Fußball: Bayernliga

Karlburg macht es dem WFV schwer

Die Zellerauer gewinnen das Unterfranken-Derby mit 3:1. Doch das TSV-Team um Sebastian Fries zeigt, dass es den Klassenerhalt noch lange nicht abgeschrieben hat.
Egal, wie gut sich Karlburgs Co-Trainer Sebastian Fries (links) und WFV-Stürmer Cristian Alexandru Dan neben dem Platz verstehen, während des Unterfranken-Derybs gab es nichts zu lachen.
Egal, wie gut sich Karlburgs Co-Trainer Sebastian Fries (links) und WFV-Stürmer Cristian Alexandru Dan neben dem Platz verstehen, während des Unterfranken-Derybs gab es nichts zu lachen. Foto: Heiko Becker

Sebastian Fries hatte "ein bisschen Gänsehaut", als er am Samstagnachmittag mit seinen Karlburgern auf der Sepp-Endres-Sportanlage einlief. "Es war sehr schön. Für mich ist das wie ein Wohnzimmer", sagte der spielende Co-Trainer des TSV nach dem Spiel. Kein Wunder, immerhin war der 26-Jährige von 2017 bis 2019 als Kapitän für die Zellerauer aufgelaufen. Damals klopften die Blauen an die Tür zur Regionalliga an, heute bewegen sie sich im soliden Bayernliga-Mittelfeld, während der Aufsteiger aus dem Landkreis Main-Spessart um den Klassenerhalt kämpft. Wie ein potenzieller Absteiger trat die Mannschaft von Fries und Trainer Markus Köhler beim Besuch an der Mainaustraße aber auf keinen Fall auf. "Wir sind ordentlich in die Zweikämpfe gegangen, waren eklig zu bespielen und hatten  einige gute Offensivaktionen", resümierte Fries. Aus einer solchen resultierte nach einer knappen Viertelstunde auch die Führung des Gastes durch ein Tor von Jan Wabnitz - die vom mitgereisten schwarz-weißen Fanklub ausgiebig bejubelt wurde.

Muntere Partie vor rund 400 Zuschauern

In der Folge zeigten beide Teams vor rund 400 Zuschauern eine muntere Partie, in der es nicht an Chancen mangelte. Der WFV erhöhte seinen Druck aufs Karlburger Tor und kam noch vor der Halbzeit zum 1:1 (32.). Karlburgs Keeper Marvin Fischer-Vallecilla griff nach einem Freistoß von Moritz Lotzen am Ball vorbei. Paul Obrusnik, der richtig stand und schnell reagierte, flankte das Spielgerät in die Mitte des Strafraums – und David Drösler netzte ein.

Wesentlich zerfahrener gerieten die zweiten 45 Minuten, die von vielen Nickligkeiten geprägt waren. So waren es dann auch zwei Elfmeter, die die Spielentscheidung brachten, weil WFV-Kapitän Tim Lorenz zweimal souverän verwandelte. In der 70. Minute hatte Karlburgs Cedric Fenske im Strafraum den Würzburger Dennie Michel von den Beinen geholt, den zweiten Strafstoß gab es in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einer kuriosen Aktion von TSV-Abwehrspieler Marco Schiebel. Als sein Keeper ihm beim Abstoß den Ball vor die Füße rollte, nahm er diesen mit den Händen auf. Scheinbar hatte er die Aktion seines Torwarts übersehen und wollte das Spielgerät für diesen zurechtlegen. Schiedsrichter Patrick Krettek entschied folgerichtig auf einen Elfmeter für den WFV. Er wurde zur letzten Aktion des Spiels.

Patrick Hofmann wird zum Abwehrspieler

Tatsächlich hätte es schon vorher 3:1 stehen können, ja müssen, hätte sich Würzburgs Patrick Hofmann in der 82. Minute nicht zum Abwehrmann der Gäste gemacht und einen Kopfball von Tim Lorenz in bester Verteidiger-Manier kurz vor der Linie geklärt, statt zu verwandeln. Auch die Karlburger kamen in Gestalt von Fries und Manuel Römlein noch ein paarmal gefährlich vors Tor - am Ende blieb es aber beim Punktgewinn für die Zellerauer, die mit Johannes Emmert, der in der 74. Minute für Cristian Alexandru Dan auf den Platz kam, mit einem Neuzugang überraschten. "Er ist seit gestern bei uns", erklärte WFV-Trainer Berthold Göbel nach dem Spiel und erzählte, dass der 19-Jährige zuletzt für den FSV Wacker Nordhausen II aufgelaufen war. In der Jugend hatte er unter anderem für den FC Würzburger Kickers in der U 15 gespielt.

Zufrieden war Coach Göbel übrigens nur mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem Auftritt seiner Elf: "Wir haben es uns schwer gemacht. Beim 1:0 haben wir geschlafen. Überhaupt haben wir in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt und in der zweiten nicht viel besser." Viel schneller habe er spielen wollen, sagte der 50-Jährige, und flüssiger: "Im Training geht das teilweise ganz gut, aber im Spiel ist das wieder eine andere Geschichte."

Noch drei Spiele bis zur Winterpause

Ihrem Trainer zu beweisen, dass sie auch anders können, dazu haben die Jungs aus der Zellerau vor der Winterpause noch in Bamberg (bei der DJK Don Bosco), Eltersdorf und zu Hause gegen Hof Gelegenheit. Das für den 30. November angesetzte Spiel gegen die DJK Vilzing wurde indessen auf Wunsch des WFV auf den 7. März 2020 verschoben. Grund dafür ist die Uni-WM in China, an der etliche Spieler aus dem Team für die Universität Würzburg teilnehmen werden.

Die Statistik des Spiels
Fußball: Bayernliga Nord
Würzburger FV - TSV Karlburg 3:1 (1:1)
Würzburg: Koch - Obrusnik, Lorenz, Lotzen, Drösler, Tuda (10. Röckert) - Schömig, Barthel - Michel, Bozesan (61. Hofmann), Dan (74. Emmert).
Karlburg: Fischer-Vallecilla - Wabnitz, Schiebel, Fenske (74. Frank), Schramm, Kübert - Burghard, Köhler (65. Bachmann), Rösch - Fries, Römlein.
Schiedsrichter: Patrick Krettek (Neuburg a.d. Donau). Zuschauer: 400.
Tore: 0:1 Jan Wabnitz (14.), 1:1 David Drösler (32.), 2:1 Tim Lorenz (71., Foulelfmeter), 3:1 Tim Lorenz (90.+3, Handelfmeter). Gelb-Rot: David Drösler (WFV, 90.+1, wiederholtes Foulspiel).

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