Basketball: Bundesliga, NBA

Corona legt den Basketball lahm - wie die Baskets reagieren

Sowohl die Bundesliga als auch die NBA und die internationalen Wettbewerbe sind auf Eis gelegt. Ob und wie es weitergeht, weiß derzeit niemand. Eine Übersicht.
Blick in die Basketball-Halle in Oklahoma, wo die Partie der City Thunder gegen die Utah Jazz kurz vor dem Sprungball abgesagt wurde, weil Utahs Rudy Gobert positiv auf das Coronavirus getestet wurde.
Blick in die Basketball-Halle in Oklahoma, wo die Partie der City Thunder gegen die Utah Jazz kurz vor dem Sprungball abgesagt wurde, weil Utahs Rudy Gobert positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Foto: Paul Kitagaki Jr.

"Das ist verrückt, das kann nicht wahr sein. Das scheint aus einem Film zu sein, nicht aus der Realität." Mark Cuban fand die Worte und sprach das aus, was derzeit viele Menschen rund um den Globus wahrscheinlich denken. Nicht nur Sportler und Funktionäre. Der Besitzer der Dallas Mavericks, des Klubs, bei dem auch der aus Würzburg stammende Basketballprofi Maximilian Kleber unter Vertrag steht, formulierte seine Ungläubigkeit nach der auf unbestimmte Zeit vorerst letzten Partie in der NBA, Dallas hatte die Denver Nuggets mit 113:97 bezwungen, und die Nachricht, dass die stärkste Liga der Welt wegen der Coronavirus-Pandemie und des positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Spielers Rudy Gobert von den Utah Jazz ihren Spielbetrieb bis auf Weiteres einstellt, wurde publik, als am Mittwochabend (Ortszeit) in Dallas gerade das dritte Viertel lief.

Am Donnerstagmittag europäischer Zeit folgten dem Beispiel dann der Basketball-Weltverband Fiba, der die Champions League und den Europe Cup, in dem sich am Mittwochabend medi Bayreuth vor leeren Rängen fürs Halbfinale qualifiziert hatte, aussetzte und wenig später die Euroleague, die sämtliche Begegnungen in der Königsklasse und im Eurocup strich. Nur logisch und konsequent also, dass auch die Basketball-Bundesliga (BBL) auf einer dreistündigen Krisensitzung am Donnerstag in Stuttgart mit den 17 Klubs einstimmig beschloss, den Spielbetrieb ab sofort bis auf Weiteres auszusetzen. Ziel der Liga bleibe es, so eine BBL-Mitteilung, die Saison zu einem späteren Zeitpunkt noch geordnet zu Ende spielen zu können. Anders als im Eishockey, wo die geschlossene Gesellschaft DEL am Dienstag ihre Saison für beendet erklärt und die Play-offs abgesagt hatte, wurde die Spielzeit bei den Basketballern also noch nicht komplett abgesagt. Innerhalb der nächsten 14 Tage wollen die Bundesligaklubs und Liga-Präsidium sowie -Geschäftsführung erneut zusammenkommen, um "die dann aktuelle Lage" zu sondieren und über "mögliche Szenarien und Handlungsoptionen" zu entscheiden.

Maximilian Kleber (rechts) nahm teil am auf unbestimmte Zeit letzten NBA-Spiel, das Dallas gewann.
Maximilian Kleber (rechts) nahm teil am auf unbestimmte Zeit letzten NBA-Spiel, das Dallas gewann. Foto: Lm Otero
"Die Gesundheit von Spielern und Fans sowie der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, steht über allem."
Steffen Liebler, Geschäftsführer s.Oliver Würzburg

Heißt also auch: Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg wird am Samstagabend nicht gegen die EWE Baskets Oldenburg spielen. Für die Baskets bedeutet dies nun sozusagen die - nach drei spielplanbedingten - vierte Zwangspause in dieser Runde. "Wir stehen voll hinter dieser Entscheidung", sagte Baskets-Geschäftsführer Steffen Liebler am Donnerstagnachmittag auf Anfrage dieser Redaktion. "Die Gesundheit von Spielern und  Fans sowie der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, steht über allem", betonte Liebler. Da die Liga die Partien vorerst nicht abgesagt hat, sondern den Spielbetrieb nur unterbrochen hat,  behalten alle Eintrittskarten erst einmal ihre Gültigkeit.

