Basketball: Bundesliga

Das Lazarett der Baskets

Baskets-Hoffnungsträger Nils Haßfurther (rechts, im Zweikampf mit dem ehemaligen Würzburger Joshiko Saibou in der Vorbereitungspartie gegen die Telekom Baskets Bonn in Bad Honnef) hat sich im Trainingslager in Bormio verletzt. Foto: Heiko Becker

In der vergangenen Spielzeit ereilte es ihn vor allem hinten raus - und über die Sommerpause blieb das Verletzungspech ihm hold: Das Lazarett von Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg ist nach vier Wochen Vorbereitung gut besucht. "Gesundheitstechnisch läuft es gerade nicht ganz optimal", meint Baskets-Trainer Denis Wucherer in seiner lakonisch-süffisanten Art, ehe er ernsthaft hinterherschiebt: "Die vielen Verletzten tun uns natürlich ein bisschen weh. Letzte Saison hat es uns am Ende erwischt, diesmal halt vor der Saison. Wenn wir dann während der Runde verletzungsfrei bleiben, gefällt uns das natürlich besser." Wucherer ist jedoch guter Dinge, dass zumindest die meisten der Maladen bis zum Saisonstart am 26. September in Oldenburg und beim Pokal-Achtelfinale zwei Tage später bei Alba Berlin wieder an Bord sein können.

Neben Lis Shoshi, dem Center der kosovarischen Nationalmannschaft, der sich so schwer an der Schulter verletzt hatte, dass er mehrere Monate außer Gefecht sein wird und seine geplante Verpflichtung erst gar nicht zustande kam (für ihn holten die Baskets Luke Fischer) hat William Sheehey eine Krankschreibung bekommen. Der 27-jährige Amerikaner musste an der Leiste operiert werden, weshalb er bis heute an der Vorbereitung nicht wirklich teilnehmen konnte und derzeit versucht, mit sozusagen einer individuellen Trainings-Reha, den Anschluss zu finden. Als Ersatz statteten die Würzburger seinen US-Landsmann Noah Allen (24) mit einem Zweimonatsvertrag aus, der eine Verlängerungsoption enthält. Ob die Baskets mit einem der beiden Amerikaner, mit beiden oder mit keinem der beiden in die Saison gehen, ist derzeit noch offen.

Nun ist auch noch Nils Haßfurther verletzt

Beim "Gezeitenhaus Cup" direkt vor dem Trainingslager hatte sich dann Florian Koch zwei Bänder im Sprunggelenk gerissen. Der 27-Jährige reiste zwar wie Sheehey mit nach Bormio, konnte dort aber ebenfalls lediglich an seiner Wiedergenesung arbeiten und nicht wirklich trainieren. In der Lombardei dann knickte im zweiten Testspiel gegen den russischen VTB-United League-Teilnehmer BK Jennissei Krasnojarsk (das erste verloren die Baskets 87:104, das zweite gewannen sie 79:75) auch noch Nils Haßfurther um. Weshalb der 20-Jährige nach der montäglichen Rückkehr aus Italien am Dienstag beim Doktor vorstellig wurde. Eine genau Diagnose stand noch aus. Und im letzten Testspiel zum Abschluss des Trainingslagers  am Sonntagabend, das die Baskets gegen den Schweizer Erstligisten Lugano Tigers 74:68 gewannen, hat sich auch noch Skyler Bowlin am Fuß verletzt - aber offenbar nicht sehr schwer, weil er am Dienstagvormittag im Trainingszentrum schon wieder auf die Körbe warf.

Bei der offiziellen Saisoneröffnung an diesem Donnerstag, 12. September, mit dem Testspiel gegen Darussafaka Tekfen Istanbul (18 Uhr, s.Oliver Arena) wird Wucherer auf die Verletzten wohl verzichten müssen. "Einen interessanten Test" nennt er die Begegnung, in der "wir uns einigermaßen aus der Affäre ziehen wollen". Die Türken spielten als Eurocup-Sieger von 2018 vergangene Saison Euroleague - allerdings nicht sonderlich erfolgreich: Mit gerade einmal fünf Siegen in 30 Partien der Basketball-Königsklasse belegte Darussafaka den 16. und letzten Rang nach der Hauptrunde. In dieser Spielzeit treten die Türken wieder im Eurocup an.

Ein Gast kennt die Würzburger Halle

Den türkischen Meister von 1961 und '62 darf man freilich dennoch ungestraft als aktuellen europäischen Topklub bezeichnen, und es ist keineswegs selbstverständlich, dass ein derartiges internationales Schwergewicht in Würzburg testet. Zupass kommt den Baskets dabei eine Vorbereitungstour von Darussafaka durch Europa, die den Klub vergangene Woche für drei Partien ins serbische Belgrad führte, der Begegnung in Würzburg folgt am Wochenende der "Actic Cup" in Bayreuth (wo es am Samstag gegen den dortigen Bundesligisten geht, am Sonntag dann entweder gegen Brose Bamberg oder die Riesen Ludwigsburg), ehe sie nach einem weiteren Turnier in der Heimat am letzten September-Wochenende in die neue Saison starten. Zumindest einer der Gäste kennt die Würzburger Halle bereits: Mahir Agva, 23-jähriger hierzulande geborener türkischer Center, spielte bislang ausschließlich in Deutschland, in Tübingen, Frankfurt und zuletzt Gießen.

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