Basketball: Bundesliga

Eine Hose als Synonym für den Erfolg

„Die Menschen hier respektieren dich nicht nur als Spieler, sondern auch als Persönlichkeit:“ LaMont McIntosh (hier vor der Neumünsterkirche) fühlt sich wohl in Würzburg und möchte die Serie mit den s. Oliver Baskets fortsetzen, um auch heuer wieder die Play-offs um die deutsche ... Foto: Fabian Frühwirth

Er wird sie an diesem Samstag auf dem Weg zur s. Oliver Arena wieder tragen. So, wie er sie immer dann trägt, wenn das vorherige Spiel gewonnen wurde. Zuletzt wurde die khaki-farbene Hose im modischen Flecktarn-Look für LaMont McInstosh zur Dauer-Ausstattung – und irgendwie auch zum Synonym für die Erfolgsserie seiner s. Oliver Baskets in der Basketball-Bundesliga (BBL). „Von Aberglaube würde ich nicht sprechen, jeder Sportler hat so seine Eigenheiten“, sagt McIntosh, „aber warum soll man Dinge ändern, die sich bewährt und als gut herausgestellt haben?“

In der Tat: Acht ihrer elf Begegnungen der zweiten Halbserie gewannen die Würzburger, führen damit das inoffizielle Rückrunden-Klassement an (siehe Grafik). Die als „March Madness“ („März-Wahnsinn“) viel beachtete Endrunde im US-College-Basketball interpretieren die Baskets in der BBL auf ihre Weise: Mit vier Siegen in den vier März-Partien sind die Würzburger das „Team der Stunde“ und jenes mit der aktuell längsten Siegesserie der Liga. „Aber ein Erfolg zum Monatsabschluss fehlt uns noch“, sagt der 1,88 Meter große Spielmacher grinsend mit Blick auf die samstägliche Partie gegen Fraport Skyliners aus Frankfurt (19 Uhr, Live-Ticker auf www.mainpost.de).

Die Gründe für den – um im Bild zu bleiben – verrückt anmutenden Höhenflug der vergangenen Wochen sind aus Sicht des US-Amerikaners vielfältig. „Vielleicht haben wir uns als Team mit Blick auf die erfolgreiche Vorsaison anfangs zu viel Druck gemacht, wollten unbedingt sofort den nächsten Schritt machen.“ Hinzu seien die vielen Verletzungen und die Doppel-Belastung im EuroCup-Wettbewerb gekommen, so McIntosh. Doch nun wisse jeder im Team, was von ihm verlangt werde, jeder übernehme Verantwortung, „und natürlich haben die Siege dazu beigetragen, dass wir mit mehr Selbstbewusstsein und Vertrauen in uns selbst spielen“. Bei der Frage, welche Rolle er im Team spiele, muss der 30-Jährige schmunzeln. „Bis zur Verpflichtung von Mike Lenzly war ich zum ersten Mal in meiner Karriere der Oldie der Mannschaft. Aber ich bin nicht nach Würzburg gekommen, um MVP oder All-Star zu werden. Ich mache das, was die Jungs brauchen. Mal bin ich als Scorer gefragt, mal setze ich Akzente in der Verteidigung, das nächste Mal bin ich der emotionale Leader.“ Erfahrung hat McIntosh im Laufe seiner Karriere jedenfalls genügend gesammelt. Von 2006 bis 2008 spielte er bereits in der BBL für die Artland Dragons, gewann mit ihnen in seinem zweiten Jahr den Pokal. Danach war er in Griechenland, Polen und der Ukraine aktiv, vor dem Quakenbrück-Gastspiel in Schottland und Belgien. Die Rückkehr nach Deutschland vor der Saison war jedoch eine Herzensangelegenheit für ihn und Freundin Nikki. „Hier fühlen wir uns besonders wohl, es ist wie eine zweite Heimat. Das ist gerade weit weg von Zuhause ein gutes Gefühl. Die Menschen hier respektieren dich nicht nur als Spieler, sondern auch als Persönlichkeit.“ Eine Einschätzung, die Würzburg ausdrücklich mit einschließt. „Würzburg ist in vielen Dingen vergleichbar mit Quakenbrück, auch wenn dies deutlich kleiner ist. Beide Städte lieben ihr Basketball-Team, sind sehr stolz auf den Klub.“

Die Zuneigung der Anhänger in und rund um die Domstadt dürfte noch wachsen, sollten es die Baskets auch in ihrem zweiten Jahr im Basketball-Oberhaus allen Widrigkeiten zum Trotz in die Play-offs schaffen. Die Chancen dazu stehen gut, aus den verbleibenden sechs Spielen der regulären Saison die nötigen Punkte für den Einzug in die K.o.-Runde der besten acht Teams einzufahren. „Da wollen wir hin, ganz klar“, bestätigt McIntosh. Ein Sieg gegen Frankfurt würde die Baskets dem großen Ziel ein gutes Stück näher bringen. Und dann wäre sie nächstes Wochenende beim Auswärtsspiel in Berlin sicher wieder im Koffer von LaMont McIntosh, jene khaki-farbene Hose im modischen Flecktarn-Look . . .

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