HANDBALL. 2. BUNDESLIGA

Geht die Serie der Wölfe im heimstarken Handkäsedorf weiter?

Nach zuletzt drei Siegen gastieren Rimpars Zweitliga-Handballer beim zu Hause noch ungeschlagenen TV Hüttenberg. Der zelebriert nach wie vor seine ganz spezielle Abwehr.
Für Patrick Schmidt, Kapitän der DJK Rimpar Wölfe, gibt es in Hüttenberg ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein. Foto: foto2press/Frank Scheuring

TV Hüttenberg - DJK Rimpar Wölfe
(Samstag, 19.30 Uhr, Sportzentrum Hüttenberg)

Welche Aussagekraft hat eine Tabelle nach sechs von 34 Spieltagen? "Ich bemühe nicht die Floskel von der schönen Momentaufnahme", antwortet Ceven Klatt, "auch wenn es das zweifellos ist. Für mich zeigt die Tabelle zum jetzigen Zeitpunkt, welche Mannschaften gut gestartet sind, welche noch Potenzial haben und welche da stehen, wo man sie in etwa erwarten konnte." 

Klatts Mannschaft, die der DJK Rimpar Wölfe (9:3 Punkte), steht aktuell auf dem dritten, der TV Hüttenberg (5:7) auf dem zehnten Platz. "Formal, würde ich sagen, sind wir dank unseres guten Starts etwas überm, Hüttenberg etwa unterm Soll. Tatsächlich treffen zwei Gegner auf Augenhöhe aufeinander",  sagt Klatt vor dem fünften Auswärtsspiel.

Beide Gegner kennen sich gut

Zwei Gegner, die sich gut kennen. Und das nicht nur, weil Rimpars Kapitän Patrick Schmidt schon die Trikots beider Klubs getragen hat. Oder weil beide innerhalb von vier Monaten nun bereits zum dritten Mal das Vergnügen miteinander haben. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison verlor die DJK beim TVH die sportlich bedeutungslose Begegnung mit 26:32, in der Vorbereitung auf die neue Runde gewannen die Wölfe einen Test mit 28:21.  Für Klatt haben beide Ergebnisse "gar keine" Bedeutung mehr.

Auch den 25:22-Heimsieg vom vergangenen Samstag über den HC Elbflorens aus Dresden, der um einiges deutlicher hätte ausfallen können, hat er abgehakt. "Selbstkritik ist gut, aber wir müssen auch aufpassen, dass wir den positiven Flow mitnehmen und uns weiter davon tragen lassen, ohne zu zufrieden zu werden." Daher geht sein Blick nach drei Siegen in Serie nur nach vorn, auf die Dienstfahrt ins Handkäsedorf.

Die Abwehr ist die DNA des TVH

Hüttenberg, das steht für Hexenkessel, Heimstärke und eine ganz spezielle Deckung, die längst zur DNA des TVH geworden ist. In eigener Halle sind die Mittelhessen in dieser Saison noch ungeschlagen, zuletzt bezwangen sie dort den HSC 2000 Coburg mit 23:22. Mittelmann Björn Zintel, siebtbester Torschütze der Liga, sicherte mit einem finalen Kempa-Treffer beide Punkte. Ebenso wie sein Spielmacherkollege Tomas Sklenak bildet er mit Markus Stegefeldt (links) und Dieudonne Mubenzem (rechts) eine gefährliche Rückraumachse. Nur auswärts ging das Team des neuen Trainers Frederick Griesbach, der als Nachfolger des zum TuS N-Lübbecke gewechselten Emir Kurtagic vom Drittligisten VfL Pfullingen kam, bisher leer aus. 

Sind Rimpars Kreisläufer einsetzbar?

Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmal der Gastgeber in der gesamten Handball-Bundesliga ist die 3:2:1-Abwehr. Ein taktisches Mittel, sie zu knacken, kann der siebte Feldspieler sein, ein anderes das Spiel über einen oder sogar zwei Kreisläufer. Die Frage ist nur: Hat Rimpar überhaupt einen gelernten? Patrick Gempp, der seit drei Wochen wegen Schulterproblemen pausiert, wird laut Klatt erst am Samstag erfahren, ob er die ärztliche Freigabe bekommt; Michael Schulz, der nach einem grippalen Infekt angeschlagen gegen Dresden auflief, hat einen Rückfall erlitten und unter der Woche nicht trainiert. Ebenso wie Torwart Max Brustmann wegen eines Magen-Darm-Infekts.

Den Erfolgshunger des ehrgeizigen DJK-Coachs schmälern die Personalsorgen nicht. "Mal gucken, ob wir die ersten sind, die was aus Hüttenberg mitnehmen", meint er. Ein Blick auf die Tabelle macht allen Wölfen sicherlich Appettit.  

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