FUSSBALL: BAYERNLIGA NORD

Ist Großbardorf diesmal fällig?

Fußball, Bayernliga, TSV Aubstadt - Würzburger FV       -  Ob im Training oder auf dem Platz: WFV-Spieler Ben Müller (links) ist immer mit Feuereifer dabei – hier in der Partie gegen den TSV Aubstadt (im bild Daniel Leicht) am 12. Mai.
Ob im Training oder auf dem Platz: WFV-Spieler Ben Müller (links) ist immer mit Feuereifer dabei – hier in der Partie gegen den TSV Aubstadt (im bild Daniel Leicht) am 12. Mai. Foto: Heiko Becker

Bayernliga Nord

Würzburger FV – TSV Großbardorf (Samstag, 15 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage)

Wenn man es genau nimmt, konnte aus Ben Müller fast nichts anderes werden als Fußballspieler oder zumindest irgendeine andere Art Sportler. Seine Mama – Triathletin. Sein Papa – einst selbst Kicker, heute Trainer des Bezirksligisten ESV Ansbach-Eyb. Seine Halbschwester – Volleyballerin in der Zweiten Bundesliga. Und sein Bruder – Basketballer in der 1. Regionalliga. Ben Müller selbst schnürt in der zweiten Saison seine Fußballschuhe für den Würzburger FV. Seinen Platz hat er im defensiven Mittelfeld, wo er entweder als Sechser oder als Innenverteidiger agiert.

„Ich hatte tatsächlich fast keine andere Chance, als Fußballer zu werden“, sagt der 20-Jährige und lacht herzhaft. Entspannt und gut gelaunt wirkt der gebürtige Ansbacher beim Pressegespräch im WFV-Biergarten. Wobei gute Laune dieser Tage fast schon so etwas wie das Markenzeichen der Zellerauer ist.

Nur knapp hatten sie vergangene Saison als Dritter die Relegation zur Regionalliga verpasst. In der aktuellen Spielzeit sind die Jungs von der Mainaustraße auch nach dem für sie elften Spieltag noch ungeschlagen. Das scheint genau die richtige Zeit für einen Besuch aus dem Grabfeld zu sein. Seit dem 30. November 2013 ist den Blauen kein Sieg mehr gegen die „Gallier“ gelungen. Ist Großbardorf diesmal fällig? „Ich hoffe es“, sagt Ben Müller und lacht. Gerade für seine Kameraden, die schon länger beim WFV dabei sind, sei es ein großer Wunsch, endlich einmal wieder gegen den unterfränkischen Konkurrenten zu gewinnen. Trotz der jüngeren Historie stehen die Chancen für die Blauen gut, sind sie doch in Topform, und der Kader bis auf Andreas Ganzinger komplett.

„Wir wissen, wie wir Derbys anzugehen haben, sind gut vorbereitet und fit“, sagt WFV-Trainer Marc Reitmaier. Wahrscheinlich wird er auch am Samstag Ben Müller als Innenverteidiger auflaufen lassen. Ein Job, in dem er seine Stärke im Spielaufbau besonders gut zeigen kann, und den er auch während seiner Ausbildung beim 1. FC Nürnberg öfter übernommen hat. „Ich bin es gewohnt, zwischen der Sechser- und der Innenverteidiger-Position zu wechseln“, sagt Ben Müller. Zum Club kam er in der U 15, pendelte gemeinsam mit einem Freund viermal die Woche mit dem Zug von Ansbach in die mittelfränkische Metropole. Am Wochenende standen die Spiele auf dem Programm. „Beim Feiern mit Freunden war man da natürlich öfter nicht dabei. Aber der Verzicht auf Dinge hat sich gelohnt“, sagt Ben Müller. In der A-Jugend wurde er zum Kapitän der Club-Mannschaft ernannt, konnte auf dieser Position nicht nur seine spielerischen, sondern auch seine menschlichen Stärken einbringen.

Auf dem Weg zum Lehrer

Neben der Fußballausbildung schaffte er sein Abitur und studiert in Würzburg inzwischen Lehramt fürs Gymnasium (Mathe und Sport). Auch das eine Art Familientradition. Schon der Papa ließ sich in der Domstadt zum Lehrer ausbilden, lernte auf diesem Weg Anton Kramer, später lange Jahre Trainer in Höchberg und bei den Würzburger Kickers, und Martin Lang, 2015 bis 2017 Sportlicher Leiter beim WFV, kennen. So kam der Kontakt zwischen dem Verein von der Mainaustraße und dem Fußballtalent zustande. Im Juli 2017 wechselte er zum WFV, wo er die Hinrunde zu großen Teilen auf der Bank verbrachte. „Ich habe die Vorbereitung nicht komplett mitgemacht und habe auch Zeit gebraucht, mich anzupassen“, sagt Ben Müller und verweist auf den Unterschied zwischen Jugend- und Herrenfußball, der vor allem in der körperlichen Robustheit liege. Ab der Rückrunde war der inzwischen 20-Jährige aber schon regelmäßig im Einsatz, zählt inzwischen zum festen Bestandteil von Reitmaiers Kader. „Ben hat die Einstellung eines Profis und gibt in jedem Training alles. Es ist erstaunlich, wie er sich von der letzten auf diese Saison weiterentwickelt hat. Er ist immer willig, an seinen Stärken zu arbeiten und seine Schwächen zu verbessern“, lobt der Trainer, der den 20-Jährigen als wichtigen Pfeiler der Mannschaft sieht.

Wenn Ben Müller nicht selbst auf dem Platz steht, trainiert er seit dieser Saison gemeinsam mit Innenverteidiger Tim Lorenz die U 13 III der Zellerauer. Die beiden verstehen sich prächtig – auf und neben dem Platz. Nur einen Punkt gibt es in ihrer Freundschaft, da hört der Spaß auf: Wenn Ben im Tischtennis gewinnt. Siegen, da sind sich beide einig, wollen sie am liebsten gemeinsam. Vielleicht schon am Samstag, gegen Großbardorf.

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