokalsieg bei Regionalligist SV Heimstetten keine besondere Brisanz beimessen. Auch wenn die Kulisse unter Flutlicht gewiss etwas größer sein wird als normal. Vier der letzten fünf Aufeinanderteffen der Kickers mit den Löwen waren ausverkauft. Beim anderen kamen in der zweiten Bundesliga über 22000 Zuschauer in die Allianz-Arena. Diesmal werden am Dallenberg die Tageskassen geöffnet sein. Mit 7000 bis 8000 Zuschauern rechnen die Kickers. "Ein bisschen ein anderes Heimspiel" sei das schon, so Schiele. 

Die Gäste müssen indes ohne Efkan Bekiroglu auskommen. Der Mittelfeldmann, den ein Muskelfaserriss derzeit zum Zuschauen zwingt, gilt als Unterschiedsspieler. Mit ihm holten die Löwen wie der "Münchner Merkur" in dieser Woche feststellte, in der vergangenen Saison 1,44 Punkte im Schnitt, ohne den Deutsch-Türken waren es lediglich 0,77 Zähler. "Mit Timo Gebhart haben die Münchner aber noch einen anderen Spieler, der das Spiel lenken kann und der auch schon zig Bundesligaspiele auf dem Buckel hat", warnt Schiele. Und tatsächlich gelang Gebhart beim Löwen-Erfolg gegen Kaiserslautern sein erstes Saisontor.

Wer diesmal bei den Kickers 1860-Tore verhindern soll, da will sich Schiele nicht festlegen. Auf die Frage, ob ein Wechsel auf der Torwartposition möglich ist, antwortete Schiele in der vergangenen Woche: "Das kann sein." So spricht ein Trainer eigentlich nur, wenn er den Keeper tatsächlich wechseln will. Vieles deutet also darauf hin, dass der 19-jährige Vincent Müller seine Premiere im Rothosen-Kasten geben wird. Der Ex-Kölner ist einer jener Spieler, die laut Schiele, "jetzt einmal eine Chance verdient haben".

Die Münchner haben natürlich ganz genau hingeguckt bei den 27 Gegentreffern, die die Kickers in dieser Saison bereits kassiert haben. Dass es häufig individuelle Patzer waren, die die Treffer einleiteten, ist auch Bierofka nicht entgangen. "Wir müssen Würzburg unter Stress setzen, sie defensiv fordern und sie so bespielen, dass ihnen Fehler unterlaufen", gibt der Löwen-Trainer als Herangehensweise aus, zumal er vor der Kickers-Offensive großen Respekt hat. Fabio Kaufman beispielsweise bezeichnet er "als Zweitliga-Spieler" und Kickers-Torjäger Luca Pfeiffer als "sehr gefährlich im Sechzehner".

Es dürfte, so vermutet Schiele, "auf Kleinigkeiten" ankommen. Und deshalb grübelt der Coach auch noch über seiner Aufstellung. Außer Dominik Baumann (Knöchelbruch), der den Pokalsieg in Heimstetten auf Krücken verfolgte, Yassin Ibrahim (Leistenverletzung) und Maximilian Breunig, der nach einem Verkehrsunfall weiter an seiner Rückkehr arbeitet, stehen ihm derzeit alle Akteure zur Verfügung. "Insgesamt müssen die, die hintendran stehen noch mehr Gas geben", fordert Schiele.

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