FUTSAL

Der ETSV Würzburg jubelt über den Kreismeistertitel

Der Kreisligist gewinnt ohne etatmäßigen Torwart das Hallenfinale gegen Vorjahressieger TSV Rottendorf, der aber ebenso das Ticket zur Bezirksendrunde löst.
Kreismeister in der Halle – der ETSV Würzburg: (hinten von links) Trainer Pascal Bauer, Trainer Oliver Ziegler, Cem Kartal, Tobias Erhart, Daniel Zschalig, David Riepel, Marco Burkard, Kreisspielleiter Marco Göbet, (vorne von links) Moritz Wagenhäuser, Johannes Geissler, Stefan Kunze, Maximillian Plutka, Markus Konrad und Stefan Pfautsch. Foto: Heiko Becker

Premiere bei der Futsalkreismeisterschaft: Zum ersten Mal konnte sich der ETSV Würzburg den Titel sichern. Beim am Samstag in der Rottendorfer Erasmus-Neustetter-Halle ausgetragenen Turnier setzte sich der ETSV im Finale mit 2:0 gegen den Ausrichter durch. "Damit hätte ich nie gerechnet", so ETSV-Trainer Oliver Ziegler.

ETSV: souveräner Auftritt trotz Torwartproblems

Denn tatsächlich hatte der Tag der späteren Kreismeisters alles andere als vielversprechend begonnen, stand die Mannschaft nach einer Kombination aus Erkrankungen und Absagen doch vor Turnierbeginn ohne Torhüter da. Improvisationsgeschick war also gefragt – am Ende musste Markus Konrad, nominell Innenverteidiger beim Kreisligisten, zwischen den Pfosten aushelfen. "Er hat seine Sache heute sehr ordentlich gemacht", lobte Ziegler den Auftritt seines Innenverteidigers in ungewohnter Rolle im Anschluss an den Finalsieg gegen den TSV Rottendorf. Dem vorangegangen waren der Gruppensieg ohne Niederlage und ein souveränes 4:0 im Halbfinale gegen die SG Burggrumbach/Erbshausen/Hausen.

Die "doppelte Motivation" des TSV Rottendorf

Ähnlich souverän marschierte der Finalgegner aus Rottendorf durch die Gruppenphase, angetrieben durch eine "doppelte Motivation": Der TSV fungierte bei der Kreismeisterschaft nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Titelverteidiger. "Natürlich haben wir da den Anspruch, uns in eigener Halle gut zu präsentieren", so U-19-Coach Jens Eiring, der Chefcoach Martin Lang für das Turnier vertrat.

Entsprechend selbstbewusst trat der Bezirksligist auch auf und marschierte mit vier Siegen durch die Gruppenphase. Im Halbfinale erwies sich jedoch in einer durchaus ruppig geführten Partie der TSV Retzbach fast als Stolperstein. Erst im Sechsmeterschießen (5:4) setzte sich der Titelverteidiger durch, bevor man im Endspiel dem ETSV unterlag. Folgt beim TSV aus der "doppelten Motivation" nun also doppelte Enttäuschung, da man in der eigenen Halle nicht ganz an den Vorjahreserfolg anknüpfen konnte? Jens Eiring: "Das nicht. Es schade, dass es nicht mit dem erneuten Sieg geklappt hat, aber das Wichtigste war uns, dass die Jungs motiviert sind und Spaß haben. Beides war heute gegeben."

Retzbacher wie in einer Achterbahn

Ohnehin ist die Hallensaison noch nicht zu Ende: Die beiden Finalteilnehmer sind ebenso wie der Drittplatzierte aus Retzbach (2:1 im "kleinen Finale" gegen Burggrumbach/Erbshausen/Hausen) für die Bezirksmeisterschaft am Sonntag, 19. Januar, in Rimpar qualifiziert. "Die Jungs waren sehr zufrieden", sagte Retzbachs Sportleiter Stefan Zull nach Turnierende und sprach von einer "Energieleistung" seines Teams. Das hatte sich durch einen 3:1-Sieg im letzten Gruppenspiel über Landesligist TG Höchberg gerade noch die Teilnahme fürs Halbfinale gesichert, wo der TSV den Rottendorfern im Sechsmeterschießen unterlag. Doch schließlich lösten die Kicker aus dem Weinort durch den Sieg im Spiel um Platz drei das Ticket nach Rimpar.

Würzburger FV, Lengfeld und Höchberg draußen

Nicht dabei sind dort die höherklassigeren Vertreter aus dem Fußballkreis Würzburg: Für den Bayernligisten Würzburger FV war ebenso wie die beiden Landesligisten TSV Lengfeld und TG Höchberg bereits nach der Gruppenphase Schluss. Während die Lengfelder mit ihrer Reservemannschaft antraten, ging Höchberg mit einer Landesligamannschaft und entsprechender Zielsetzung ins Turnier: "Unser Anspruch war es, Erster zu werden, meine Spieler waren sehr motiviert. Dass wir bereits in der Vorrunde unglücklich ausgeschieden sind, ist auf jeden Fall enttäuschend", so Tobias Riedner, der in Vertretung von Trainer Thomas Kaiser das Team betreute. Im letzten Gruppenspiel gegen Retzbach hätte den "Kracken" ein Remis zum Weiterkommen gereicht, stattdessen setzte es eine 1:3-Niederlage gegen den TSV.

Vorentscheidende Szene im Endspiel: Moritz Wagenhäuser (rechts) vom ETSV Würzburg vor seinem Treffer zum 2:0. Rottendorfs Torwart Peter Trappschuh ist dabei chancenlos. Foto: Heiko Becker

Auch der WFV verspielte in der letzten Vorrundenpartie das Weiterkommen: Gegen die von Ex-WFV-Spieler Dominik Hochrein trainierte SG Burggrumbach/Erbshausen/Hausen unterlag man mit 2:3. "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben, wir haben zu viele unnötige Fehler gemacht. Aber natürlich sind die anderen Mannschaften gegen die höherklassigeren Vereine nochmal besonders motiviert", erklärt Co-Trainer Marco Scheder, der Berthold Göbel auf der Trainerbank vertrat, das "Favoritensterben" in Rottendorf. So war es am Ende der ETSV, der am Ende den Pokal und die 300 Euro Preisgeld in Empfang nehmen durfte. "Wir hatten einfach einen Lauf. Ich glaube, am Ende haben wir hochverdient gewonnen", zieht Coach Ziegler Resümee.

Ergebnisse

Vorrunde, Gruppe A: 1. TSV Rottendorf 12 Punkte/11:2, 2. SG Burggrumbach/Erbshausen/Hausen 6/4:6, 3. Würzburger FV 6/7:6, 4. SV Kleinochsenfurt 4/5:9, 5. TSV Lengfeld 1/4:8.

Gruppe B: 1. ETSV Würzburg 8/9:4, 2. TSV Retzbach 7/9:4, 3. TG Höchberg 7/9:6, 4. SV Bergtheim 4/2:6, 5. TSV Erlabrunn 1/4:13.

Halbfinale: ETSV – Burggrumbach 4:0, Rottendorf – Retzbach 5:4 (1:1), nach Sechsmeterschießen.

Spiel um Platz 3: Retzbach – Burggrumbach 2:1.

Finale: Rottendorf – ETSV 0:2.

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