RUDERN

Der heimatverbundene Ruderer

Im Bayern-Express-Achter am Start: Die ARCW-Ruderer (von links) Sebastian Kiesel, Joachim Agne, Konstantin Steinhübel und Christian Holzapfel. Mehr Bilder von der Bocksbeutelregatta finden Sie im Internet unter www.mainpost.de/sport.
Im Bayern-Express-Achter am Start: Die ARCW-Ruderer (von links) Sebastian Kiesel, Joachim Agne, Konstantin Steinhübel und Christian Holzapfel. Mehr Bilder von der Bocksbeutelregatta finden Sie im Internet unter www.mainpost.de/sport. Foto: Alexander Rausch

Sie ist das Highlight im Würzburger Ruderkalender: die alljährlich im Oktober stattfindende Bocksbeutelregatta, die in diesem Jahr einmal mehr über 750 Ruderer in die Domstadt lockte. Unter ihnen Joachim Agne, der kürzlich bei den Weltmeisterschaften in den USA den siebten Platz mit dem Leichtgewichts-Männer-Doppelvierer belegt hat. Trotz seines vollen Kalenders bleibt der Wettbewerb in der Heimat für ihn ein fester Termin.

Bodenständiger Athlet

So war Agne am vergangenen Samstag ab 8:30 Uhr auf dem Gelände des Akademischen Ruderclubs Würzburg (ARCW) unterwegs, wo jährlich die Regatta ausgetragen wird. Neben den eigenen Vorbereitungen – der 23-Jährige nahm an drei Rennen teil – unterstützte er seinen Heimatverein. Denn Agne möchte etwas zurückgeben. Der bodenständige junge Mann, der sich aktuell im zweiten Semester seines Masterstudiums in Informatik befindet, hat seinem Verein vieles zu verdanken. Ohne dessen Unterstützung wären die jüngsten Erfolge, sowohl die Qualifikation als auch die Teilnahme an den Weltmeisterschaften, nicht möglich gewesen. „Ich bekomme zwar die Basisförderung der Deutschen Sporthilfe, aber würde der Verein den Großteil der Kosten nicht übernehmen, ich könnte den Sport nicht ausüben“, sagt Agne, bei dem das Rudertalent früh erkannt worden ist.

Mit dem Wechsel ans Riemenschneider-Gymnasium kam der damals Zehnjährige mit der Sportart in Berührung und fand sofort Gefallen an ihr: „Der Verein kam mit einigen Ergometern in die Schule und wir durften uns daran ausprobieren. In der sechsten Klasse bin ich dann zum Schulrudern gegangen. Es hat mir einfach Spaß gemacht.“ Fortan trainierte Agne mindestens dreimal wöchentlich im ARCW.

Aktuell arbeitet Agne über 20 Stunden in der Woche im Wasser oder im Kraftraum. Wenn es seine Zeit zulässt, fährt er nach Erlangen, wo sein Coach Martin Strohmenger trainiert. Kein geringer Aufwand, für den der Ruderer besonders im Privatleben Abstriche machen muss. Zwar studiert seine Partnerin auch in Würzburg. Einfach sei es dennoch nicht, alles zu vereinbaren.

Aber nicht nur zeitlich ist der Aufwand immens, sondern auch finanziell. Denn der Leichtgewichts-Doppelvierer, in dem Agne bei den Weltmeisterschaften am Start war, ist keine olympische Disziplin und wird daher vom Deutschen Ruderverband nicht gefördert. Lediglich seine B-Kaderzugehörigkeit bringe ihm Unterstützung der Deutschen Sporthilfe.

„Die WM war ein Erlebnis. Ich habe Ruderer getroffen, denen ich früher nachgeeifert bin. Sie bei der Abschlussfeier zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten, war einmalig“, schwärmt Agne von den Tagen in Sarasota/Florida. Es war ein Traum, der für ihn in Erfüllung gegangen ist, nachdem er sich sportlich die vergangenen Jahre kontinuierlich gesteigert hat. Allerdings soll die erstmalige WM-Teilnahme nicht das Ende gewesen sein. Sein Ziel sei es, bis 2020 in den Doppel-Zweier zu kommen und an den nächsten Olympischen Spielen teilzunehmen.

Zwei gewonnene Rennen

Das alles wieder mit der Unterstützung seines Vereins, für den er bei der Bocksbeutelregatta in drei Rennen an den Start ging: „Das war schon immer etwas Besonderes und es ist für mich nach wie vor selbstverständlich, hier zu rudern“, sagte der 23-Jährige. Er freue sich, mit Vereinskollege Konstantin Steinhübel in einem Boot zu sitzen, nämlich im Achter mit Steuermann um den Bayern-Express-Wanderpokal. Und auch im Doppel-Vierer ohne Steuermann. Beide Rennen gewannen sie. Zudem blieb er im Doppelzweier mit Emanuel Hoppenstedt unter der Zeitvorgabe.

Ergebnisse der Bocksbeutelregatta in Auszügen

Junioren Zweier o. St. A

1. Münchener Ruder-Club (00:15:29); 2. Wormser Ruderclub Blau-Weiß (00:15:30); 3. Akademischer Ruderclub Würzburg (00:16:03).

Frauen Doppelzweier A

1. RGM Akademischer Ruderclub Würzburg/Ruder–Union Arkona Berlin (00:16:06); Frauen-Ruderverein „Freiweg“ Frankfurt (00:18:08). B: 1. Würzburger Ruderverein (00:15:21).

Junioren Doppelzweier A

1. Akademischer Ruderclub Würzburg (00:15:49); 2. Würzburger Ruderverein (00:15:53); 3. RGM Ruderverein Bad Wimpfen/Karlsruher Rheinklub Alemannia (00:16:04). B: 1. RGM Akademischer Ruderclub Würzburg/Ruder-Club Zellingen (00:14:42); 2. RGM Potsdamer Ruder-Club Germania/Berliner Ruder-Club „Welle-Poseidon“ (00:15:45 2); 3. RGM Ruder-Club Zellingen/Rudergesellschaft Marktheidenfeld (00:15:53).

Juniorinnen Doppelzweier B 1. RGM Würzburger Ruderverein/Ruder-Club Zellingen (00:16:05); 2. RGM Akademischer Ruderclub Würzburg/Ruder-Club Aschaffenburg (00:16:10); 3. Potsdamer Ruder-Club Germania (00:17:17).

Offener Achter m. St.

1. RGM Ruderverein Erlangen/Akademischer Ruderclub Würzburg (00:12:56); 2. Ruderverein Erlangen (00:13:21); 3. RGM Akademischer Ruderclub Würzburg/Ruder-Club Zellingen (00:13:58).

Männer Doppelzweier A

1. RGM Ruderverein Nürnberg/Akademischer Ruderclub Würzburg (00:13:51).

Master-Männer Doppelzweier A 1. RGM Akademischer Ruderclub Würzburg/Ruder-Club Zellingen (00:15:23); 2. Akademischer Ruderclub Würzburg (00:16:54).

Masters-Frauen Doppelzweier

1. Ruderverein „Neptun“ Konstanz (00:17:28); 2. Akademischer Ruderclub Würzburg (00:17:49).

Männer Einer B

1. Ruderverein Erlangen (00:15:50); Akademischer Ruderclub Würzburg (00:15:52); 3. Münchener Ruder- und Segelverein (00:16:21).

Junioren Einer A

1. Ruderverein Hellas Offenbach (00:15:55); 2. Münchener Ruder- und Selgelverein (00:15:55); 3. Würzburger Ruderverein (00:15:58).

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