HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

Gerechte Punkteteilung nach hartem Kampf

20190518KRRIMAUE010       -  Jubel nach dem Abpfiff: Michael Schulz (links), der den finalen Treffer für die Rimparer Wölfe erzielt hatte, und seine Mannschaftskollegen reißen nach einer Parade ihres Torwarts Andreas Wieser in der letzten Sekunde die Arme in die Höhe.
Jubel nach dem Abpfiff: Michael Schulz (links), der den finalen Treffer für die Rimparer Wölfe erzielt hatte, und seine Mannschaftskollegen reißen nach einer Parade ihres Torwarts Andreas Wieser in der letzten Sekunde die Arme in die Höhe. Foto: Meike Kreidler (foto2press)

DJK Rimpar Wölfe – EHV Aue 26:26 (10:15)

Spätestens als aus der vom EHV Aue besetzten Kabine in der s.Oliver Arena laut das Steigerlied aus Boxen erklang, schien die Welt wieder in Ordnung. Es ist ein Bergmannshit, der im Erzgebirge mit voller Inbrunst gesungen wird. Zuvor hatten sich die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe nach einem harten Kampf mit einer 26:26 (10:15)-Punkteteilung von ihren sächsischen Gästen getrennt. Für die Auer war es der letzte noch nötige Zähler, um den Klassenerhalt vorzeitig einzutüten. Die Rimparer durften mit erhobenen Köpfen vom Feld gehen, weil sie sich einem langen Rückstand entgegengestemmt und mit dem Ertönen der Schlusssirene in Person von Schlussmann Andreas Wieser noch das 26:27 hatten verhindern können.

Beide Teams hatten sich gegenseitig ziemlich rangenommen, was nach Meinung der Trainer noch im Rahmen geblieben war. „Es war ein sehr, sehr rassiges Spiel, in dem es ordentlich zur Sache ging“, fand EHV-Trainer Stephan Swat. Es sei viel Adrenalin und Würze drin gewesen, aber so sei nun mal Handball. Insgesamt hatte es zehn Zeitstrafen und eine Rote Karte gegen Aues Ladislav Brykner gegeben (38.).

Böses Foul an Benjamin Herth

Genau wie Swat wollte auch DJK-Coach Matthias Obinger die vielen Nickligkeiten nicht überbewerten: „Ich fand es hart umkämpft, aber nicht überhart. Wenn mein Co-Trainer und ich oder Stephan und ich dieses Spiel gepfiffen hätten, hätten wir auf beiden Seiten möglicherweise eine andere Linie verfolgt und manche Dinge anders ausgelegt. Doch dafür stehen wir an der Seitenlinie.“

In einer Situation hatte das für Obinger so nicht zugetroffen. In der 23. Minute rannte er nach einem bösen Foul an Benjamin Herth aufs Feld – und sah dafür Gelb. „Das muss ich nicht machen“, erklärte Obinger nach dem Schlag ins Gesicht des DJK-Regisseurs. „Aber in dem Sinne braucht die Mannschaft von außen auch mal einen Impuls, dass ich nicht mit jeder Schiedsrichterentscheidung einverstanden bin“, so der 39-Jährige, der bis dahin bereits alle Hände voll zu tun gehabt hatte.

Zweite Rimparer Auszeit nach 13 Minuten

Schon nach einer knappen Viertelstunde musste er die zweite Auszeit ziehen (13.), weil seine Sieben bis zum Stand von 2:9 nahezu alles vermissen ließ. Danach wurde es etwas besser. „Es war viel Stückwerk, was wir in der ersten Hälfte geboten haben. Vor allem in der Abwehr haben wir die letzten Prozent vermissen lassen“, sagte Obinger. Dadurch sei es schwer gewesen, ins Gegenspiel zu kommen.

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Aues Coach war hingegen regelrecht begeistert von seiner Mannschaft. „Das war heute charakterlich und moralisch unheimlich klasse, was wir auf die Platte gebracht haben. Wir wollten selbst einen dicken Strich unter den Klassenerhalt machen. Das haben wir geschafft. Wir sind sowas von engagiert ins Spiel gegangen“, sagte Swat. Dass es dann noch so ein heißes Spiel geworden sei, dazu hätten alle beigetragen.

Obinger: „Willens- und Charakterleistung“

Allen voran die Wölfe, die sich nach dem Seitenwechsel endgültig ins Match gebissen hatten und auch taktisch mit dem siebten Feldspieler auf der Höhe waren. DJK-Kreisläufer Michael Schulz gelangen kurz vor Schluss zwei nahezu identische Treffer. Jeweils mit dem Rücken zum Tor und im Fallen erzielte er erst das 24:25 (57.), dem Mannschaftskollege Benedikt Brielmeier den erstmaligen Ausgleich folgen ließ. Der zweite Treffer von Schulz bedeutete den 26:26-Endstand. Denn der starke Wieser, der nach der Pause für den diesmal glücklosen Max Brustmann zwischen die Pfosten gerückt war, hielt quasi mit dem Ende gegen EHV-Rechtsaußen Jan Faith den Punktgewinn fest.

„Es war eine Willens- und Charakterleistung, wenn man bedenkt, dass wir 2:9 hinten gelegen waren und es vor der Pause nicht wirklich geschafft haben, noch einmal heranzukommen“, zeigte sich Obinger zufrieden. Und Swat machte sich bereits Gedanken über die Heimfahrt ins Erzgebirge: „Ich hoffe, unser Busunternehmen hat eine gute Versicherung. Denn ich weiß nicht, was heute im Bus abgeht.“


Die Statistik des Spiels

Rimpar: Brustmann (1.-30.), Wieser (31.-60.) – Schömig 7/3, Böhm 1, Karle, Gempp, Schmidt 3, Kaufmann 1, Meyer, Bauer 2, Schulz 2, Backs 2, Brielmeier 5, Herth 3.

Aue: Töpfer 1, Musil – Meinhardt 11/5, Naumann, Roch 7, Ebert, Bornhorn 1, Petreikis 1, Dumcius 2, Brykner 2, Faith, Neuteboom, Slachta 1, Schauer, Tuminskis.

Spielfilm: 1:5 (6.), 3:8 (13.), 8:11 (21.), 7:12 (24.), 10:15 (Halbzeit); 12:18 (37.), 16:18 (42.), 19:20 (47.), 20:24 (52.), 25:25 (58.), 25:26 (59.) 26:26 (Endstand).

Siebenmeter: 4/7 : 5/6.

Zeitstrafen: 5:5.

Rot: Brykner (39., grobes Foulspiel, Aue).

Schiedsrichter: Julian Fedtke/Niels Wienrich (beide Berlin).

Zuschauer: 1408.

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