Fußball: Dritte Liga

Corona-Krise: Wie geht es für die Kickers jetzt weiter?

Die Verantwortlichen der Klubs und des DFB wollen bei einer Sitzung am Montag über die weitere Saison beraten. Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich?
Wie die Saison für die Würzburger Kickers weitergeht ist ungewiss. Foto: Frank Scheuring

Am Donnerstag meldete auch die Dritte Liga ihren ersten Corona-Fall: Florian Horn, Physiotherapeut bei den Fußballern von Eintracht Braunschweig, ist in häuslicher Quarantäne. Er ist der Bruder von Zweitliga-Spieler Jannes Horn (Hannover 96), der positiv auf den Virus getestet wurde.

Trainiert wird bei den Würzburger Kickers unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Man habe, berichtet Trainer Michael Schiele, die Spieler für die Situation sensibilisiert und arbeite einstweilen ganz normal weiter. Feststeht: das Auswärtsspiel beim SV Meppen, das für Samstag geplant war, und die Heimpartie gegen den 1. FC Magdeburg, die für kommenden Mittwoch im Terminplan stand, sind abgesagt. Sie sollen frühestens im Mai nachgeholt werden. Eigentlich ist der letzte Drittliga-Spieltag für den 16. Mai vorgesehen. Am Montag treffen sich Vertreter der Klubs mit Spitzenfunktionären des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt, um sich darüber zu verständigen, wie es in dieser Saison weitergehen soll.

Es gibt folgende Möglichkeiten:

Geisterspiele

Die einzige Möglichkeit, die Saison bis zum geplanten Datum zu Ende zu bringen, wären Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am Mittwoch hatten sich, als es um eine Lösung für die beiden kommenden Spieltage ging, nach Informationen des "Kicker", noch acht Drittliga-Klubs für diese Lösung plädiert. Ob freilich, schon unter dem finanziellen Aspekt, Partien ohne Zuschauereinnahmen für die Drittligisten auf Dauer durchführbar sind, erscheint zweifelhaft. So rechnet beispielsweise der Geschäftsführer von Tabellenführer MSV Duisburg, Michael Klatt, vor, dass seinem Verein bei jeder Partie ohne Zuschauer 260000 Euro fehlen würden. Aber nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen scheinen Geisterspiele derzeit keine gute Alternative zu sein. Ist es aus gesundheitlicher Sicht derzeit sinnvoll, Spieler in einer Kontaktsportart wie Fußball aufs Feld zu schicken? Der Bayerische Fußballverband will diese Frage für die Amateurspielklassen noch am Freitag beantworten und über eine Komplett-Absage im Freistaat entscheiden.

Spielverlegungen

Am Donnerstag hatten sich offenbar zehn Vereine und somit genau die Hälfte der Zweitliga-Klubs dafür entschieden, die nächsten beiden Spieltage erst einmal in den Mai zu verlegen. Der Vorteil: Wenn die Partien irgendwann mit Publikum nachgeholt werden könnten, fielen keine Einnahmen weg. Aber wann wäre das überhaupt möglich? Wie viele Spieltage wären am Ende betroffen? Die europäischen Wettbewerbe tangieren die Drittligisten kaum, Medienpartner MagentaSport hat bereits Flexibilität signalisiert. Es könnte also deutlich länger gespielt werden als bis - wie bislang vorgesehen - Mitte Mai. Ob dann freilich nach Saisonende noch ein Relegationsspiel gegen den Zweitliga-16. stattfinden könnte? Ein weiteres Problem: Die Verträge der meisten Spieler sind bis Juni dotiert. Die Kicker müssten also womöglich entsprechend länger bezahlt werden und es müsste geklärt werden, was mit wechselwilligen Spielern passiert.

Saisonabbruch

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat es vorgemacht und die Saison vorzeitig beendet. Angesichts der Dynamik der Entwicklung erscheint diese Lösung auch für den Fußball immer realistischer. Schließlich ist nicht absehbar, wie lange noch besondere Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie notwendig sind. Schon am Mittwoch hatten sich zwei Klubs für diese Lösung ausgesprochen. Was wäre dann aber mit Auf- und Abstieg? Ließe der sich einfach so für eine Saison aussetzen oder würde die Tabelle nach dem aktuellen Stand gewertet? Egal, wie die Entscheidung fiele, es gäbe gewiss Klubs, die sich benachteiligt fühlen und den Klageweg bestreiten würden – dafür geht es in der Dritten Liga schlichtweg um zu viel Geld und für manchen Klub auch um die Existenz. 

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