Basketball: Bundesliga

Die Baskets unterstreichen ihre Ambitionen

Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg zeigt im letzten Heimspiel des Jahres eine überzeugende Vorstellung und besiegt die Telekom Baskets Bonn mit 100:93.
Skyler Bowlin stimmte die Humba an und bekam das obligatorische Fünf-Liter-Fässchen Bier für den von den Fans zum wertvollsten Spieler der Partie Gekürten. Foto: Heiko Becker

Zum Schluss durfte diesmal Skyler Bowlin die Humba mit den Fans anstimmen. Der Aufbauspieler von Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg wurde von ihnen zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt und feierte mit der zum Ritual gewordenen Herumhampelei nach einem Erfolg mit den Fans einen im Grunde nie infrage stehenden Sieg gegen eine der Traditionsmannschaften der Bundesliga. Mit 100:93 (61:46) besiegten die Schützlinge von Trainer Denis Wucherer am Sonntagabend die Telekom Baskets Bonn, die weiterhin auf ihren ersten Auswärtssieg der Saison warten müssen, während die unterfränkischen Baskets vor 3140 Zuschauern in der ausverkauften s.Oliver Arena ihren achten Erfolg im 14. Saisonspiel bejubelten.

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s.Oliver Wuerzburg vs. Telekom Baskets Bonn

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"Es war eine großartige Teamleistung. Wir haben uns vorgenommen, mit viel Intensität in die Partie zu starten und früh Druck auf den Gegner auszuüben. Das ist uns hervorragend gelungen", sagte Bowlin, "zudem haben wir natürlich sehr gut getroffen." Er steuerte insgesamt 20 Punkte bei und war nach Cameron Wells (23 Zähler) und Luke Fischer (22) der dritttreffsicherste Würzburger. "Wir haben vor allem vom ersten Viertel gelebt", meinte Wucherer, das die Seinen mit 31:17 gewannen. "Und von der Trefferquote in der ersten Halbzeit." Gäste-Trainer Thomas Päch konnte da nur zustimmen: "Wir hatten einen sehr schlechten Start."

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Wucherer schickte dieselben fünf Männer zum Sprungball aufs Parkett wie 47 Stunden zuvor bei der 87:89-Niederlage in Vechta, obwohl die dort maladen und deshalb pausierenden Victor Rudd und Luke Fischer wieder mit von der Partie waren: Skyler Bowlin, Cameron Wells, Felix Hoffmann, Junior Etou und Johannes Richter, die bereits in Niedersachsen sehr ordentlich begonnen hatten, sollten es anfangs also erneut richten. Und das taten sie ausgezeichnet. Gerade einmal dreieinhalb Minuten benötigten sie, um die erste zweistellige Führung herauszuwerfen (12:2). Nach knapp sieben Minuten führten sie bereits mit 14 Zählern. Als Bowlin dann praktisch mit dem Ertönen der Halbzeitsirene seinen bereits fünften Dreier versenkte, gingen die Hausherren mit 15 Zählern Vorsprung in die Halbzeitpause: 61:46. So viele Körbe hatten die Würzburger in dieser Saison noch nie in einer Hälfte geworfen.

Und weil die Bonner auch weiterhin großzügig auf eine halbwegs ernstzunehmende Verteidigung verzichteten, konnten Wells, Etou und Richter den Vorsprung bei diesem Start-Ziel-Sieg zwischenzeitlich sogar auf 21 Zähler hochschrauben (73:52, 25. Minute). "Wir müssen unsere Defensive auf Vordermann bringen", analysierte Päch ganz treffend.

"Vielleicht erlaubt der Coach eine kleine Feier mit ein paar Bierchen."
Skyler Bowlin, der den Hunderter voll machte

Auch wenn der Tabellenvorletzte aus der ehemaligen Hauptstadt, bei dem lediglich Aufbauspieler Branden Frazier (insgesamt 25 Punkte) seine Ligatauglichkeit zeigte, ziemlich eindrucksvoll bewies, warum er noch kein einziges seiner nunmehr sechs Auswärtsspiele in der Liga gewinnen konnte - es machte an diesem Abend tatsächlich Spaß, den Würzburgern zuzuschauen. Engagiert und lauffreudig bewegten sie den Ball flott durch viele Hände, fanden immer wieder einen Mitspieler unterm offensiven Brett und trafen hochprozentig, auch aus der Ferne.

Nach Magen-Darm-Infekt zwar noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte - dennoch warf Luke Fischer (links, mit Bonns Martin Breunig) am Sonntagabend 22 Punkte. Foto: Heiko Becker

Ab Mitte des dritten Viertels dann nahm die Begegnung immer mehr den Charakter eines Trainingsspiels unter Wettkampfbedingungen an, und so ersparten die Würzburger ihrem Anhang diesmal also die nächste Zitterpartie. Als "sehr erwachsene Vorstellung, auch im letzten Viertel" beschrieb Wucherer die Darbietung seines Teams. Fischer, der drei Tage lang mit einem Magen-Darm-Infekt flachgelegen hatte, kam gerade da so richtig in Fahrt: "Natürlich war ich körperlich nicht ganz fit und habe auch ein paar Kilos verloren, aber meine Mitspieler haben es mir heute leicht gemacht. Ich musste nur rennen und ein paar Korbleger treffen", flachste der Amerikaner.

Cameron Wells (rechts, mit Bonns Anthony DiLeo) war mit 23 Punkten und acht Vorlagen einmal mehr Würzburgs mit Abstand effektivster Akteur. Foto: Heiko Becker

Sein Landsmann Bowlin, der mit sechs Dreiern seinen persönlichen Bundesligarekord einstellte, machte 22 Sekunden vor Schluss dann von der Linie aus auch noch die ersten 100 dieser Runde voll. "Bei mir sind die Würfe von außen heute gefallen. Es gibt so Tage, da gehen sie rein, ein anderes Mal nicht. So ist Basketball, da darf man sich keinen zu großen Kopf machen", meinte der Guard, dem schwante, dass er den Kollegen heute ein paar ausgeben muss, weil das Usus ist für den, der den 100. Punkt in einer Partie macht: "Vielleicht erlaubt der Coach eine kleine Feier mit ein paar Bierchen."

So unterstreichen die Baskets also zum Jahresabschluss ihre Ambitionen, nach dem Ende der Hauptrunde die Saison verlängern zu wollen. Nächste Möglichkeit, dies zu untermauern: nächsten Freitag, 3. Januar, um 20.30 Uhr, im Heimspiel gegen die Basketball Löwen Braunschweig.

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