Fußball: Dritte Liga

Enttäuschende Kickers kommen über 1:1 nicht hinaus

Jenas Ausgleichstreffer: Kickers-Torhüter Vincent Müller (Mitte) hatte eine Flanke unterlaufen. Daniel Hägele (links) und Simon Rhein können Kilian Pagliuca nicht am Torschuss hindern. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Am zwölften Spieltag haben die Drittliga-Fußballer der Würzburger Kickers zum ersten Mal in dieser Saison unentschieden gespielt. Wirklich zufrieden konnten die Rothosen mit dem Auftreten beim 1:1 (0:0) in Jena aber nicht sein.

Paradies heißt das große Gebiet am Saaleufer, in dem der traditionsreiche FC Carl Zeiss Jena seit jeher seine Heimstatt hat. Nun herrschen dort auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld derzeit alles andere als paradiesische Zustände. Ein mickriges Pünktchen hatte der Eurpapokalfinalst von 1981 an den ersten elf Fußball-Drittliga-Spieltagen gesammelt. Gegen die Würzburger Kickers gab am Sonntag mit Rico Schmitt ein neuer Trainer sein Debüt, der die dürftige Bilanz nun ganz schnell aufbessern soll.

Es hätte, so mutmaßte im Vorfeld der Partie mancher, bessere Zeitpunkte für die Kickers gegeben, um ins Paradies zu fahren. Die Gastgeber hatten die Begegnung gegen die bis dahin nur einmal auswärts siegreichen Rothosen (2:1 in Mannheim) als Neubeginn auserkoren.

Die Kickers indes waren nach der Länderspielpause gezwungen, Dinge zu ändern. Mit Angreifer Luca Pfeiffer (Gelb-Rot) und Mittelfeldspieler Dave Gnaase (fünf Gelbe Karten) fehlten Trainer Michael Schiele zwei Spieler aus jener Startelf, die zuletzt aus vier Spielen neun Punkte geholt hatte. Schiele schickte an ihrer Stelle Hendrik Hansen und Patrick Breitkreuz aufs Feld. Hansen, zu Saisonbeginn noch Innenverteidiger spielte diesmal im zentralen Mittelfeld. Breitkreuz scheiterte indes am Versuch Pfeiffer als Solo-Angreifer zu ersetzen. "Die Größe" nannte Schiele als Argument, auf die Frage, was denn für Breitkreuz als Pfeiffer-Ersatz gesprochen habe. "Er hat es nicht schlecht gemacht und die Bälle gut verteilt", beurteilte Schiele die Leistung des Angreifers: "Im Strafraum hätte ich mir aber noch etwas mehr Präsenz gewünscht." Ohne ihren erfolgreichsten Stürmer Pfeiffer stotterte das Würzburger Angriffsspiel aber gegen das trotz des Trainerwechsels recht unsicher agierende Schlusslicht deutlich sichtbar.

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Würzburger Kickers 1:1 in Jena: Kabinentalk und geplantes Tor

Auch Gnaases Dynamik ging den Kickers ab. Der zweite Anzug der Kickers zwickt auch nach der Länderspielpause noch deutlich. Das war eine Erkenntnis der ersten Halbzeit, in der die Kickers durch Frank Ronstadt (7.) und Fabio Kaufmanns Distanzschuss (42.) zwar zwei Torabschlüsse aber keine wirklichen Chancen hatten. Die hatten freilich auch die Thüringer nicht. Dass das Publikum den kämpferischen Einsatz ihres Teams zur Halbzeit mit freundlichem Applaus quittierte, war nur ein Hinweis darauf, wie kümmerlich die Leistung bei den vorangegangenen Heimspiele gewesen sein muss.

