Würzburg

Für faires Verhalten ausgezeichnet

Mit der weiblichen Handball-B-Jugend der HSG Volkach (zweiter Preis) – vertreten durch Anna Schlachter (Mitte links), de...

Rund 200 Besucher waren am Dienstagabend auf Einladung der Main-Post ins Würzburger Vogel Convention Center gekommen, um bei einem Gala-Abend die Gewinner der jährlichen Fair-ist-mehr-Aktion zu würdigen. Diese wird von der Rechtsanwaltskanzlei Bendel & Partner unterstützt. Unter den Gästen war auch Tischtennis-Star und Olympia-Fahnenträger Timo Boll. Er lieferte sich mit Natalie Greß und Kai Dunkel, Main-Post-Redakteure und Moderatoren des Abends, ein verbales und sportliches Duell an der Platte.

Während der Tischtennis-Star den Journalisten die Bälle -  mit Schläger, Bratpfanne und Bocksbeutel - um die Ohren fliegen ließ, löcherten sie ihn mit Fragen. Eine eigene Unterwäsche-Kollektion wie der englische Ex-Fußball-Star David Beckham hat der 36-Jährige, der 2008 in China zum bestaussehensten Sportler gewählt worden, war zwar nicht. Dafür aber Ehrgeiz, Leidenschaft und Disziplin. Bekannt ist Boll auch für sein faires und sportliches Verhalten.

Auf Siegtreffer verzichtet

Dass für ihn Fairness wichtiger ist als ein Sieg, hatte auch der mit dem ersten Preis ausgezeichnete U-15-Fußballer Luca Nüse von der FG Marktbreit im Mai vergangenen Jahres bewiesen. Im Kreisliga-Spiel  gegen die JFG Schwanberg hatte er gegenüber dem Unparteiischen sein Handspiel zugegeben und damit auf den vom Schiedsrichter bereits gegebenen Siegtreffer verzichtet.

„Dem Gegner gegenüber unfair zu sein, ist auch Betrug an sich selbst“, sagte Paralympics-Gewinnerin Franziska Liebhardt in ihrer Laudatio. Sie übergab den mit 1500 Euro dotierten Preis. Für Luka Nüse scheint diese Weisheit bereits eine Selbstverständlichkeit: „Ich habe nicht überlegt, ich bin einfach direkt zum Schiedsrichter gegangen.“ Seine Mannschaftskollegen brachten der Aktion zunächst wenig Verständnis entgegen. „Letztendlich haben sie es aber verstanden“, sagte der junge Preisträger, der mit einem Augenzwinkern erzählte, dass er noch immer auf den vom Trainer versprochenen Kasten Spezi wartet.

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Fair ist mehr 2017: Sportler aus der Region ausgezeichnet

Handballerinnen ausgezeichnet

Mit dem mit 1000 Euro ausgelobten zweiten Preis wurde bei der Fair-ist-mehr-Gala nicht ein Einzelner, sondern die komplette weibliche B-Jugend der HSG Volkach ausgezeichnet. Die Handballerinnen hatten in der Partie gegen den TSV Karlstadt eine der ihren vom Feld genommen und die Partie Sechs gegen Sechs bestritten. Der Grund: Eine der Spielerin der Gäste hatte sich nach 14 Minuten verletzt und der TSV war ohne Wechselspielerin angetreten. „Für mich seid ihr keine Mädels, sondern junge Damen. Eure Aktion zeigt eure Reife“, sagte  Laudator Stefan Schmitt, Kapitän der Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe. Er betonte, dass so eine Geste alles andere als selbstverständlich sei: „Das war eine geile Aktion der Volkacher Mädels.“

Auch ein Faustballer durfte sich freuen

Über faires Verhalten konnte sich auch Siegfried Kaidel, Präsident des Deutschen Ruderverbands und Sprecher der Olympischen Sportverbände, freuen. Er zeichnete Oliver Bauer mit dem dritten Preis aus. Der Faustballer vom TV Oberndorf/Schweinfurt hatte im Juli vergangenen Jahres beim Turnier um den Champions-Cup den Schiedsrichter korrigiert und auf einen Regelverstoß seinerseits hingewiesen. Mit diesem Verhalten hatte er auf einen bereits gegebenen Punkt verzichtet.

Bauer konnte den mit 500 Euro dotierten Preis am Dienstagabend nicht selbst entgegennehmen, sondern wurde durch seinen Mannschaftskameraden Maximilian Lutz vertreten. Der war dann auch mittendrin als es von allen Anwesenden noch ein Geburtstagsständchen für Kaidel gab, der es sich nicht hatte nehmen lassen, an seinem Ehrentag als Laudator aufzutreten.

Ebenfalls ins Vogel Convention Center gekommen war der Headcoach von s.Oliver Würzburg, Dirk Bauermann. Der wollte zwar nur ungern über seine Mannschaft, dafür aber umso lieber über die Aktion von Christoph Rausch reden. Der bekam den mit 500 Euro dotierten Jugendpreis. Im April vergangenen Jahres hatte der 26-Jährige, damals U-13-Coach beim TSV Gerbrunn, bei der Partie gegen den SC Heuchelhof einen Spieler vom Platz genommen, da die Gäste nur zu acht statt – wie in der U13 üblich - zu neunt hatten antreten können.

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