Fußball: Zweite Bundesliga

Für die Kickers wird es eng

Sind die Kickers noch zu retten? Nach dem 1:1 in Düsseldorf wird es für die Würzburger im Abstiegskampf der zweiten Fußball-Bundesliga ganz eng. Und das obwohl sie im Vergleich mit den in der Tabelle zwei Punkte besser gestellten Rheinländern keineswegs die schlechtere Mannschaft waren. Im Gegenteil: Das Team von Trainer Bernd Hollerbach dominierte die Partie über weite Strecken und schien, nachdem Lukas Fröde in der 85. Minute die Kickers mit einem tollen 25-Meter-Hammer mit 1:0 in Führung geschossen hatte, ganz nah dran zu sein am ersten Pflichtspielsieg 2017.

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Fortuna Düsseldorf - FC Würzburger Kickers

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Stößt Bielefeld die Kickers morgen auf einen direkten Abstiegsplatz?

Hollerbachs Feststellung, „dass meine Mannschaft hier ein super Spiel gemacht hat“, hatte am Ende aber einen ganz bitteren Unterton. Schließlich zählen im Abstiegskampf ja nur die Punkte. Und da könnten den Kickers nun die Felle davon schwimmen: Gewinnt Bielefeld am Sonntag in Bochum, rutschen die Kickers sogar zum ersten Mal in dieser Spielzeit auf einen direkten Abstiegsplatz ab.

Wieder einmal hat ein kurioses Gegentor kurz vor Schluss die Kickers um den ersten Rückrundensieg gebracht. Ein lang getretener Freistoß von Julian Schauerte, der über alle Akteure hinweg ins Tor flog, brachte den Düsseldorfern den glücklichen 1:1-Ausgleichstreffer der 90. Minute. Eine Szene, die für Diskussionsstoff sorgte. Denn Kickers-Keeper Jörg Siebenhandl war beim Versuch an das Leder zu kommen auf den Düsseldorfer Alexander Madlung aufgelaufen. „Ich hatte das Gefühl, dass sich Madlung in den Weg stellt, einen Buckel macht und Jörg Siebenhandl unterbaut.


Lukas Fröde: "Ich habe schon Schiedsrichter gesehen, die das pfeifen."

Ich habe schon Schiedsrichter gesehen, die das pfeifen“, fand Würzburgs Torschütze Fröde. Thorben Siewer aus dem nordrhein-westfälischen Olpe tat das nicht. Ein Umstand, der bei Hollerbach für Frust sorgte: „Der Schiedsrichter hat ansonsten richtig gut gepfiffen. Wir sind aber bezüglich der Entscheidungen nicht vom Glück verfolgt. Das ist nicht das erste Mal. Gerade in den letzten Wochen war es so. Vielleicht müssen wir damit leben, dass wir eben nur ein kleiner Verein sind, der aus der Regionalliga kommt."

Alleine mit dem ausgebliebenen Pfiff vor dem Ausgleich, können die Würzburger, den verlorenen Sieg freilich auch nicht begründen. Letztlich verpassten es die Kickers nämlich gegen einen taumelnden Gegner, echtes Kapital aus der eigenen Überlegenheit zu schlagen. Die Düsseldorfer hatten in den Tagen vor dem Spiel viel in Bewegung gesetzt, um Unterstützung geworben. Immerhin 27192 Zuschauern waren gekommen und machten bisweilen schon ganz schön Lärm für den Klassenerhalt. Nur bei Düsseldorfs Spielern kam davon offenbar recht wenig an. „Meine Mannschaft hat mich enttäuscht“, stellte Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel fest. Man konnte ihn verstehen.

Die Kickers indes zeigten nach dem Kurztrainingslager in Hennef zumindest das, was man von ihnen im Abstiegskampf erwarten konnte. „Eine starke Charakterleistung“, hatte Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer gesehen. Auf den Ausfall der beiden Linksverteidiger Junior Diaz (Innenbandanriss) und Peter Kurzweg (Gelbsperre) hatte Hollerbach reagiert, indem er eine Dreierabwehr aufs Feld schickte. Nejmeddin Daghfous (links) und Tobias Schröck (rechts) beackerten davor die Außenbahnen. Patrick Weihrauch sollte für zusätzliche Offensivkraft sorgen. Das klappte auch ganz gut. Zumindest waren die Kickers das deutlich aktivere Team. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir in Rückstand geraten könnten“, sagte der nicht nur wegen seines Tores herausragende Kickers-Akteur Lukas Fröde nach der Partie.

Bebou sorgt fast für Düsseldorfs Führung

Tatsächlich hatte die Fortuna aber die beste Torchance der ersten Hälfte, als Ihlas Bebou den Ball aus kurzer Distanz nicht im Würzburger Kasten unterbrachte (43.). Ein Düsseldorfer Treffer hätte das Spiel freilich auch völlig auf den Kopf gestellt. Fröde mit der Hacke (19.), Tobias Schröck mit einem abgeblockten Volleyschuss (24.) und Emanuel Taffertshofer aus der Distanz (24.) hatten zuvor Möglichkeiten für die Gäste gehabt.

Doch bei allem Sturm und Drang: Auch diesmal fiel auf, dass sich die Kickers in der vordersten Linie kaum einmal durchsetzen können. Symbolisch steht noch immer Stürmer Elia Soriano für diese Entwicklung. Der Deutsch-Italiener rannte, stürzte sich mit Eifer in Zweikämpfe und eroberte auch manchen Ball. Wenn es aber darum ging, aufs gegnerische Tor zu schießen, war meist noch ein Abwehrspieler im Weg.

Wenig Action, aber zwei Tore

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann kaum nach aufregend vor einem der beiden Tore. Die entschlossenere Mannschaft schienen an diesem Nachmittag aber die Kickers zu sein, weshalb Frödes toller Treffer (85.) auch verdient war. Eine Last schien den Kickers da von der Seele zu fallen. Endlich hatten sie einmal in der Schlussphase getroffen. Dass der wirkliche Schlussakkord dieser Partie aber auch diesmal für den Gegner reserviert war, machte die Sache umso bitterer fand auch Fröde: „Das ist ja Wahnsinn, dass dieses Spiel schon wieder so ein Ende hat. Das Glück ist derzeit auch nicht auf unserer Seite, aber wir werden wieder aufstehen und in den letzten beiden Spielen noch einen raushauen.“ Schauertes 1:1 (90.) mag die Kickers ins Herz getroffen haben, aber als Misserfolg wollte Sauer das 15. Spiel ohne Sieg  in Serie nicht werten: „Für einen Punkt hätten wir vor dem Spiel unterschrieben. Einen Zähler hier vor 30000 Zuschauern gegen eine starke Mannschaft aus Düsseldorf mitzunehmen, ist aller Ehren wert.“

So bleibt am Ende nur die Hoffnung auf den letzten beiden Spiele auch bei Lukas Fröde: „Es bringt nichts jetzt zurückzuschauen. Die Situation ist so wie sie ist. Wenn wir noch zweimal so wie heute auftreten, bin ich guter Dinge, dass wir unser Ziel erreichen.“

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