Basketball

Chester Frazier attackiert John Patrick

Harsche Trainer-Kritik via Twitter: Chester Frazier attackiert nach seinem abrupten Abschied Baskets-Coach John Patrick. Foto: Fabian Frühwirth

Die Flucht von Chester Frazier am Mittwochmorgen in die USA droht das erfolgreiche sportliche Abschneiden des Basketball-Bundesligisten s. Oliver Baskets Würzburg in den Schatten zu stellen und war das ganz große Thema vor dem zweiten Spiel der Play-off-Halbfinalserie gegen ratiopharm Ulm am Donnerstagabend: Der 26 Jahre alte Spielmacher hat einen Tag nach seinem ebenso abrupten wie überraschenden Abschied auf der Internet-Kommunikationsplattform „twitter“ schwere Vorwürfe gegen Trainer John Patrick, der zugleich Sportdirektor ist, erhoben: „Seine Karriere ist nur auf Lügen aufgebaut“, teilte Frazier der Welt mit und behauptete zudem, „dass mir die Mannschaft den Segen gegeben hat. Ich kann nicht mit einem Menschen zusammenarbeiten, der es nicht fertigbringt, mir in die Augen zu schauen. Endlich ist es vorbei!“

Patrick selbst zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung merklich überrascht von den Anschuldigungen in aller Öffentlichkeit und wies die Behauptungen weit von sich: „Ich habe es immer gut mit Chester gemeint. Er war einer meiner besten Spieler. Er ist gegangen, dafür muss er jetzt ganz alleine die Verantwortung tragen und darf nicht anderen die Schuld geben.“ Frazier wird – wie bereits ausführlich berichtet – ab sofort als Co-Trainer an der renommierten Kansas State University in der College-Liga NCAA tätig sein. „Das war sein Traum, und diesen Traum wollten wir ihm auch nicht zerstören. Weder ich noch unsere Geschäftsführer Jochen Bähr und Steffen Liebler“, sagt Patrick.

Noch am Sonntagabend nach der 65:77-Niederlage in Ulm hatte Frazier einen neuen Vertrag unterzeichnet, der schon mit Ende der Halbfinalserie gegen Ulm ausgelaufen wäre – ein Zugeständnis der Baskets, denn der ursprünglich geschlossene Kontrakt hätte erst drei Tage nach dem letzten Pflichtspiel geendet: „Über diese Brücke wollte er aber einfach nicht gehen. Er hat am Sonntag unterschrieben und drei Tage später war er trotzdem weg“, sagt Patrick, der die im Raum stehenden Vorwürfe gegen ihn, er würde als Coach im zwischenmenschlichen Bereich erhebliche Defizite aufweisen, als eine „Schutzbehauptung“ von Frazier bezeichnet: „Er merkt, dass sein Abschied nicht sauber war und dass er kurz davor steht, seinen guten Ruf – vor allem in den USA – zu verlieren. Da versucht er, mit solchen Dingen von seinem Fehlverhalten abzulenken.“ Im Team, das beteuert Patrick, sei die Stimmung gut. „Im Profisport gibt es immer unzufriedene Spieler, etwa, weil sie nicht genügend Spielzeit bekommen. Das gibt es auch bei uns, ganz klar, das ist normal und spornt die Jungs an, es eben noch besser zu machen.“ Der 44 Jahre alte US-Coach geht ohnehin davon aus, dass Frazier selbst bald anders denkt: „In zwei Wochen werde ich eine Mail bekommen, in der er sich für seine Fehler bei uns allen entschuldigt.“

Frazier hatte via „twitter“ auch finanzielle Gründe für seine Flucht aus Würzburg genannt. Fakt ist, dass der Spielmacher bis zum April voll bezahlt worden ist und auch die Play-off-Prämie erhalten hat. Die Bankbestätigungen liegen der Redaktion vor. „Da entsteht der Eindruck, wir wären pleite“, formuliert es Baskets-Geschäftsführer Jochen Bähr drastisch. „Wir sind all unseren Verpflichtungen jedem einzelnen Spieler gegenüber nachgekommen. Bis auf den letzten Cent ist alles bezahlt. Wir werden die Saison auch trotz der kostenintensiven Play-off-Teilnahme sogar mit einem Plus abschließen. Wir mögen durch Chesters Abgang Sorgen haben, aber was wir ganz bestimmt nicht haben, sind finanzielle Probleme.“ Und Bähr betont, dass er Frazier trotz seines Vertragsbruchs auch noch sein Gehalt für das erste Spiel in Ulm überweisen werde: „Wir sind so fair, das ist unser Umgang. Auch Chester wird seinen Anteil Ende des Monats bekommen, wenn wir wie immer unsere Gehälter anweisen.“

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