TRIATHLON

Carolin Lehrieder: Gefährdet Corona auch den Ironman Hawaii?

Rückschläge für die Profi-Triathletin: eine Rennabsage, die Schwimmbad-Schließung, Existenzsorgen und Ungewissheit machen der Würzburgerin im WM-Jahr zu schaffen.
Auf Hawaii sollte das Sportjahr 2020 im Oktober für Carolin Lehrieder seinen Höhepunkt erreichen. Doch ob der Ironman in Zeiten von Corona überhaupt ausgetragen wird, steht derzeit in den Sternen. Foto: Marcel Hilger

"Letztlich ist es nur Sport." Carolin Lehrieder sagt den Satz, den die meisten in Zeiten des Coronavirus sagen. In ihrem Fall ist der Sport auch ihre Existenzgrundlage. Die Würzburgerin ist Profi-Triathletin. "Ohne Rennen kann ich kein Geld verdienen." 

Das erste Rennen, bei dem sie am 29. März starten wollte, die "Challenge Salou" südlich von Barcelona in Spanien, wurde nun abgesagt. Das zweite, das sie geplant hatte, der Ironman St. George in Utah, ist für 2. Mai terminiert. Ob es stattfinden wird und ob europäische Starter dann wieder in die USA einreisen dürften, ist derzeit mehr als fraglich. "Rennen sind Motivation. Für uns Sportler ist es das Schwierigste, wenn wir kein konkretes Ziel haben, für das wir trainieren", sagt Carolin Lehrieder.

Erste Qualifikation abgesagt 

Ihr großes Ziel in diesem Jahr ist die Triathlon-WM, der Ironman Hawaii am 10. Oktober. Noch ist es ein gutes halbes Jahr bis dahin, doch wer weiß in diesen Tage schon, was morgen ist, nächste Woche, nächsten Monat? Die erste Qualifikation am 29. März in Südafrika wurde bereits ebenfalls abgesagt. Carolin Lehrieder hat das Hawaii-Ticket schon; dank ihres Sieges beim Ironman Italy im vergangenen Jahr darf sie zum ersten Mal in ihrer Karriere bei den Profis starten. "Aber was nutzt es mir, wenn sich die anderen nicht qualifizieren können und am Ende alles abgeblasen wird?!"

Die Ungewissheit macht der 30-Jährigen am meisten zu schaffen. "Ich bin super fit aus dem Trainingslager in Girona zurückgekommen und hatte mich auf die Tage mit meinem Team in Fuschl gefreut." Dann machte Österreich die Grenzen dicht. Und die Saisoneröffnung mit dem Proteam Mohrenwirt fiel aus. Seither reißen die negativen Nachrichten nicht ab.

Kein Training im Wolfgang-Adami-Bad mehr möglich

An diesem Dienstag schließen wegen des in Bayern ausgerufenen Katastrophenfalls die Schwimmbäder, also auch das Wolfgang-Adami-Bad, in dem die für den SV Würzburg 05 startende Athletin trainiert. "Zwei Wochen kann man das mal kompensieren. Wenn man krank wird, kann man auch mal nicht schwimmen", sagt Lehrieder. "Aber wenn das länger dauert, wird's schwierig. Und problematisch, wenn es keine absehbare Lösung gibt." 

Eine Lösung könnte sein, dass der SV 05 als Bundesstützpunk Freiwasser mit seiner Olympia-Qualifikantin Leonie Beck eine Sondergenehmigung für die Nutzung des Bades erhält. Aber ob die dann auch für eine Triathletin gilt, die zudem keine Kaderathletin ist? Carolin Lehrieder weiß wie so viele Sportler derzeit nicht, wie es weitergeht. "Das hat mir einige Tage richtig aufs Gemüt geschlagen."  

Inzwischen versucht sie, Ungewissheit, Frustration und Existenzsorgen beiseite zu schieben und sich wieder "hochzuziehen", und sei es "an der Sonne". Zweckoptimismus soll helfen: "Wenn jemand Rückschläge gewöhnt ist, dann wir Ausdauersportler." Und notfalls auch Galgenhumor: "Solange wir keine Ausgangssperre aufgebrummt bekommen, bleibe ich positiv. Ich will kein Rennen abschreiben, bevor es nicht abgesagt ist."

Die Hoffnung auf einen Höhepunkt in Hawaii stirbt zuletzt. 

Lesen Sie auch:
Teil 1 : Die Magie von Hawaii ist WM-Motivation für Carolin Lehrieder
Teil 2: Aktivurlaub am Herzensort
Teil 3: Auf Lanzarote mit der Triathlon-Elite
Teil 4: Training am Drehort von Game of Thrones

Rückblick

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