Drei WM-Medaillen für Würzburgs Ruderinnen

Würzburg Mit dem belgischen Regatta-Ort Hazewinkel verbinden Würzburgs Rudervereine ab sofort angenehme Gedanken. Bei der dort ausgetragenen Weltmeisterschaft der unter 23-Jährigen ruderten Laura Tasch (ARCW) und Claudia Schad (WRVB) im olympischen Leichtgewichts-Doppelzweier zur Silbermedaille, Anne Paul (ARCW) steuerte den deutschen Achter zur Bronzemedaille.
Sollten sie sich nun darüber freuen, das weltweit zweitbeste Duo der unter 23-Jährigen im Wettbewerb der Leichtgewichts-Doppelzweier geworden zu sein? Oder sollten sie sich darüber ärgern, dass der Traum vom WM-Titel durch den couragierten Endspurt der Russinnen auf den letzten 300 der insgesamt 2000 Meter langen Strecke noch geplatzt war? Eine halbe Stunde lang konnten sich Laura Tasch und Claudia Schad nicht so recht entscheiden. Okay, Vize-Weltmeister wird man nicht alle Tage. Aber sie hatten sich doch so toll gefühlt, waren so prima in Form und hatten so sehr mit der Goldmedaille geliebäugelt.

Ein prima Rennen

Nach 30 Minuten des Hin-und-Her-Gerissen-Seins zwischen Freude und Frust, siegte schließlich doch die Freude. "Im ersten Moment war es schon ein bisschen ernüchternd, es nicht geschafft zu haben. Wir hatten uns ja Gold erhofft. Aber wir haben ein prima Rennen gezeigt und uns nichts vorzuwerfen. Deshalb sind wir glücklich und zufrieden. Ich besonders, denn es war ja meine erste Medaille", sagte die 20-jährige Claudia Schad. Und auch Laura Tasch, 2003 und 2004 bereits jeweils Zweite bei der U-23-WM, freute sich über ihre dritte Silberne. "Wir haben alles versucht, aber diesmal waren die Russinnen einfach einen Tick stärker. Das muss man akzeptieren, das ist Sport. Wir waren leider nicht gut genug, um zu siegen, aber wir waren gut. Natürlich waren wir direkt nach dem Rennen enttäuscht. Aber wir können zufrieden sein und uns über
die Leistung freuen", sagte die 21-Jährige.

Gänzlich ausgeträumt ist für die beiden der Traum vom WM-Titel zudem noch nicht. Zusammen mit Lena Kersten (Mainz) und Nadja Gänsewig (Leipzig) werden sie im August bei der Aktiven-WM im englischen Eton im Leichtgewichts-Doppelvierer an den Start gehen. "Und dort wollen wir dann ganz nach vorne", sagte Tasch. Deshalb bleiben für die beiden auch nur zwei Tage zum Feiern, dann geht es für drei Wochen nach Mainz ins Trainingslager - und dann zur WM.

Ein stolzer Trainer Tibitanzl

Dort mit von der Partie wird voraussichtlich auch Trainer Philipp Tibitanzl sein. Der war im übrigen mächtig stolz auf seine Schützlinge. "Es ist zwar schade, dass sie im Endspurt noch überholt wurden. Aber es war ein tolles Rennen. So schnell wie die beiden war in Deutschland bei den Leichtgewichten noch kein U-23-Doppelzweier. Das hat absolut gepasst so. Und wir werden die Silbermedaille auch noch richtig feiern", sagte Tibitanzl.

Gelegenheit gibt es dazu heute Abend auf dem Gelände des ARC Würzburg bei einer WM-Fete. Gefeiert wird dort natürlich auch der dritte Platz des von Anne Paul (ARCW) gesteuerten deutschen Achters. "Nach den Leistungen bei Vor- und Hoffnungslauf war das so nicht zu erwarten gewesen", sagte Tibitanzl. Im Finale habe man da aber gesehen, "welch tolle Steuerfrau die Anne ist". Sie habe das Team optimal geführt und so maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

Auch wenn es nicht zum ganz großen Wurf reichte, an die Tage von Hazewinkel werden sich Laura Tasch, Claudia Schad, Anne Paul und Philipp Tibitanzl gerne erinnern.

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