Basketball: NBA

Corona: Warum Maximilian Kleber besorgt ist

Das Virus hat auch den Basketball in den USA lahmgelegt. Wie der aus Würzburg stammende Profi davon erfahren hat und was das auch für ihn persönlich bedeutet.
Maximilian Kleber: 'Basketball ist derzeit absolut zweitrangig.'
Maximilian Kleber: "Basketball ist derzeit absolut zweitrangig." Foto: Osports

Er kam gerade auf die Bank. Verschnaufpause. Es lief das Schlussviertel zwischen den Dallas Mavericks und den Denver Nuggets, als ein Banknachbar ihm sinngemäß zuflüsterte: Haste schon gehört: Wir werden ausgesperrt. "Verarsch mich nicht", war das Erste, was Maximilian Kleber seinem Kollegen antwortete. Nach dem 113:97-Erfolg seiner Mavericks, der in die NBA-Geschichte eingehen wird als das vorerst auf unbestimmte Zeit letzte Spiel der stärksten Basketball-Liga der Welt, realisierte natürlich auch Kleber endgültig das ganze Ausmaß, dass das Sars-CoV-2 getaufte Coronavirus inzwischen angerichtet hat. In der Welt. Und damit auch im Sport.

"Natürlich hat man das mitbekommen vorher", sagt der gebürtige Würzburger Kleber tags darauf am Telefon, "aber es war auch irgendwie noch etwas weg von uns. Bis eben Rudy Gobert positiv getestet wurde." Der Center war der erste von zwei Spielern der Utah Jazz, die nachgewiesenermaßen das Coronavirus in sich tragen. Und damit die NBA zu der - im Gegensatz zu manchen europäischen Sportverbänden und Organisationen - sehr schnellen und radikalen Konsequenz trieb, den kompletten Spielbetrieb bis auf Weiteres einzustellen.

"Die große Gefahr ist doch, dass durch diese enorm schnelle Verbreitung womöglich auch Krankenhäuser überlaufen und überfordert werden. Und das muss verhindert werden."
Maximilian Kleber, NBA-Profi

Wie's nun weitergeht, weiß natürlich auch Kleber noch nicht, der am späten Donnerstagabend (nachmittags in Texas) auch noch nicht wusste, ob die Spieler sich individuell in Form halten sollen oder Mannschaftstrainings weiterhin zugelassen sind. "Das wird alles erst noch entschieden." Einzige definitive Ansage bis dato: Die Spieler sollen vor Ort bleiben und nicht in die Heimat fliegen. Kleber will sich in persönlichem "workout in shape" halten, also auf jeden Fall fithalten mit Individual- und Krafttraining.

Maximilian Kleber Kleber will sich mit Individual- und Krafttraining erst einmal fithalten.
Maximilian Kleber Kleber will sich mit Individual- und Krafttraining erst einmal fithalten. Foto: Jevone Moore / Cal Sport Media

Auch wenn der Ende Januar 28 gewordene Würzburger selbstverständlich das größte Verständnis für die Maßnahmen hat, "schließlich geht es ja darum, Menschen zu schützen und die schnelle Ausbreitung des Virus einzudämmen" - besorgt ist er trotzdem. Spielt da - gerade in den bisweilen ja auch zu einer gewissen Paranoia neigenden USA - auch Angst mit? "Angst?", fragt Kleber zurück. "Nein, jeder muss sich natürlich auch selbst schützen, aber die große Gefahr ist doch, dass durch diese enorm schnelle Verbreitung womöglich auch Krankenhäuser überlaufen und überfordert werden. Und das muss verhindert werden."

Die Familie darf nun erst einmal nicht zu Besuch kommen

Die Gesundheit von Menschen steht weit über dem Bejubeln von Dunkings oder Toren - weltweit. "Basketball ist derzeit absolut zweitrangig", sagt Kleber, der aber auch noch davon ausgeht, dass die "Saison noch nicht vorbei ist". Er hat neulich mit einem Kumpel gesprochen, der Veranstaltungen organisiert - aber das gerade eben nicht mehr kann und darf. "Da geht es auch um Existenzen", sagt Kleber. Plaudert man dann ein wenig mit ihm über die aktuelle Situation, dann kann man auch mal Sätze hören, die man bis dahin in dieser Wortwahl noch nicht gehört hat von Maximilian Kleber. Ja, er kann sogar ein bisschen fluchen. Auch, weil ihn die Folgen der Coronavirus-Pandemie traurig machen und ärgern. Seine Familie wollte ihn dieser Tage besuchen kommen. Die Flüge waren schon gebucht. Das Einreiseverbot verhindert das Wiedersehen nun erst mal.

Summa summarum: "Eine absolute Scheiß-Situation gerade", sagt Maximilian Kleber.

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