Fußball:

Freie Turner ausgezeichnet

Ausgezeichnet: Aus den Händen von BFV-Präsident Rainer Koch (links) gab's für die Freien Turner Würzburger mit Kassier G... Foto: BFV

(pm/mp) Immer mehr Flüchtlinge kommen auf der Suche nach Sicherheit und Perspektive nach Deutschland. Zunehmend nehmen auch Sportvereine ihre gesellschaftliche Verpflichtung wahr und beteiligen sich am Integrationsprozess, indem sie ihre Pforten für Asylbewerber öffnen. Gerade deshalb machte der Bayerische Fußballverband (BFV) das Thema Integration von Flüchtlingen bei der diesjährigen Ehrenamtspreisverleihung im Münchner „GOP Varieté-Theater“ zum Schwerpunkt und zeichnete sechs bayerische Fußballvereine für ihre Initiativen aus. Einer der Klubs, die sich über den heuer zum achten Mal vergebenen und nicht-dotierten Sonderpreis freuen konnten, waren die Freien Turner Würzburg 1899 e.V.

FTW-Mitglied Stephan Rinke hatte Anfang 2014 das Projekt „Sport ohne Grenzen“ ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, Asylbewerbern ohne jegliche finanzielle Belastungen die Teilnahme am normalen Wettkampfbetrieb in den sieben Abteilungen des Vereins zu ermöglichen. Das vermeintlich bekannteste neue Mitglied ist dabei der Senegalese Madiama Diop, der auf Grund der Residenzpflicht nicht mit zu einem Auswärtsspiel seiner Football-Mannschaft fahren durfte. Es folgte eine vom Verein angestoßene Medienkampagne, die schließlich dazu führte, dass Diop mittlerweile den Bezirk für Auswärtsspiele verlasse darf (wir berichteten ausführlich). „Ein Sieg der Menschlichkeit! Gerade dieser Fall ist ein schönes Beispiel dafür, dass jeder mit den Mitteln der Basisdemokratie etwas erreichen kann“, meint Rinke.

Zu der Fußballabteilung gehören mittlerweile sechs Asylbewerber, drei von ihnen gehen bereits für die in der A- und B-Klasse Würzburg 1 beheimateten beiden Mannschaften der Freien Turner auf Torejagd. Dabei übernimmt der Verein dank seiner Sponsoren die Kosten für Nahverkehr, Mitgliedsbeiträge, Sportausrüstung und gesellschaftliche Zusammenkünfte. „Es ist schön, zu sehen, wie dankbar die Flüchtlinge für das Angebot sind und wie motiviert sie teilnehmen. Uns ist wichtig, ihnen eine sinnvolle Beschäftigung und einen ungezwungenen Zugang zur Integration zu ermöglichen und andererseits unsere Mitglieder für die Thematik zu sensibilisieren“, beschreibt Rinke die Ziele des Projekts.

Genau dafür wurden die Turner nun vom BFV ausgezeichnet, nachdem sie vom Bezirksverband vorgeschlagen worden waren. „Fußball ist die mit Abstand größte Integrationsbewegung in unserem Land und gibt Menschen unabhängig von Herkunft, Bildung, Religion oder Hautfarbe eine Heimat“, erklärte BFV-Präsident Rainer Koch während der Feierstunde in München.

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