RUDERN: ROTSEE-REGATTA

Joachim Agne schafft die WM-Qualifikation

Platz vier auf dem Rotsee: Der deutsche Leichtgewichts-Doppelvierer mit (von links) Moritz Moos (Mainz), Edvin Novak (Berlin), Johannes Ursprung (Frankfurt) und Joachim Agne vom ARCW Würzburg. Foto: DRV

Ruder-Mekka, Wimbledon der Ruderer – keine andere Regattastrecke umgibt so ein Mythos wie den Rotsee am Stadtrand des schweizerischen Luzern. Es wirkt fast, als hätte der Schöpfer ans Rudern gedacht, als er dieses Gewässer, windgeschützt, 2500 Meter lang in ein malerisches Tal einbettete. Die Ruderer lieben den Rotsee, weil er von allen internationalen Regattastrecken die fairsten Bedingungen bietet.

„Ich hatte mir das alles etwas größer vorgestellt“, erzählt Joachim Agne (23), Nachwuchstalent vom Akademischen Ruderclub Würzburg (ARCW). Agne hatte hier am zweiten Juliwochenende seinen ersten internationalen Einsatz in der A-Nationalmannschaft, im Doppelvierer der Leichtgewichte. Aber auch dafür ist die Rotsee-Regatta bekannt: Für ihre familiäre Atmosphäre – hier gibt es keine abgetrennten Bereiche für Athleten und Zuschauer. Ein Selfie mit einem Olympiasieger, ein Autogramm von einer Weltmeisterin – alles kein Problem.

Ein gewisser Respekt vor großen Namen war der Mannschaft aus Mainz, Berlin, Frankfurt und Würzburg um Schlagmann Joachim Agne allerdings anzumerken: „Wir sind da etwas zu vorsichtig in die Regatta gestartet“, meinte Agne nach dem verpatzten Vorlauf. Gegen das Boot aus Frankreich, den Vizeweltmeister des Vorjahres, hatte man sich zwar sowieso keine Chance ausgerechnet, aber es fehlte spürbar an der mannschaftlichen Geschlossenheit.

Die Konkurrenz ist gestiegen

Insgesamt ist die Konkurrenz im Skullbereich der Leichtgewichte härter geworden, nachdem der Riemenvierer zugunsten der Frauenquote aus dem olympischen Programm gestrichen wurde. „Mit der Entscheidung des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC) sind die Meldezahlen im Riemenbereich dramatisch eingebrochen“, sagt der Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes (DRV), Markus Schwarzrock. „Alles drängt jetzt in die Skullboote“, so Schwarzrock weiter.

Mit einem Sieg im Hoffnungslauf, technisch deutlich verbessert zum Vorlauf, konnte der deutsche Vierer dann die Fahrkarte für das Finale lösen. Das man gegen die eingefahrenen Vize-Weltmeister aus Frankreich und die Italiener mit zwei Olympiateilnehmern des letzten Jahres, noch nicht bestehen kann, sah Joachim Agne realistisch. Aber auch der tschechische Vierer konnte eine Schwäche des deutschen Bootes auf den zweiten 500 Metern nutzen, um sich auf einen Medaillenplatz zu schieben. Am Ende war man froh, das australische und das holländische Boot noch auf die Plätze verweisen zu können.

Mit dem vierten Platz wurde aber die Qualifikation für die Weltmeisterschaften im kalifornischen Sarasota Emde September, problemlos geschafft. Bei der insgesamt schwachen Vorstellung des Deutschen Ruderverbandes, bei dem nur der Deutschland-Achter mit einem knappen Sieg überzeugen konnte, waren die Verantwortlichen über den Leichtgewichtsdoppelvierer und seiner Finalplatzierung doch ganz froh. Wie das Boot für die Weltmeisterschaften in USA genau besetzt sein wird, steht noch nicht fest, aber Joachim Agne, der 23-jährige Informatikstudent vom ARCW sollte auf alle Fälle dabei sein.

Studentenweltmeister Steinhübel

Und was macht eigentlich Konstantin Steinhübel (27), Vize-Europameister im Leichtgewichts-Einer und Würzburgs Sportler des Jahres 2016? Der angehende Schiffsbau-Ingenieur lässt es im nacholympischen Jahr etwas ruhiger angehen und konzentriert sich auf sein Studium an der Universität Hamburg. Er startete am vergangenen Wochenende für die Uni bei den Europäischen Studentenweltmeisterschaften im serbischen Subotica und holte sich den Titel im Leichtgewichts-Einer. So gibt es beim ARCW die leise Hoffnung, in naher Zukunft mit einem reinen Vereinsboot, im olympischen Leichtgewichts-Doppelzweier, international anzutreten.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Internationales Olympisches Komitee
  • Leichtgewicht
  • Rudersportler
  • Ruderverbände
  • Universität Hamburg
  • WM-Qualifikation
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!