Fußball: Bayernliga

Der WFV und seine Bank-Probleme

Warum den Zellerauern beim letzten Bayernliga-Spiel vor der Winterpause so viele Spieler fehlen und der Trainer nicht an der Seitenlinie steht.
Sah bei der Partie gegen die SpVgg Bayern Hof erst Gelb, dann Rot: WFV-Trainer Berthold Göbel (rechts). Foto: Heiko Becker

Fußball: Bayernliga
SC Eltersdorf – Würzburger FV
(Freitag, 19 Uhr)

In Trainerkreisen ist es üblich, dass man vor Spielen ausgiebig über den eigentlich immer zu kleinen eigenen Kader jammert. Da werden – gefühlt – alle Fußballer aufgezählt, die auch nur einen Kratzer haben, um die Erwartungshaltung bloß nicht zu hoch werden zu lassen und um auf keinen Fall in die Favoritenrolle zu kommen.

Vor dem an diesem Freitagabend anstehenden Auswärtsspiel gegen Eltersdorf aber gibt es beim Würzburger FV, das muss man zugeben, allen Grund für gedämpfte Erwartungen. Nicht nur, dass Tim Lorenz, Paul Obrusnik, Stefan Wasser, Mortiz Lotzen, Erik Schnell-Kretschmer und sogar Physiotherapeutin Eva Wenzlik mit der Würzburger Uni-Mannschaft bei der WM in China sind. Es ist auch unklar, ob die angeschlagenen Spieler David Drösler (muskuläre Probleme) und Jason Tuda (Zerrung), der sich schon im Spiel gegen den TSV Karlburg verletzt hatte, spielen können. Quasi als krönender Abschluss fehlen den Zellerauern der Rot gesperrte Dennie Michel und Trainer Berthold Göbel. Der Übungsleiter war, nachdem er in der Partie gegen Hof eine Bierbank in der Wechselzone umgetreten hatte, vom Schiedsrichter ebenfalls mit der Roten Karte bedacht und hinter die Bande geschickt worden. Nun ist er für eine Partie gesperrt, was bedeutete, dass er das Spiel in Eltersdorf wohl vom Sportheim aus verfolgen wird, während sein Co-Trainer Marco Scheder die Mannschaft anleitet.

In der Partie gegen Hof musste Berthold Göbel hinter die Bande, in Eltersdorf darf der Trainer des WFV erst gar nicht aufs Gelände. Foto: Heiko Becker

"Irgendwie werden wir schon elf Mann zusammen bringen", scherzt Göbel im Gespräch mit dieser Redaktion. Man fülle den Kader eben mit Jugendspielern auf: "Die dürfen auch mal reinschnuppern." Bei den Blauen ist Max Reinders, der längere Zeit wegen eines Praktikums außerhalb von Würzburg nicht zur Verfügung stand, zurück im Training. So oder so wird die Begegnung im Erlanger Stadtteil zur Herausforderung werden. Der SC gilt als Augstiegsfavorit, steht momentan mit 45 Punkten auf Rang drei der Tabelle und könnte mit einem Sieg gegen die Zellerauer an Vilzing und Seligenporten (je 47 Zähler) vorbeiziehen – oder zumindest den Anschluss an die Spitze halten. Dementsprechend engagiert dürfte das Team des ehemaligen Profis Bernd Eigner, der aus dem Landkreis Haßberge stammt, zu Werke gehen. Die Blauen, die schon im Hinspiel mit 0:4 unterlagen, hoffen auf einen guten Tag und werden trotz der personellen Schwächung auf ihr inzwischen bewährtes 3-5-2-System setzen. Und ein Gutes hat die Sache immerhin, wie es WFV-Vorsitzender Roland Metz formuliert: "Wir können bei den Voraussetzungen eigentlich nur positiv überraschen."

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