Baskets-Geschäftsführer Steffen Liebler will nun alles auf den Prüfstand stellen.
Baskets-Geschäftsführer Steffen Liebler will nun alles auf den Prüfstand stellen. Foto: Heiko Becker

Der Verein, so Liebler, wird nun "so ziemlich alles überprüfen. Wir haben viele Hausaufgaben vor uns". Dazu gehört auch, die Möglichkeit nach Kurzarbeit zu erörtern, da die Verträge von Spielern und Betreuerstab natürlich vorerst weiterlaufen. Am Freitagvormittag wird Liebler Spieler, Trainer und Betreuer über das weitere Vorgehen informieren. Trainer Denis Wucherer hat der Mannschaft übers Wochenende erst einmal trainingsfrei gegeben und sagt: "Kommenden Montag werden wir dann über eine Regelung bezüglich des Trainingsbetriebs entscheiden, abhängig unter anderem auch von der Wahrscheinlichkeit, ob diese Saison überhaupt noch einmal gespielt wird und wie wir insgesamt unserer gesellschaftlichen Pflicht und Verantwortung nachkommen können."

Die Zukunft der Bundesliga steht auf dem Spiel

Natürlich ähnelt es zum aktuellen Zeitpunkt Kaffeesatzleserei - aber die Zuversicht, dass in dieser Spielzeit noch einmal Körbe geworfen werden, erscheint doch arg trübe, weil das Virus allen Expertenprognosen zufolge sich kaum in zwei oder vier Wochen verflüchtigen wird. "Ein sofortiges Ende der Saison war für die Klubs kein Thema, andererseits ist die Aussetzung des Wettbewerbs sinnvoll, um auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden", sagte Münchens Geschäftsführer Marko Pesic.

Hintergrund ist freilich auch: Die Basketballer sind viel mehr auf Zuschauereinnahmen angewiesen als beispielsweise Profifußballvereine der ersten und zweiten Liga, deren Etats sich vor allem durch TV-Einnahmen speisen. Ein vorzeitiges Saisonaus bei noch mindestens elf ausstehenden Hauptrunden-Partien (dabei übern Daumen gepeilt bei den meisten die Hälfte Heimspiele) hätte für die absolute Mehrheit der Klubs dramatische Folgen und bedrohte die Existenz der meisten Vereine. Geisterspiele vor leeren Rängen sind deshalb für die Basketballer über einen längeren Zeitraum bestimmt keine Alternative. In den nächsten Wochen steht also auch die Zukunft der Bundesliga auf dem Spiel. Und das ist nicht aus einem Film, sondern die nackte Realität.

Rückblick

  1. Baskets melden Farmteam aus der ProB ab
  2. Buhlen BBL-Klubs um Baskets-Spieler?
  3. Baskets: "Im Herzen sind wir Achter"
  4. Baskets: Die Entscheidung ist zumindest nachvollziehbar
  5. Für die Baskets ist die Saison beendet
  6. s.Oliver: Saisonende nach spanischem Vorbild?
  7. Gipfeltreffen in schwierigen Zeiten
  8. Nowitzki und die jungen Wilden: Corona sorgt für Wiedersehen
  9. Würzburger Sport-Gipfel im Internet
  10. Basketball-Saionabschluss mit Geisterspielen?
  11. Trotz Corona: Frohe Kunde bei den Würzburger Baskets
  12. s.Oliver Würzburg: Basketball-Bundesliga bis Ende April ausgesetzt
  13. Corona: Wie die Baskets überleben wollen
  14. Stehen bei den Baskets die US-Spieler vor dem Absprung?
  15. Corona: Die Baskets in freiwilliger Quarantäne
  16. Corona legt den Basketball lahm - wie die Baskets reagieren
  17. Coronavirus: Spiele der Baskets fallen bis auf Weiteres aus
  18. Wegen Corona: Play-off-Spiel der kleinen Baskets fällt aus
  19. Denis Wucherer: Wohltuend unaufgeregt
  20. Die Würzburger Baskets verlieren nach freudiger Kunde
  21. Der Krieger der Baskets
  22. Fünf Fakten zu Baskets-Gegner Brose Bamberg
  23. Die Play-off-Chancen der "kleinen Baskets"
  24. Die Baskets auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur
  25. Baskets-Farmteam: Letztes Heimspiel vor den Play-offs
  26. Baskets-Spielmacher Skyler Bowlin als Prophet
  27. Eine Option für die Zukunft der Baskets
  28. Wie Joshua Obiesie sein Länderspiel-Debüt erlebte
  29. Baskets-Talent Joshua Obiesie vor erstem Länderspiel
  30. Wie der Kapitän die Baskets aus der Krise führen will
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  37. Liveticker: Die Baskets trainieren in Valencia
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  39. Würzburger Baskets geraten unter die Räder
  40. Würzburger Baskets: Der Kapitän ist wieder an Bord
  41. Starting5: Fünf Fakten zu medi Bayreuth
  42. Wie sehr den Baskets ihr Kapitän fehlt
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  44. Würzburgs Basketball-Talent Obiesie hofft auf sein erstes Länderspiel
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