Fußball: Dritte Liga

Kickers-Transferzeugnis: Welcher Neue ein Volltreffer ist

Volltreffer: Luca Pfeiffer ist die Entdeckung unter den Kickers-Neuzugängen. Foto: Frank Scheuring

 17 neue Spieler hat Fußball-Drittligist Würzburger Kickers im zurückliegenden Sommer verpflichtet. Nach elf Partien ist es an der Zeit, Zwischenbilanz zu ziehen. Das Transferzeugnis vor dem Auswärtsspiel bei Carl Zeiss Jena am Sonntag (14 Uhr, Liveticker auf mainpost.de)

Volltreffer

Luca Pfeiffer (22 Jahre/SC Paderborn): Ragt schon wegen seiner Statur unter den Neuzugängen heraus. Sieben Torbeteiligungen (vier Treffer, drei Vorlagen) in der Liga sprechen für den 1,95-Meter-Mann. In der vergangenen Saison hatte Paderborn ihn nach Osnabrück verliehen, dort kam er als Joker von der Bank. In Würzburger auf Anhieb der Stürmer Nummer eins. Eine echte Entdeckung. Wird am Sonntag gelb-rot-gesperrt fehlen und ist schwer zu ersetzen.

Guter Griff

Guter Griff: Simon Rhein, einer von insgesamt vier Leihspielern im Kader, ist der Taktgeber im Mittelfeld. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Simon Rhein (21/1. FC Nürnberg): Hat das Zeug, zum Volltreffer zu werden. Die Leihgabe vom 1. FC Nürnberg ist trotz seiner späten Verpflichtung auf Anhieb zum Taktgeber des Kickers-Spiels geworden. Die Passmaschine im Mittelfeld glänzt mit großer Ballsicherheit und Spielverständnis. Muss den Klub aber wohl zum Saisonende wieder verlassen.

Albion Vrenezi (25/Jahn Regensburg): Auch er ist nur bis nächsten Sommer ausgeliehen und will in Würzburg seine Karriere in Schwung bringen. Vrenezi hat bei den Kickers bewiesen, dass er einer Partie eine andere Richtung geben, ja sie fast im Alleingang entscheiden kann. Sein Auftritt beim 2:1-Auswärtssieg in Mannheim war herausragend. Könnte noch etwas konstanter in seinen Leistungen werden.

Frank Ronstadt (21/Werder Bremen II): Hat sich festgespielt als Rechtsverteidiger. Hat das Zeug dazu, einer der Lieblinge der Kickers-Anhänger zu werden. Der in Hamburg geborene Deutsch-Ghaner hat abseits des Platzes immer ein Lächeln auf den Lippen und ist auf dem Rasen ein starker Zweikämpfer. Solche Typen kommen an beim Publikum.

Vincent Müller (19/1. FC Köln U19): Eigentlich ist er ja kaum zu bewerten. Aber sein erster und bisher einziger Drittliga-Einsatz beim 2:1 gegen 1860 München rückte ihn gleich ins Blickfeld. Galt schon in Köln als großes Torwarttalent. Dürfte in den nächsten Wochen die Chance bekommen, das zu beweisen. Hat den bisherigen Stammkeeper Eric Verstappen erst einmal verdrängt. Müllers großes Plus ist seine Stärke beim Spiel mit dem Fuß.

Mitläufer

Einst gemeinsam in Aue, nun bei den Kickers aktiv. Luke Hemmerich (links) und Robert Herrmann. Foto: Silvia Gralla

Luke Hemmerich (21/Erzgebirge Aue): Startete furios in die Saison. Hemmerich, in der vergangenen Rückrunde als Leihspieler mit Energie Cottbus abgestiegen, war zu Beginn eine der auffälligsten Erscheinungen bei den Kickers. Schon an fünf Treffern beteiligt (zwei Tore, drei Vorlagen). Trotzdem ist er zuletzt in der Bewertung eine Kategorie nach unten gerückt. Unter seiner Offensivstärke litt die defensive Stabilität. Der auf Schalke ausgebildete Kicker verlor seinen Stammplatz an Frank Ronstadt. Muss sich erst in die Startelf zurückkämpfen.

Robert Herrmann (26/Erzgebirge Aue): Er hat einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite derzeit scheinbar sicher. Zuletzt offensiv immer auffälliger. Schon mit drei Torvorlagen. Aber eben auch immer wieder mit Patzern im Defensivspiel. Von einem zweitligaerfahrenen Akteur würde man sich sicherlich auch noch mehr Führungsverantwortung auf und neben dem Platz wünschen. Ob sich seine Ausleihe bis Saisonende als richtig guter Griff erweist, muss sich noch zeigen.

