Hallenhockey: Oberliga

Der HTCW ist dem Aufstieg nahe

Im Spitzenspiel behauptet: Der HTC Würzburg (rechts Lukas Gövert) setzte sich im Gipfeltreffen gegen den ESV München (links Kornelius Wichmann) durch und hat den Regionalliga-Aufsteig dicht vor Augen.
Im Spitzenspiel behauptet: Der HTC Würzburg (rechts Lukas Gövert) setzte sich im Gipfeltreffen gegen den ESV München (links Kornelius Wichmann) durch und hat den Regionalliga-Aufsteig dicht vor Augen. Foto: Frank Scheuring

Hallenhockey

Oberliga Bayern Männer

HTC Würzburg – ESV München 5:3  
Münchner SC 2 – Nürnberger HTC 2 5:0  

1. (1.) HTC Würzburg 8 6 1 1 57 : 36 19  
2. (2.) ESV München 8 5 1 2 58 : 46 16  
3. (3.) Nürnberger HTC 2 7 3 2 2 40 : 34 11  
4. (4.) Münchner SC 2 9 3 2 4 57 : 60 11  
5. (5.) HC Wacker München 8 1 3 4 55 : 54 6  
6. (6.) Bayreuther TS 8 1 1 6 31 : 68 4  

HTC Würzburg – ESV München 5:3 (2:3)

Die Hockey-Mannschaft des HTC Würzburg um ihren Trainer Sascha Heinrich steht kurz vor der Meisterschaft in der Oberliga. Nach dem 5:3 (2:3)-Erfolg gegen den punktgleichen Verfolger vom ESV München ist der Aufstieg in die Regionalliga zwei Spieltage vor Rundenschluss zum Greifen nahe.

Es gibt sie also noch: Die Sportarten, bei denen Geld nicht der Mittelpunkt des Universums darstellt, bei denen hässliche Turnmatten und keine Werbebanner an den Wänden hängen, bei denen kein Kassier, sondern eine leere Kaffeekanne am Eingang steht; und bei denen keine Bockwurst gereicht wird, dafür das Bier selbst mitgebracht werden darf – und muss.

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HTC Würzburg - ESV München

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Hallen-Hockey – Oberliga: Hier steht der Sport , der im schummrigen Licht einer Gymnasial-Turnhalle ausgetragen wird, noch im Mittelpunkt. Das Klacken der Schläger beim Auftreffen des Balles erinnert ein wenig an die Zuggeräusche beim Überfahren von Gleisverbindungen. Es sind nicht die Klänge eines Bummelzuges, sondern die eines Hochgeschwindigkeitsexpresses. Denn es geht rasant zu im Spitzenspiel zwischen dem HTC Würzburg und dem ESV München. Die angespielten Teamkollegen kommen selten zu spät.

Dass beide Trainer später von einer sehr von Taktik geprägten Partie sprechen, liegt an den meist aufmerksamen Abwehrreihen nebst Torhüter, die für Hallenhockey-Verhältnisse nur wenige Tore zuließen. „Wir haben über weite Strecken das Spiel gemacht, unsere wenigen guten Torchancen aber nicht genutzt“, konstatiert Gäste-Trainer Sven Schaefer nach der 3:5-Niederlage im Spitzenspiel. Insgesamt habe sein Team zu viele Fehler gemacht und sei dafür in der kurzen Halle gnadenlos ausgekontert worden. Das Würzburger Hallenproblem macht auch vor dem Hockey nicht Halt. Der HTC trägt seine Heimspiele mit einer Sondergenehmigung aus. „Das ist für uns natürlich kein Nachteil. Dennoch wäre uns eine größere Halle lieber“, sagt Sascha Heinrich. Der Neu-Würzburger, auf den man beim HTC große Stücke setzt, soll in der Jugendarbeit neue Maßstäbe setzen und auch die Männer weiter nach vorne bringen. „Im Sommer auf dem Feld sind wir in der Regionalliga noch knapp am Aufstieg gescheitert. Jetzt haben wir die Meisterschaft in der Halle als Oberliga-Aufsteiger dicht vor Augen, auch wenn es noch ein hartes Stück Arbeit wird“, sagt Heinrich, der als Hockey-Trainer in den größten deutschen Städten Berlin, Hamburg und München Erfahrungen gesammelt und unter anderem ein Frauen-Bundesligateam gecoacht hat.

Spannung bis zum Ende

Die Chemie scheint zu stimmen. Die junge HTC-Mannschaft ist jedenfalls sehr wissbegierig. Nach dem umjubelten und knappen Erfolg gegen das Team aus der Landeshauptstadt nötigen sie ihren Trainer beinahe zur obligatorischen Schlussbetrachtung in der Kabine. Auch Julian Bleibaum wollte unbedingt dabei sein, auch wenn der HTC-Kapitän derzeit verletzt und zum Zuschauen verdammt ist. Sein Bruder Philip hat seine Sache aber auch nicht schlecht gemacht und ist mit drei Treffern und einer Tor-Vorlage der Spieler des Nachmittags. Bis in die Schlussphase hinein war das Gipfeltreffen völlig offen, ehe die Würzburger zwei fast identische Tore erzielten.

„Wir konnten bis zum Ende ein hohes Tempo gehen, während der Gegner etwas abgebaut hat“, kommentiert Heinrich. Er und die rund 100 Zuschauer mussten lange zittern. Zur Halbzeit hatte es noch 2:3 aus Würzburger Sicht gestanden. Die Münchener waren Sekunden vor der Pause zum Führungstreffer gekommen, was Heinrich auch nachdenklich werden lässt: „Wir müssen noch lernen, das Tempo zu variieren und taktisch cleverer zu spielen.“

Der Endstand auf der Hallenanzeige legt nahe, dass den Würzburgern ihre Unerfahrenheit schlussendlich zum Verhängnis wurde. Dort steht eine „Fünf“ bei den Gästen und eine „Drei“ auf Seiten der Heim-Mannschaft. Im Hockey geht es eben etwas anders zu als bei manch anderen Sportarten.

Die Statistik zum Spiel

HTC Würzburg – ESV München 5:3 (2:3)

Würzburg: Max Bärtlein – Philip Bleibaum, Christian Hofmann, Dominik Lehrieder, Philip Begau, Daniel Zehmisch, Uwe Steinbach, Daniel Weißenfels, Manuel Oechslen, Lukas Gövert, Johann Gorris. München: Jan Dutere – Christian Lidgens, Cornelius Wichmann, Bodo Lemhuis, Bastian Wastlhuber, Julian Beer, Markus Gschoßmann, Philipp Pöhlmann, Max Wasserthal. Tore: 1:0 P. Bleibaum (2.), 1:1 Wasserthal (5.), 2:1 Gorris (18.), 2:2 Lidgens (23.), 2:3 Wasserthal (30.), 3:3 P. Bleibaum (36.), 4:3 Gövert (54.), 5:3 P. Bleibaum (58.). Strafecken: 3:2. Zuschauer: 100.

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