FUSSBALL: BAYERNLIGA NORD

Der Würzburger FV bricht nach der Pause ein

Fußball, Bayernliga, Würzburger FV - 1. FC Sand
Der Frust sitzt tief: WFV-Keeper Andre Koob nach dem späten Siegtreffer des 1. FC Sand. Foto: Heiko Becker

Fußball-Bayernligist Würzburger FV ist der Jahresauftakt misslungen. Gegen den 1. FC Sand setzte es vor 380 Zuschauern nach einer erschreckend schwachen zweiten Hälfte eine spät zustande gekommene 1:2-Heimpleite. Diese war bereits die fünfte Niederlage aus den letzten acht Ligapartien. Auch der nachträgliche Herbstmeistertitel ist mit dem verlorenen Match vom Samstag futsch.

Dieser wäre jedoch ohnehin ein Muster ohne Wert gewesen. Die Partie gegen Sand war ursprünglich die letzte WFV-Hinrundenpartie. Mit einem Sieg im Nachholspiel wäre der WFV rückwärtsgerechnet Spitzenreiter der Halbzeittabelle gewesen, mit der Ausgangssituation vor der Samstagspartie wären die Würzburger auch nach einem Erfolg nur Dritter der aktuellen Tabelle gewesen.

Frühe Führung

Roland Metz, der neue WFV-Vorsitzende, wünschte sich in seinem ersten Editorial im Stadionheft künftig vermehrt die Schlagzeile: „Der WFV startet wieder durch.“ Nach der abgewendeten Insolvenz soll es im neuen Jahr nicht nur wirtschaftlich wieder ruhiger, sondern auch sportlich weiter rund laufen. Und die Zellerauer wurden ihrer Favoritenrolle gegen das aufstrebende Kellerkind vom Untermain zunächst gerecht. Nach einer scharfen Flanke von Ben Müller, dem jüngsten Blauen in der Startelf, drückte WFV-Torjäger Cristian Alexandru Dan den Ball über die Linie – 1:0 (12.). Weitere Torchancen ließen die Zellerauer allerdings ungenutzt.

Nach Wiederanpfiff wie Falschgeld

Von den Korbmachern war dagegen offensiv nichts zu sehen. „In der ersten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft, bis auf die letzten zehn Minuten vielleicht. Da hat sich schon angedeutet, dass der Gegner nun aufkommt“, fand WFV-Trainer Marc Reitmaier, der einmal mehr erst spät wechseln sollte. Winter-Neuzugang Felix Eberhardt und Kevin Röckert kamen in der 87. Minute, David Drösler durfte eine gute Viertelstunde vor dem Ende rein. Dabei waren einige Heimelf-Akteure schon seit dem Wiederanpfiff wie Falschgeld auf dem Feld herumgeirrt. So lag der Ausgleich alsbald in der Luft. Er fiel jedoch erst in der Schlussphase durch einen Treffer des gebürtigen Kosovaren Shaban Rugovaj (83.).

Und dann bewies noch ausgerechnet der älteste Fußballer auf dem Feld den längsten Atem: Dem 36-jährigen Thorsten Schlereth gelang in der Nachspielzeit der umjubelte 2:1-Siegtreffer für die kampfstarken Gäste. Sein Vater, FCS-Trainer Dieter Schlereth, meinte: „Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit eine tolle Moral gezeigt. Deshalb haben wir uns nicht nur einen Punkt, sondern vielleicht sogar diesen Sieg verdient.“

Auswirkungen der Krise?

Für den Würzburger Reitmaier war die Niederlage nach eigenem Bekunden kein Beinbruch: „Es geht weiter.“ Die neue WFV-Vorstandschaft hat bekanntlich angekündigt, aufgrund des finanziellen Engpasses keine Regionalliga-Lizenz beantragen zu wollen. Dass der Schwung auf dem Rasen deshalb abhanden gekommen ist, glaubte Reitmaier nicht: „Wir sind Sportler, und da wollen wir so ein Spiel gewinnen. Sonst brauchen wir uns ja hier nicht zusammenzutun und vorzubereiten“. Gleichzeitig räumte der 35-Jährige ein: „Allerdings war es so, dass die letzten Meter nach der Pause nicht mehr gegangen worden sind und Sand am Ende überlegen war.“ Die Summe der verlorenen Zweikämpfe sei ausschlaggebend gewesen, dass man den Gegner das Spiel habe drehen lassen.


Die Statistik des Spiels

Würzburg: Koob - Schömig, Lorenz (87. Eberhardt), Müller, Hänschke - Istrefi, Droszcz - Michel (87. Röckert), Fries, Hofmann (75. Drösler) - Dan.

Sand: Geier - D. Schlereth, Bechmann, Karmann, Witchen - Schmitt, Steinmann (81. Markof) - T. Schlereth, Rippstein (46. Röder), Reith (72. Gonnert) - Rugovaj.

Schiedsrichter: Ehrnsperger (Ensdorf).

Zuschauer: 380.

Tore: 1:0 Dan (12.), 1:1 Rugovaj (84.), 1:2 T. Schlereth (90.+2).

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