Leroy Kwadwo (22/Fortuna Düsseldorf II): Seit Herrmann da ist, ist er außen vor. In den ersten Saisonspielen musste der gelernte Innenverteidiger auf der linken Außenbahn ran. Als er gerade in die Rolle hineinzuwachsen schien, kam der neue Mann aus Aue. Der Trainer erwartet sich von einem Linksverteidiger mehr Tatkraft in der Offensive. Auf anderen Positionen ist derzeit freilich auch kein Platz im Team. Muss sich gedulden und im Training anbieten.

Dominik Widemann (22/SpVgg Unterhaching): Mit zwei Toren, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Unterhaching. Es blieben seine einzigen Liga-Treffer für die Rothosen. Der Angreifer, in der vergangenen Saison in der Münchner Vorstadt oft glücklos agierend, hat seine Torgefahr auch in Würzburg noch nicht wirklich wiederentdeckt. Derzeit nur Ergänzungsspieler.

Bankdrücker

Er kommt derzeit bei den Kickers nicht zum Zug: Innenverteidiger Lion Schweers. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Lion Schweers (23/Preußen Münster): Seine Verpflichtung erscheint bislang als großes Missverständnis. Kam mit vielen Vorschusslorbeeren vom Liga-Rivalen Preußen Münster. Konnte bei seinen bisherigen Einsätzen aber nicht überzeugen. Seit Daniel Hägele aus dem Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung rückte, kaum noch mit einer Einsatz-Perspektive. Zuletzt viermal in Serie noch nicht einmal mehr im Kader. 

Yassin Ibrahim (19/Borussia Dortmund U19): Die Verpflichtung des jungen Linksaußen beflügelte die Fantasie der Anhänger. Immerhin gehörte er zum Team, das die U-19-Meisterschaft nach Dortmund holte, auch wenn Ibrahim vergangenen Sommer im Endspiel nicht zum Einsatz kam. Bislang nur mit Kurzeinsätzen, ehe ihn muskuläre Beschwerden zu einer Pause zwangen. Es wird eine Weile dauern, bis er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist.

Johannes Kraus (19/Jahn Regensburg II): Steht derzeit wohl ganz hinten, wenn es darum geht, sich um einen Platz in der Innenverteidigung zu bewerben. Ohne echte Einsatzchance. Auch in der Vorbereitung verletzungsbedingt mit wenigen Auftritten.

Hüseyin Cakmak (20/1. FC Kaiserslautern II): Noch ein Spieler der bislang kaum zu bewerten ist. Der 20-jährige Angreifer kam bislang nur im Toto-Pokal gegen Kreisligist SV Mosbach (5:3) und Bezirksligist SSV Kasendorf (4:1) in Pflichtspielen zum Einsatz. In diesen Partien immerhin mit jeweils einem Treffer.

Niklas Zulciak (25/Warta Posen): Der gebürtige Frankfurter, der vor seinem Engagement am Dallenberg sechs Jahre lang in erster, zweiter, dritter und vierter Liga in Polen spielte, stand bei den Kickers gleich mehrfach auf dem Prüfstand. Schon im Wintertrainingslager in Spanien war der Mittelfeldmann dabei, wurde nach dem erneuten Vorspielen im Sommer verpflichtet, blieb dann aber ohne Einsatzchance.

Kevin Frisorger (19/Würzburger Kickers II): In der vergangenen Saison aus der U-19-Mannschaft ins inzwischen abgemeldete Bayernliga-Team befördert und dort sofort Leistungsträger. Der Schritt zu den Drittliga-Profis erweist sich erwartungsgemäß als noch einmal deutlich größer für den in Fürth ausgebildeten Innenverteidiger.

Dominik Meisel (20/Würzburger Kickers II): Neben Frisoger der zweite Kicker aus dem eigenen Nachwuchs, der im Sommer einen Vertrag für das Profiteam bekam. Durfte sich zumindest schon einige Mal bei Drittliga-Spielen warm machen und darf zumindest mal auf einen Kurzeinsatz hoffen.

Maximilian Breunig (18/FC Ingolstadt U19): Der Hoffnungsträger für viele Kickers-Fans. Der gebürtige Würzburger, der seine Torjäger-Qualitäten in der vergangenen Saison mit 15 Treffern in der U-19-Bundesliga eindrucksvoll unter Beweis stellte, muss sich nach seinem schweren Autounfall im Frühjahr aber weiter in Geduld üben. Wurde erst kürzlich ein weiteres Mal operiert. Es besteht Hoffnung, dass er im Winter langsam ins Training einsteigen kann.

Rückblick

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