BOXEN

Jeremy Bursalioglu boxt trotz Handbruch weiter

Der Würzburger Jeremy Bursalioglu (links) durfte sich im Bayernkader auf internationalem Parkett gegen den Kasachen Murat Kadirali beweisen. Foto: Schult

Unverhofft kommt oft: Das galt kürzlich für den Boxer Jeremy Bursalioglu vom Boxteam des Würzburgers Tommy Schult. Bursalioglu bekam eine kurzfristige Einladung für den Bayernkader zu einer internationalen Meisterschaft in Kasachstan. „Das war ein tolles Erlebnis“, fand Bursalioglu. Sein Trainer Tommy Schult war begeistert von Auftritt seines Schützlings.

Es war für den Würzburger ein Jubiläumskampf, stand er doch zum 50. Mal zu einem offiziellen Duell im Ring. Und ihm bot sich die große Chance, sich in der kasachischen Stadt Aqtobe auf internationalem Parkett zu präsentieren. Im Achtelfinale des Halbweltergewichts (bis 64 Kilogramm) der Männer sah sich der Würzburger dem Kasachen Murat Kadirali gegenüber und beeindruckte auch den Landessportwart des Bayerischen Amateurboxverbandes, Heiner Pauckner. Dank seiner exzellenten Beinarbeit war Bursalioglu vom Kaschen nicht zu stellen. Die Kampfrichter werteten die beiden ersten Runden mit 10:9 als gewonnen für den 28-Jährigen, der dann aber doppelt Pech hatte. Noch während der siegreich gestalteten zweiten Runde verletzte er sich unglücklich an der Führhand, im Nachhinein stellte sich die als Verletzung als glatter Bruch heraus.

Doch Bursalioglu biss auf die Zähne und setzte seinen Kontrahenten weiter unter Druck; Tommy Schult fand, „dass Jeremy mit nur einer Hand den Nahkampf bravourös gemeistert hat“. Das nächste Pech kam in der dritten Runde, als der Informatik-Kaufmann nach einem Gegentreffer etwas nach hinten stolperte, was den Ringrichter dazu bewog, den Würzburger anzuzählen. Dadurch ging die dritte Runde 10:8 an den Kasachen und in der Addition waren beide Kämpfer punktgleich.

„Es war für uns alle unverständlich, dass der Kasache zum Sieger gekürt wurde“, meinte Tommy Schult hernach. Auch das Publikum habe seinen Umnut über das Fehlurteil kundgetan und Bursalioglu als Sieger gesehen. Dass der Würzburger vorzeitig ausschied, nahmen er und sein Trainer weniger tragisch, da die Röntgenuntersuchung den Handbruch offenlegte und die Meisterschaft für ihn deswegen ohnehin gelaufen war. „Schade um eine mögliche Medaille, aber es wird für Jeremy weitergehen“, resümierte sein Trainer.

Tatsächlich wird es weitergehen, denn neben Heiner Pauckner stellte auch Valentin Shilagi, Trainer des Olympiastützpunkts Heidelberg, dem Würzburger ein gutes Zeugnis aus. Die drei Kämpfer aus dem Bayernkader und die zwei Boxer Atha Kazakis und Sopa Kastriot vom Olympiastützpunkt Heidelberg gaben in Kasachstan eine gute Visitenkarte ab und reisten mit einer Goldmedaille durch Kazakis und einer Bronzemedaille von Kastriot zurück in die Heimat. Bursalioglu darf durch seinen couragierten Auftritt auf weitere Berufungen in den Bayernkader hoffen.

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