Basketball: Bundesliga

Gelingt den Baskets der nächste Schritt?

Warum der Trainer von s.Oliver Würzburg trotz eines deutlichen Sieges zum Jahresauftakt ziemlich unzufrieden war, und was Denis Wucherer von seiner Mannschaft erwartet.
Zwei Charakterköpfe im Dialog: Baskets-Trainer Denis Wucherer (links) diskutiert während der Partie gegen Braunschweig mit Schiedsrichter Benjamin Barth. Foto: Heiko Becker

Am Schluss waren dann zwei mächtig angefressen. Der Trainer. Und einer seiner Spieler. Das bedingte sich irgendwie auch. Zumindest mittelbar. Und das, obwohl der Start ins neue Jahr geglückt war. Auf den ersten Blick. Den nackten Zahlen nach. Und die rücken ja fast in die Nähe des Goldenen Kalbs bei Basketballern. Also, die Datenbasics: Neunter Sieg im 15. Saisonspiel. Platz in den Play-off-Rängen verteidigt. 97:83 (54:40) hieß es am Ende. Deutlich. Ordentliche 25 Assists. Vernünftige 30 Rebounds. Befriedigende 61-Prozent-Trefferquote aus dem Feld. Gute 57-Prozent Dreierquote. Angemessene 77-Prozent Freiwurfquote. Zwischenzeitliche 24-Punkte-Führung . . .

Und genau da fängt das Problem an. Zumindest für Denis Wucherer. Der Trainer von Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg war am Freitagabend nach dem Sieg seiner Mannen gegen die Löwen aus Braunschweig so richtig in Fahrt und machte aus seinem Unmut keinen Hehl.

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s.Oliver Wuerzburg vs. Basketball Loewen Braunschweig

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Joshua Obiesie war bestimmt mindestens genauso stinkig wie sein Trainer. Man darf davon ausgehen: vor allem auf ihn. Weil Wucherer ihn gerade einmal die letzten 142 Sekunden hatte mittun lassen. Dass es derart wenige gewesen waren, erklärte der Trainer hernach auch damit, dass "ein paar Kameraden Blödsinn gemacht haben" auf dem Parkett. Wucherer meinte, er hätte sein großes Talent gerne länger spielen lassen. Was dann doch ein wenig verwundern durfte, weil er den 19-Jährigen zuletzt schon in wesentlich heikleren Phasen einer Begegnung aufs Parkett gejagt hatte als bei einer komfortablen zweistelligen Führung. Und Obiesie nach seinem Bänderriss zuletzt mehrfach bewiesen hatte, dann nicht nur zu bestehen - sondern bisweilen auch wichtige Akzente setzen zu können. "Wir haben elf gesunde Spieler derzeit, da kann man manchmal nicht allen viele Minuten geben, da passiert so etwas auch mal", sagte Wucherer. Nils Haßfurther, das andere große Talent bei den Baskets, weiß ein Lied davon zu singen: Er hat in dieser Runde bereits ähnliche Erfahrungen gemacht.

Luke Fischer (17 Punkte, sieben Rebounds, vier Assists) war der effektivste Baskets-Akteur beim 97:83-Sieg gegen Braunschweig. Foto: Heiko Becker

Konzentration, Übermut - oder Intelligenz?

Was Wucherer wirklich erzürnte: Dass sein Team es erneut versäumt hatte, einen Gegner sozusagen aus der Halle zu schießen. "Das schaffen wir noch nicht." 24 Punkte Vorsprung - "und dann bist du plötzlich nur noch mit zwölf vorne. Das darf gegen so eine Mannschaft, gegen so eine harmlose Defensive nicht passieren", urteilte der 46-Jährige. "Da sind wir nicht hungrig genug. Da sind mir dann 25 Assists zu wenig und 18 Ballverluste zu viel." Kann das Verspielen einer solchen Führung auch eine Konzentrationssache oder vielleicht gar Übermut sein? Wucherer schaut bei seiner Antwort sehr ernst. "Ne! Das hat mit Intelligenz zu tun." Auch, wenn man nicht jedes Wort eines Trainers nach einer Partie, mit deren Verlauf er trotz Sieges nicht zufrieden war, auf die Goldwaage legen braucht - wenn man sich mit Denis Wucherer schon ein paar Mal unterhalten hat, darf man ungestraft annehmen: Er meinte das in diesem Moment genauso ernst wie er dreinblickte.

"Diesen Schritt müssen wir gehen, um ein ernsthafter Play-off-Anwärter zu werden."
Baskets-Trainer Denis Wucherer

"Wenn du zur Pause mit 14 Punkten führst, musst du hungrig und clever genug sein, darauf aufzubauen und es in der zweiten Halbzeit ähnlich gut zu machen", analysierte Wucherer. "Dann kann man so eine zweite Halbzeit auch nutzen, um zu lernen und besser zu werden. Das haben wir gegen Bonn und auch heute noch nicht geschafft." Der Baskets-Trainer erwartet "den nächsten Schritt". Die Weiterentwicklung seiner Mannschaft. "Diesen Schritt müssen wir gehen, um ein ernsthafter Play-off-Anwärter zu werden." Soll heißen: nicht einer, der das Viertelfinale mit Ach und Krach erreicht und dann gleich chancenlos rausfliegt.

Erst in drei Wochen geht es in Hamburg weiter

Wucherer freut sich nach der trainingsfreien Woche, in der einige seiner US-Spieler in Heimaturlaub flogen, auf die Rückkehr seiner Schützlinge. "Dann können wir weiter an Fortschritten arbeiten, um dann in drei Wochen in Hamburg dort anzuknüpfen, wo wir in den letzten Spielen aufgehört haben." Und dabei meinte er bestimmt nicht die gesamten 80 Minuten gegen Bonn und Braunschweig - sondern vor allem die Ergebnisse.

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