FUSSBALL: KREISKLASSE

Erlabrunn gegen Veitshöchheim: Abstiegskampf vor der Winterpause

Zu harmlos: Auch wenn Valentin Faust (in der Luft) – der hier im Bild eine gute Chance liegen ließ – den TSV Erlabrunn zunächst in Führung brachte, unterlagen die Gastgeber in einer hitzigen Partie am Ende effektiveren Veitshöchheimern mit 3:4. Foto: Stephan Rinke-Mokay

„Wenn es nach mir ginge, hätte wir schon vor einer Woche mit der Winterpause begonnen“, sagte ein sichtlich geknickter Angelo Messina nach der 3:4 (1:2)-Niederlage gegen den SV Veitshöchheim. Über seine zwei Tore nach Foulelfmetern konnte sich der Spielertrainer des TSV Erlabrunn daher nicht freuen. „Wir brauchen die Zeit, um uns neu zu sortieren. Uns fehlen ein paar wichtige Spieler, das merkt man sofort. Wir sind mit anderen Zielen in die Saison gegangen, aber jetzt geht es nur noch gegen den Abstieg“, so Messina.

Anfällige Abwehrreihen

Dabei konnte man seiner Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie es nicht versuchte. Auf dem Kunstrasenplatz in Erlabrunn entwickelte sich so ein Spiel, das bis zum Ende spannend blieb. Schön anzusehen war es hingegen nicht. Unterbrechungen, Ballverluste und Ungenauigkeiten bestimmten von Anfang an das Geschehen auf beiden Seiten. Gut herausgespielte Kombinationen waren selten. Oft war der lange Ball nach vorne das einzig probate Mittel.

Da sich beide Abwehrreihen unter Druck aber anfällig zeigten, reichte dieser einfache Ansatz aus, um für Gefahr zu sorgen. So sorgte Valentin Faust früh für die Führung für die Gäste, nachdem er eine der wenigen guten Spielzüge über die Außen nach einem Querpass in den Fünfmeterraum zum 1:0 abschloss (9.). Sicherheit gab diese Führung den Hausherren aber nicht, denn nur knapp zwei Minuten später vollendete der agile Abdiaziiz Mohamud Omar einen ähnlichen Angriff auf der anderen Seite zum Ausgleich (10.).

Anschließend erarbeitete sich Erlabrunn ein leichtes Übergewicht und beste Chancen, scheiterte aber teils kläglich am sicheren Veitshöchheimer Rückhalt Julian Brummer. Effektiver gingen die Gäste vor. Ein Freistoß in der 27. Spielminute fand den Kopf von Thomas Motz, der aus kurzer Entfernung TSV-Schlussmann Maximilian Bienias keine Chance ließ und die Gäste in Führung brachte. „Wir nutzen schon seit Wochen unsere Chancen nicht und bringen uns hinten durch individuelle Fehler immer wieder in Bedrängnis“, haderte Messina.

Fotoserie

Erlabrunn - Veitshöchheim

zur Fotoansicht

Die beiden besten Torschützen, Kapitän Marcus Füller bei Veitshöchheim und Yannik Freitag bei Erlabrunn, kamen kaum zum Abschluss. Füller stellte sich in den Dienst der Mannschaft, die sich eher auf das Kontern besann, während bei Erlabrunn die linke Seite, auf der Freitag stürmte, etwas vernachlässigt wurde und dem Nachwuchsspieler so kaum Möglichkeiten eröffnete, um zu glänzen.

Diskutable Foulelfmeter

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel dann noch zerfahrener und vor einer lautstarken Gruppe Veitshöchheimer Fans immer hitziger. Vor allem die Gäste hatten dabei im Schiedsrichter ihren Sündenbock gefunden, was sich auch in zwei Gelben Karten für die Auswechselbank widerspiegelte. Auch wenn es sich nicht um grobe Fehlentscheidungen handelte, so waren beide Foulelfmeter für Erlabrunn zumindest diskutabel. Außerdem hatten die Hausherren Glück, für eine vermeintliche Notbremse an Omar keinen Platzverweis kassiert zu haben (84.). „Dass in der zweiten Hälfte so viel Unruhe drin war, lag sicherlich zum Teil auch an der Schiedsrichterleistung“, bemängelte Gäste-Trainer Raphael Müller. „Erlabrunn hätte ansonsten nicht zurück ins Spiel gefunden.“ Tatsächlich waren die Hausherren im zweiten Durchgang zwar überlegen, taten sich aber schwer damit, hochkarätige Torchancen herauszuspielen.

Veitshöchheim konnte sich zwar weiterhin nicht spielerisch befreien, kaufte dem TSV durch eine kämpferische Leistung aber den Schneid ab und sorgte gelegentlich durch Konter für Gefahr. Einen der schnellen Gegenstöße nutzte Omar eiskalt zum 1:3 aus (65.). Lorenz Barina schließlich schlenzte einen Freistoß direkt in den Winkel zum 2:4 (85.). Auch die beiden souverän verwandelten Elfmeter durch Messina (73., 87.), die Erlabrunn jeweils wieder auf ein Tor heranbrachten, reichten nicht aus, um das Spiel noch zu drehen.

„Für uns geht es um alles. Wir haben uns auf ein kampfbetontes Spiel hier in Erlabrunn eingestellt und wir haben den Kampf angenommen“, war Müller nach der Partie erleichtert. „Insgesamt waren wir einfach konstruktiver“, sagte der SV-Coach, der mit seinen Veitshöchheimern so in der Tabelle an Erlabrunn vorbeizog. Für den TSV geht es nun darum, mit seinen vielen jungen Spielern aus der eigenen Jugend daran zu arbeiten, in einem Spiel nicht nur überlegen, sondern auch erfolgreich zu sein.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Kreisklasse Würzburg 4 TSV Erlabrunn – TSV Veitshöchheim 3:4 (1:2) Erlabrunn: Bienias – Schreier, L. Freitag, Foertig, Benkert, Y. Freitag, Wirthmann, Herrmann (80. Gombert), Schmitt (78. Flach), Faust (75. Köhler), Messina.

Veitshöchheim: Brummer – Motz (53. Bauer), Oppmann, Füller, Preisinger (70. Steinhardt), Mader, Omar (90. Oppel), Schmitt, Röhm, Rohowsky, Barina.

Tore: 1:0 Faust (9.), 1:1 Omar (10.), 1:2 Motz (27.), 1:3 Omar (65.), 2:3 Messina (73., Foulelfmeter), 2:4 Barina (85.), 3:4 Messina (87., Foulelfmeter).

Schiedsrichter: Fleischmann (Randersacker). Zuschauer: 100.

Schlagworte

  • Erlabrunn
  • Veitshöchheim
  • Stephan Rinke
  • Elfmeter
  • Fehler
  • Gefahren
  • Individualismus
  • Kreisklasse Würzburg 4
  • SV Veitshöchheim
  • TSV 1874 Erlabrunn
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!