HANDBALL: BAYERNLIGA

Daniel Boldt: Ein Urgestein nimmt endgültig Abschied

Handball, Bayernliga, DJK Waldbüttelbrunn - TSV Friedberg
Sie nehmen Abschied beim Handball-Bayernligisten DJK Waldbüttelbrunn: Co-Trainer Daniel Boldt (links) und Kapitän Manuel Feitz. Foto: Heiko Becker

Bayernliga Männer
DJK Waldbüttelbrunn – HSC Bad Neustadt
(Samstag, 20 Uhr, Ballsporthalle)

Am Samstag heißt es für Daniel Boldt Abschied nehmen. Das Waldbüttelbrunner Urgestein beendet nach rund 20 Jahren im Dienste der DJK Waldbüttelbrunn seine Karriere auf und neben dem Feld. „Das meiste, was ich derzeit verspüre“, sagt der Noch-Co-Trainer kurz vor dem letzten Spiel, „ist Dankbarkeit gegenüber dem Verein.“

Unter Manfred Wirth in die erste Mannschaft

Als Jugendlicher kam der gebürtige Berliner um die Jahrtausendwende über Höchberg in den Nachbarort. Dort holte ihn der langjährige DJK-Trainer Manfred Wirth in die erste Mannschaft. „So konnte ich mir nach dem Bayernliga-Aufstieg auch ein Stück weit mein Studium finanzieren“, sagt Boldt rückblickend. Noch ehe der Rechtsaußen richtig durchstarten konnte, riss er sich allerdings das Kreuzband. „Danach wollte ich ein Jahr lang vom Handball nichts wissen. Doch die DJK hat mir alle Zeit der Welt gegeben.“

Mannschaftsführer und Publikumsliebling

Der heutige stellvertretende Verwaltungsleiter der Senioreneinrichtungen des Landkreises Würzburg meldete sich zurück – und erlebte mit den Sumpflern in der Folge alle Höhen und Tiefen. „Schnell habe ich ein Faible für die Abwehrarbeit entwickelt“, so Boldt, der alsbald zum Mannschaftsführer und Publikumsliebling avancierte. Zwei Bayernliga-Aufstiege (2002/2012) hat er mitgemacht, einen Abstieg (2010) und zwei Vizemeisterschaften (2014/2015), der am Samstag im Saisonfinale noch eine dritte folgen könnte. Nur der Drittliga-Aufstieg gelang in mehreren Anläufen nicht.

Was Boldt wohl empfinden würde, wenn es 2020 ohne ihn damit klappen sollte? „Ich würde mich wahnsinnig mit den Jungs freuen“, betont der 38-Jährige. Schon 2015 hat er offiziell seine Karriere beendet. Doch bereits ein halbes Jahr später kam der Anruf von DJK-Sportvorstand Winfried Körner, ob er denn nach der Trennung von Karoly Kovacs das Traineramt interimsmäßig für die Rückrunde übernehmen könne. Boldt sprang ein – und blieb wieder. Zuletzt war er drei Jahre lang Co-Trainer von Dusan Suchy. Wenn Not am Mann war, schnürte er auch noch selbst die Schuhe. Mehr Hingabe für einen Verein geht kaum. Nach dem Heimspiel gegen den HSC Bad Neustadt soll endgültig Schluss sein. Der Job und vor allem die Familie mit zwei kleinen Kindern fordern künftig seine ganze Aufmerksamkeit.

Bouldern statt Handball

„Einen Handball werde ich so schnell nicht mehr in die Hand nehmen. Die Entscheidung ist lange und reiflich überlegt. Es ist für mich genau der richtige Zeitpunkt“, berichtet der Linkshänder. Eine neue Sportart hat er auch schon für sich entdeckt. „Seit einigen Monaten bin ich regelmäßig beim Bouldern. Das Klettern fasziniert mich“, sagt Boldt und wirkt dabei mit sich im Reinen.

Daran ändert auch nichts, dass sie bei der DJK Waldbüttelbrunn (2./36:14) bis zum Beginn der Rückrunde davon geträumt haben, im letzten Spiel gegen den HSC Bad Neustadt (1./49:1) ein Endspiel um den Titel zu haben. Tatsächlich geht es für die Sumpfler im Fernduell mit dem VfL Günzburg (3./35:15, in Friedberg) „nur“ noch um die Vizemeisterschaft – und darum, dem Meister die erste Saisonniederlage zuzufügen. Auch den Nimbus der besten Abwehr in der Liga können sie noch erreichen.

Auch Kapitän Manuel Feitz hört auf

Allerdings stehen auch noch weitere Abschiede an. Am Maifeiertag gab der Verein bekannt, dass neben Boldt, Bastian Demel und Luka Orsolic auch Kapitän Manuel Feitz nach sieben Jahren von Bord geht. Der angehende Lehrer hatte zuletzt häufiger mit Verletzungen zu kämpfen. „Er hinterlässt eine große sportliche wie menschliche Lücke in der Mannschaft, die nur schwer zu schließen ist. Für mich persönlich war und ist seine offene und ehrliche Art eine große Bereicherung gewesen“, wird DJK-Sportvorstand Winfried Körner in einer Vereinsmitteilung zitiert. Der 30-Jährige Feitz erklärt darin selbst: „Noch kann ich all die Dinge machen, die mir außerhalb des Handballs sehr viel Freude bereiten - und das ohne Schmerzen. Außerdem habe ich immer gesagt, dass ich aufhöre, wenn ich ein gewisses Niveau nicht mehr halten kann.“

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