Fast schon ein Familienurlaub

WÜRZBURG Der Würzburger Ruder-Nachwuchs macht von sich reden: Bei den deutschen Meisterschaften der Altersklasse U 23 auf dem Baldeney-See in Essen sicherten sich die Athleten vom Akademischen Ruderclub (ARCW) und vom Ruderverein Bayern (WRVB) neben sieben goldenen auch eine silberne und zwei bronzene Medaillen (wir berichteten). Und da ist der Titelgewinn von Steuerfrau Anne Paul (ARCW) im Achter gar nicht mitgezählt.
Am erfolgreichsten war einmal mehr die Vize-Weltmeisterin des Vorjahres, Laura Tasch. Die 19-Jährige vom ARCW war im Einer, Doppelzweier und Doppelvierer nicht zu schlagen. "Drei Starts, drei Siege - besser geht's ja nimmer", freut sie sich. Die Leichtgewichts-Ruderin wird bei der U-23-Weltmeisterschaft Anfang August in Poznan/Polen allerdings nicht - wie von ihr gewünscht - im Einer, sondern im Doppelzweier an den Start gehen.

"Der Verband hat mich dazu genötigt, weil diese Bootsklasse halt nun mal die einzige olympische im Leichtgewichts-Bereich ist", erklärt Tasch. So muss sie also in Polen versuchen, zusammen mit der Heidelbergerin Katharina Fricke eine Medaille zu gewinnen. Was sie freilich für sehr schwer hält. "Wirklich gut läuft es bei uns im Boot noch nicht. Im Augenblick sehe ich nicht einmal eine Chance auf den Endlauf", sagt die Abiturientin. Etwas Gutes hat die Anordnung des Verbandes aber doch. Der ARCW muss jetzt "nur" 320 Euro WM-Zuschuss beisteuern, in einer nicht-olympischen Bootsklasse wie dem Einer wären etwa 3000 Euro fällig gewesen.

Diese Summe muss jetzt der WRVB aufbringen - und zwar gleich zweimal. Zum einen für Claudia Schad, die sich in Essen mit Rang drei im Einer und dem Sieg im Doppelvierer für die Titelkämpfe in Poznan qualifizierte. Zum anderen für ihren Bruder Stephan, der ebenfalls im Doppelvierer dominierte und in dieser Bootsklasse für die U-23-WM gesetzt ist. Ein großer Erfolg für die Geschwister. Die 19-jährige Claudia hatte "vor der Saison nicht einmal im Traum daran gedacht hat", sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren zu können. Und ihr zwei Jahre älterer Bruder war mit der schweren Hypothek einer vermasselten Vorsaison ins Jahr gestartet.

Doch beide überzeugten in dieser Saison in praktisch jedem Rennen und hinterließen so einen nachhaltigen Eindruck bei den zuständigen Bundestrainern. "Ich finde das klasse, dass ich zusammen mit meinem Bruder bei der WM starte. Das hat fast etwas von einem Familienurlaub", freut sich Claudia Schad. Bei der 19-Jährigen läuft es in diesem Jahr überhaupt prima. Das Abitur hat sie mit einem Notenschnitt von 1,7 bestanden.

Prima läuft es auch für Nora Wehrhahn (ARCW). Die 22-Jährige siegte in Essen im Vierer und im Achter. Heute fährt die Studentin für zwei Wochen zum Verbands-Trainingslager nach Berlin. Dort wird festgelegt, bei welcher WM Nora Wehrhahn starten darf - bei der in den nichtolympischen Klassen in Banyoles/Spanien oder der U 23.

In jedem Fall in Polen dabei ist Florian Schercher (WRVB) - und zwar im Zweier. Ende Mai wechselte er seinen Boots-Partner, seitdem läuft es rund. Und mit Rang zwei in Essen waren auch die letzten Zweifel am Weltmeisterschafts-Start ausgeräumt.

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