FUSSBALL: BAYERNLIGA

Der Würzburger FV stoppt seinen Abwärtstrend

Kaum zu halten: WFV-Akteur Patrick Hofmann (rechts) lässt die Chamer Michael Plänitz und Marco Faltermeier stehen. Foto: Heiko Becker

Fußball-Bayernligist Würzburger FV hat am Samstag seinen Abwärtstrend gestoppt, ehe dieser so richtig an Dynamik gewinnen konnte. Vor 300 Zuschauern fügten die Zellerauer dem ASV Cham mit 2:0 (1:0) die erste Niederlage seit dem 27. Juli zu - und erhöhten so den Abstand in Richtung Gefahrenzone auf vier Punkte.

Auf dem Rasen erinnerte nicht mehr viel an den letzten Heimauftritt der Zellerauer gegen die SpVgg Ansbach. Erstmals überhaupt liefen die Blauen in der Kombination mit weißen Leibchen und schwarzen Hosen auf. Ein ungewohntes Bild, das einen ganz bestimmten Grund hatte. Beim jüngsten Gastspiel in Gebenbach ist das Trikot von Cristian Alexandru Dan abhanden gekommen, wie zwei Mitspieler hernach verrieten. So konnten die Zellerauer gegen die rotfarbenen Chamer nicht im Heim-Blau auflaufen, sondern eben in Schwarz-Weiß.

Dabei stand Dan überraschend nicht einmal in der Startelf. Stattdessen versuchten sich die Außen Patrick Hofmann und Dennie Michel als zurückgezogenes Sturmduo. "Alex kam zuletzt nicht so häufig zum Abschluss. Daher wollten wir es gegen diesen kompakten Gegner mit schnellen Spitzen probieren. Die Welt geht bei uns nicht unter, wenn Alex mal auf der Bank sitzt", erklärte WFV-Trainer Berthold Göbel.

Nein, geht sie tatsächlich nicht. Im Gegenteil: Es sollte die richtige Entscheidung gewesen sein. Die Wirbelwinde Hofmann und Michel waren an beiden WFV-Treffern maßgeblich beteiligt. In der 24. Minute tauschten die Beiden die Seiten, so dass Hofmann plötzlich über die linke Seite in Richtung ASV-Kasten rannte und den Führungstreffer erzielte. Beim 2:0 legte Michel über links nach einem Lotzen-Pass aus der Tiefe einen Wahnsinnssprint hin, so dass er den Ball noch in den Fünfmeterraum spielen konnte. Dort war Steffen Barthel, der erstmals in dieser Saison von Anfang an spielte, mit aufgerückt; der 24-Jährige drückte die Kugel zum 2:0 über die Linie (56.). "Danach hätten wir auch noch den dritten oder vierten Treffer machen können", sagte Göbel.

Allen voran die Außenspieler und Spitzen des WFV dürften gefühlt einen Marathon gelaufen sein. Hofmann und Michel, aber auch Youngster Paul Obrusnik hielten gar bis zum Ende durch – und waren danach unweit der Bratwurst-Bude noch zu Scherzen aufgelegt. Denn ihr Trainer hatte Michel und nicht Hofmann als 1:0-Schützen ausgemacht. "Wir lassen ihn mal in dem Glauben", waren sich die Scherzkekse einig.

Dabei hätte ihre gute Laune an diesem sonnigen Tag durchaus kippen können. Denn nach einer Unstimmigkeit in der WFV-Abwehr hätte der Chamer Kapitän Johannes Bierlmeier den Ball nur noch ins leere Tor einschieben müssen, traf aber stattdessen das Außennetz (14.). "Den muss er machen", gestand auch Göbel. Sein Gegenüber Andreas Lengsfeld meinte, dass es dann ein anderes Spiel geworden wäre.

In der 48. Minute zog ein verunglückter Querpass der Würzburger erneut eine Riesenchance durch Brielmeier nach sich. Diesmal schoss er in die Arme von WFV-Keeper Christian Dietz. Lengsfeld sprach von zwei Schlüsselsituationen. Doch es durfte durchaus bezweifelt werden, ob das Match bei einem Treffer des Aufsteigers tatsächlich einen anderen Verlauf genommen hätte. Denn die Blauen in Schwarz-Weiß schienen einfach hungriger auf den Sieg zu sein.

Die Statistik des Spiels
Fußball: Bayernliga
Würzburger FV – ASV Cham 2:0 (1:0)
Würzburg: Dietz – Lotzen, Wasser, Drösler, Röckert (59. Dan) – Obrusnik, Lotzen, Schömig (46. Schnell-Kretschmer), Barthel (68. Gehret) – Hofmann, Michel.
Cham: Riederer – Faltermeier, Plänitz, Kufner, Namir – Kordick, Meyer, Wich (78. Lamecker), Lieder (68. Berzl), Engl (60. Hvezda) – Bierlmeier.
Zuschauer: 300.
Schiedsrichter: Markus Hertlein (Dinkelsbühl).
Tore: 1:0 Hofmann (24.), 2:0 Barthel (56.).

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