Umso erstaunlicher war es auch in der zweiten Spielhälfte, wie schwer sich die Kickers weiterhin taten in Tornähe zu kommen. Da war es vor dem Würzburger Kasten schon einige Male deutlich kribbeliger. Vorerst aber pflückte Vincent Müller bei seinem zweiten Drittliga-Einsatz noch alle Bälle, die da von rechts und vor allem von der abermals schwachen linken Würzburger Abwehrseite in den Kickers-Strafraum flogen sicher herunter. Und als Jenas Ole Käuper in der 66. Minute mit ein paar einfachen Pässen im Kickers-Strafraum frei gespielt wurde, brachte der aus bester Schussposition nur ein harmloses Kullerchen zustande, das Müller ohne große Probleme entschärfte. 

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20.10.2019 Fußball: 3. Liga

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Und so waren es tatsächlich die Würzburger, die sich über die Führung freuten. Es war ein Treffer, der sich nicht unbedingt angekündigt hatte. Aber als Simon Rhein einen Eckball nach innen schlug, stand Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan erstaunlich frei und köpfte den Ball in die Maschen des Jenaer Kastens (69.).

Die Rothosen lagen plötzlich vorne. Wer nun aber erwartet hatte, dass die Würzburger ihre spielerische Überlegenheit ausspielen würden, der wurde enttäuscht. Jena ließ sich an diesem Tag nicht so einfach abschütteln, hatte aber im gegnerischen Strafraum keinen Stürmer von Drittligaformt. Für den Ausgleich brauchten die Gastgeber die Hilfe der Kickers. Keeper Müller, bis zu diesem Zeitpunkt noch bester Würzburger, unterlief eine Flanke. Der Ball landete über Umwege bei Kilian Pagliuca und der schoss den Ball zum 1:1 ins leere Gäste-Tor (81.).

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Würzburger Kickers: Die Pressekonferenz zum 1:1 bei Carl Zeiss Jena

Wieder wurde es also nichts mit einem Zu-Null-Spiel und am Ende mussten die Kickers sich auch mit einem Punkt bescheiden. Die Kickers schafften es schlichtweg nicht ihre spielerische Überlegenheit auf den Platz zu bringen. Ließen sich auf ein Kampfspiel ein, an dessen Ende Jena durchaus seine Chancen auf einen Dreier hatte. "Alles in allem verdient", fand Mittelfeldmann Simon Rhein den Ausgang. Der Leihspieler vom 1. FC Nürnberg hatte freilich in der Nachspielzeit noch die Chance gehabt, den Rothosen den zweiten Auswärtssieg der Saison zu sichern. Sein Schuss aus 16 Metern strich aber am Tor vorbei. "Wäre natürlich super gewesen, wenn ich den rein gedrückt hätte. Der Ball lag aber auf meinem schwächeren rechten Fuß", so Rhein. 

"Es war klar, dass Jena nach dem Trainerwechsel hier heiß war und alles in die Partie hineingeworfen hat. Wir waren darauf vorbereitet. Am Ende bringen wir uns aber leider selbst wieder um den Lohn", klagte der neue Mittelfeldmann Hansen nach der Partie.

Die Statistik des Spiels
Fußball, Dritte Liga:
FC Carl-Zeiss Jena – FC Würzburger Kickers 1:1 (0:0)
Jena: Coppens – Maranda, Hammann, Volkmer – Rohr – Bock, Schau (66. Eckardt), Käuper (89. Donkor), Schorr (77. Skenderovic) – Pagliuca, Gabriele.
Würzburg: Müller – Ronstadt, Hägele, Schuppan (87. Kwadwo), Herrmann – Hansen, Rhein – F. Kaufmann, Sontheimer (65. Widemann), Vrenezi (81. Hemmerich) – Breitkreuz.
Schiedsrichter: Patrick Schwengers (Lübeck) - Zuschauer: 5032 - Tore: 0:1 Schuppan (70.), 1:1 Pagliuca (82.) - Gelbe Karten: Bock (1), Käuper (1) / P. Breitkreuz (1), Herrmann (3).

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