Basketball: Bundesliga

Brave s.Oliver Baskets verlieren gegen starke Bonner

Mit 103:79 (51:32) besiegten die vom ersten Sprungball an wesentlich aggressiveren Bonner den bislang so stark auftrumpfenden Aufsteiger aus Würzburg.
Beko BBL - 6. Spieltag - Telekom Baskets Bonn - s.Oliver Baskets       -  Kein Durchkommen: Hier versucht sich Würzburgs Seth Tuttle (links) mit Vehemenz gegen den Bonner Isaiah Philmore durchzusetzen.
Kein Durchkommen: Hier versucht sich Würzburgs Seth Tuttle (links) mit Vehemenz gegen den Bonner Isaiah Philmore durchzusetzen. Foto: Heiko Becker

Kein Drama, keine Achterbahnfahrt der Gefühle und auch nicht die schon fast zu einem Ritual gewordene Spannung: Das fünfte Saisonspiel von Basketball-Bundesligaaufsteiger s.Oliver Baskets war – im Gegensatz zu den vier vorangegangenen, die die Würzburger allesamt nach heftigem Kampf gewonnen hatten – eine von der ersten Minute an eindeutige Angelegenheit. Mit einem weiteren entscheidenden Unterschied: Die Würzburger verloren. Hoch und auch verdient. Mit 103:79 (51:32) siegten die vom ersten Sprungball an hellwachen und wesentlich aggressiveren Telekom Baskets Bonn.

„Glückwunsch an die Bonner, sie haben uns gezeigt, wie man Basketball spielen sollte“, sagte Baskets Trainer Douglas Spradley. „Wir waren gut vorbereitet und haben alles gemacht, was notwendig war, um hier zu bestehen, aber wir haben ohne Intensität und viel zu soft gespielt.“ Statistischer Beleg: Das erste Teamfoul begingen seine zu brav spielenden Mannen 41 Sekunden vor Ende des ersten Viertels, in der ersten Halbzeit kamen sie gerade einmal auf fünf.


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Die Würzburger, die in ihren ersten drei Bundesligajahren von 2011 bis 2014 stets in Bonn gewonnen hatten, schienen in der ersten Hälfte Blei an ihren Schuhen und viel Müdigkeit in den Beinen zu haben. An der Anreise kann es nicht gelegen haben, denn die Baskets fuhren bereits am Samstagnachmittag nach Nordrhein-Westfalen und übernachteten in Bonn. Verpennt hatten sie dann vor allem die Anfangsphase. Nach gut vier Minuten führten die Gastgeber bereits mit 14:3, und fortan konnte man das Gefühl gewinnen: Die Bonner werfen, von wo sie wollen – und treffen. Kurz vor der Halbzeit führten die Gastgeber dann kurzzeitig schon mit 21 Punkten. „In der ersten Halbzeit waren wir viel zu gehemmt und passiv“, sagte Joshiko Saibou, „und dann ist es uns nicht mehr gelungen, den Bonner Rhythmus zu stoppen.“

Herausragender Jimmy McKinney

Vor allem zwei Bonner ragten in der ersten Hälfte heraus: Der so bärenstarke wie bullige Aufbauspieler Eugene Lawrence, der mit blitzgescheiten Pässen die Würzburger immer wieder aufs Neue vor unlösbare Aufgaben stellte und das Duell mit dem in den ersten vier Spielen so famos das Würzburger Spiel leitenden Dru Joyce klar für sich entschied.

Joyce war am Ende mit 19 Punkten zwar immer noch der Würzburger mit den meisten Zählern (von denen er allerdings viele erst traf, als die Partie entschieden war), er konnte aber in keiner Phase der Partie an seine Glanzleistungen zuvor anknüpfen.

Der zweite Bonner, der wesentlich dazu beitrug, dass die Gäste nie zu ihrem Spiel fanden, war Jimmy McKinney. Ausgerechnet der ehemalige Würzburger, der von 2012 bis 2014 das s.Oliver-Dress trug, lief gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber zur Hochform auf. Es gibt Menschen, die ihn in seiner Würzburger Zeit begleiteten, und die behaupten, der 32-jährige Amerikaner habe für die Würzburger keine drei Spiele auf diesem Niveau hinbekommen. Der Shooting-Guard war der treffsicherste Gastgeber, erziele 16 Punkte, vier von fünf Dreier-Versuchen fanden ihr Ziel. Vielleicht der US-Amerikaner – kurz vor Saisonstart von den Bonnern wegen Verletzungssorgen im Kader mit einem Probevertrag bedacht – ja auch deshalb so motiviert, weil er am Halloween-Wochenende bis Saisonende verpflichtet wurde. „Klar war es ein besonderes Spiel für mich, schließlich habe ich zwei Jahre in Würzburg gespielt. Aber wir waren alle sehr motiviert und fokussiert, denn wir wussten, dass Würzburg eine richtig gute Mannschaft hat“, sagte der 32-Jährige.

Nach der Pause begannen die Würzburger konzentrierter, und es schien, als wären sie auf dem Weg, sich wieder ins Spiel zurück zu kämpfen. Aber die Hoffnungen des in der zweiten Hälfte etwas stiller gewordenen fränkischen Anhang – etwa 200 Baskets-Fans hatten sich auf den Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt gemacht – währten gerade einmal eine gute Minute. Nach einem 8:2-„Lauf“ betrug der Rückstand „nur“ noch 13 Punkte.

Das änderte sich dann aber auch schnell wieder, und die Gastgeber übernahmen wieder das Kommando. Nach dem dritten Viertel lagen die Bonner mit 21 Zählern vorn, und nach gut einer Minute des Schlussaktes waren es 28 Zähler. Die Würzburger liefen im letzten Viertel vor 5330 Zuschauern Gefahr, filetiert zu werden. Als wollte der Tontechniker in der wunderschönen reinen Basketballarena die Leiden der fränkischen Gäste noch erhöhen, ließ er kurz vor dem hundertsten Punkt der Gastgeber auch noch Helene Fischer ihr „Atemlos“ trällern. Kaum Zeit zum Luftholen hatten die Würzburger, die nach der Niederlage vom zweiten auf den sechsten Platz rutschten, praktisch die gesamte Partie über. „Das ist auch eine Willenssache“, sagte Spradley, der deutliche Worte wählte: „Einige hatten nicht die richtige Mentalität und Bereitschaft, dieses Spiel zu gewinnen.“

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