HANDBALL: BAYERNLIGA

Der Waldbüttelbrunner Zug soll an Fahrt aufnehmen

Nach ihrer jüngsten Remis-Serie gewinnen die Sumpfler mit 29:24 gegen den TSV Friedberg. Warum die Gäste-Trainerin nicht nur für helle Mienen sorgt.
Humba, Humba, Täterä: Waldbüttelbrunns Rückraumshooter Yannick Bardina (links) feiert mit seiner Mannschaft und den Fans den 29:24-Sieg über den TSV Friedberg. Foto: Jörg Rieger

Bayernliga, Männer
DJK Waldbüttelbrunn – TSV Friedberg 29:24 (12:13)

Frauen sind unter Männern an der Seitenline selten, vor allem in rauen Sportarten wie Handball oder Fußball. Insoweit ist Christina Seidel, neue Trainerin des Bayernligisten TSV Friedberg, eine abwechslungsreiche Erscheinung – und eine erfrischende noch dazu. Obwohl die Herzogstädter mit dem 24:29 (13:12) in Waldbüttelbrunn ihre dritte Pleite in den letzten vier Spielen kassierten, war Seidel hernach nicht negativ gestimmt: "Das war heute alles in allem ein guter Auftritt von uns."

Friedberger Trainerin erklärt Sumpfler zum Titelfavoriten

Mit dem Abstiegskampf habe man sich noch nicht beschäftigt, so Seidel auf Nachfrage. Die Blondine mit den langen gewellten Haaren wurde mit ihrer Mannschaft am Samstagabend auch bei den Sumpflern freundlich empfangen. Doch hinter vorgehaltener Hand ärgerte man sich ein wenig, dass die vormalige Verbandstrainerin die Waldbüttelbrunner als großen Meisterfavorit ansieht – und im Vorfeld ihre Friedberger in diesem Duell als krassen Außenseiter kleinmachte. Schließlich gehören die Schwaben seit Jahren ebenfalls zum erweiterten Titelkreis; im Sommer haben sie sich zudem gut verstärkt.

"Ich habe die Vorbereitung nicht mit der Mannschaft gemacht. Von daher braucht es seine Zeit, bis die Abläufe passen", erklärte Seidel. In der Tat ist sie erst zum Rundenauftakt für den geschassten Fadil Kqiku gekommen. Es war bereits der zweite Trainerwechsel beim TSV binnen kurzer Zeit gewesen – auch ein Zeichen dafür, dass in Friedberg Anspruch und Realität zuletzt auseinandergeklafft haben.

Yannick Bardina: Spieler und Stimmungsmacher bei der DJK Waldbüttelbrunn. Foto: Jörg Rieger

Wie dem auch sei: In Waldbüttelbrunn war die Freude über den Sieg nach der jüngsten Remis-Serie groß. "Es ist wichtig, dass unser Zug jetzt endlich an Fahrt aufnimmt", sagte DJK-Sportvorstand Winfried Körner, der sich in seiner Heimatgemeinde als CSU-Bürgermeisterkandidat nominieren hat lassen. Danach, dass die Grün-Weißen, ihren erst dritten Saisonsieg einfahren würden, hatte es zunächst keineswegs ausgesehen. Nach sieben Minuten führten die forschen Gäste mit 6:2. "Doch dann haben wir uns in der Abwehr deutlich gesteigert", sagte DJK-Trainer Dusan Suchy. Die Friedberger kamen in der Folge erstmal nur zu einem weiteren Treffer. "Aus dem Positionsangriff heraus haben wir kaum noch etwas zugelassen."

Erneute viele vergebene Chancen

Dass die Begegnung dennoch bis kurz vor Schluss offenblieb, lag an einem Makel, der die Waldbüttelbrunner schon seit längerem begleitet: das fehlende Selbstverständnis, den Ball bei freien Wurfgelegenheiten im Kasten unterzubekommen. Auch gegen die Herzogstädter fanden drei Siebenmeter, zahlreiche Versuche von außen und so mancher Rückraumwurf den Weg nicht ins Tor, was auch an einem glänzend postierten TSV-Schlussmann Benjamin von Petersdorff gelegen hat.

Die Lichtblicke im Angriff

Dennoch gab es neben der Abwehrarbeit auch vorne positive Lichtblicke. Der erst 21-jährige Timo Issing gefiel als DJK-Spielgestalter und traf selbst viermal aus dem Feld. Nils Kwiatkowski war gerade bei Kontern nicht zu bremsen. Sommer-Neuzugang Yannick Bardina hämmerte den einen oder anderen Brachialwurf in die Maschen. Und Andreas Paul zeigte im zweiten Abschnitt, dass er den Sumpflern zuletzt während seines Urlaubs gefehlt hat. "Für uns gibt es keine leichten Spiele mehr", unterstreichte Suchy: "In den nächsten Wochen geht es entweder gegen eine Mannschaft von vorne oder einen Derby-Gegner von weiter hinten." Den Anfang macht am kommenden Freitag das Stadt-Land-Duell bei der TG Heidingsfeld.

Die Statistik des Spiels

Waldbüttelbrunn: Feuerbacher, Brückner – Stumpf 1, Wolf, Tendera 2, Glöggler 2, Paul 2, Issing 5, Kwiatkowski 7/1, Kirchner, Renz 1, Meyer 1, Grünert, Bardina 8/4.
Friedberg: von Petersdorff, Dorsch – Okyere, Hrgic, Knittl 5/4, Szouszki, 4, Tomic 3, Kaulitz 1, Müller, Riesenberger 5, Abstreiter, Scholz 5, Prechtl 1.
Spielfilm: 1:2 (3.), 2:6 (8.), 6:7 (15.), 8:8 (19.), 10:12 (25.), 12:13 (Halbzeit), 16:14 (35.), 16:16 (39.), 20:16 (46.), 21:20 (50.), 23:23 (56.), 29:24 (Endstand).
Siebenmeter: 8/5 : 4/4. Zeitstrafen: 1:1. Rot: Riesenberger (58., grobes Foulspiel, Friedberg). Schiedsrichter: Peter Abel/Christian Herpolsheimer (Stadeln/Erlangen-Bruck). Zuschauer: 180.

Die restlichen Bayernliga-Spiele im Stenogramm

Frauen

HSV Bergtheim – HG Zirndorf 31:27 (15:11)
Tore für Bergtheim: Bausenwein 6, Reichert 6, Renner 5, Gerdes 4/1, Schwalbe 3, Albert 2, Winheim 2/1, Winkler 2, Seibert 1.

Männer

SV Anzing – TG Heidingsfeld 31:27 (19:13)
Tore für Heidingsfeld: Franke 9/2, Farkas 6/1, Schneider 6, Orf 4, Maier 1, Skaramuca 1.

TG Landshut – SG DJK Rimpar II 34:19 (15:8)
Tore für Rimpar II: Märker 7/5, Dürr 4/1, B. Gräsl 2, Huber 2, Fischer 1, Keidel 1, Mohr 1, Weber 1.

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