Fußball: Dritte Liga

Kickers mit über 1,5 Millionen Euro Minus in einer Saison

Der Fußball-Drittligist hat die Bilanzdaten der Saison 2017/18 veröffentlicht.
War nach den Zweiliga-Abstieg der Würzburger Kickers nicht lange im Amt: Ex-Trainer Stephan Schmidt, der in der Bilanz 2017/2018 zum Posten 'Löhne und Gehälter'beitrug.
War nach den Zweiliga-Abstieg der Würzburger Kickers nicht lange im Amt: Ex-Trainer Stephan Schmidt, der in der Bilanz 2017/2018 zum Posten "Löhne und Gehälter"beitrug. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Unterm Strich stand ein Minus von 1,52 Millionen Euro. Der Zweitliga-Abstieg 2017 und die darauffolgende Drittliga-Spielzeit sind den Würzburger Kickers teuer zu stehen gekommen. Das sagt zumindest die jüngst veröffentlichte Bilanz des Geschäftsjahres 2017/18. In der Zweitligasaison davor hatten die Würzburger noch einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,08 Millionen Euro erwirtschaftet.

Wenn es um Zahlen geht, gibt man sich beim Würzburger Fußball-Drittligisten meist sehr zurückhaltend, man könnte auch sagen zugeknöpft: Der Mannschaftsetat, Ablösesummen, die Höhe eines Sponsoren-Engagements – über Geld spricht man nicht am Dallenberg. Es gibt Profifußballvereine in Deutschland, die erläutern einmal im Jahr auf einer Bilanz-Pressekonferenz die wirtschaftliche Entwicklung des Klubs. Nicht so bei den Kickers.

Die Bilanz einer schwierigen Saison

Einmal im Jahr müssen die Kickers aber, von Rechts wegen, Zahlen nennen. Die AG, in die der Spielbetrieb ausgegliedert ist, unterliegt der Publizitätspflicht. Im „Bundesanzeiger“ ist die Bilanz – freilich mit einem Jahr Verspätung – einzusehen. So hat der Drittligist dort jüngst die Zahlen des Geschäftsjahres vom 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 veröffentlicht. Die Daten zur ersten Drittliga-Spielzeit nach dem Zweitliga-Abstieg also.

  • Die vollständige Bilanz unter: www.bundesanzeiger.de (Bei der Suche Würzburger Kickers und ggf. einen Buchstaben-Sicherheitscode eingeben)

Eine Saison, die aus sportlicher Sicht schwierig begann. Der Nachfolger von Bernd Hollerbach, Stephan Schmidt, wurde im Herbst als Trainer entlassen. Am Ende sprang unter dem vom Assistenten zum Cheftrainer beförderten Michael Schiele noch Platz fünf für die Rothosen heraus.

Es war ein Jahr, das, so viel steht fest, nicht billig war für die Rothosen, trotz der 500 000 Euro aus dem sogenannten Rettungsschirm der Deutschen Fußballliga (DFL) für Zweitliga-Absteiger. Zwar gingen die Ausgaben für Löhne und Gehälter im Vergleich zur vorangegangenen Zweitliga-Saison von 6,26 Millionen Euro auf 4,325 Millionen Euro zurück. Damit lagen die Kickers dennoch über dem Liga-Durchschnitt. Die Drittligisten hatten, laut Deutschem Fußball-Bund (DFB), in der Saison 2016/17 für den Spielbetrieb Personalaufwendungen von durchschnittlich 3,27 Millionen Euro pro Klub. In der Spielzeit 2017/18 fiel diese Summe sogar niedriger aus.

Umsätze sinken nach Abstieg deutlich

Am Ende war der Umsatzrückgang nach dem Abstieg so groß, dass unterm Strich eben ein Minus von gut 1,5 Millionen Euro stand. Schuld daran waren in erster Linie die deutlich niedrigeren Einnahmen aus den Fernsehrechten. Die gesamten Umsatzerlöse gingen von 16,54 Milllionen Euro auf 9,14 Millionen Euro zurück. Die Flyeralarm Arena gehört indes nicht der AG; sondern dem Stammverein. In der Bilanz der AG tauchen 4,25 Millionen Euro auf, die als Baukostenzuschüsse an den Klub bezahlt wurden.

42,4 Prozent aller Ausgaben gingen in der Saison 2017/18 für Spieler und das Trainerteam drauf. Der Kader wurde im Anschluss verändert. Spieler, die schon zu Zweitliga-Zeiten gekommen waren, wie Ex-Kapitän Sebastian Neumann, verließen den Klub. 894 000 Euro sollten so in der Saison 2018/19 in diesem Bereich gespart werden.

Kickers sehen "keine spezielle Risiken"

Durch den Einstieg einer Tochtergesellschaft des Druckunternehmens Flyeralarm, die im Gegenzug 49 Prozent der Anteile übernahm, war im Jahr 2017 das Grundkapital der Kickers AG um 1,5 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro angewachsen. In der Saison 2017/18 fing der Drittligist das Minus von 1,52 Millionen Euro auf, indem das Eigenkapital von 2,65 auf 1,13 Millionen Euro abgesenkt wurde. Die Verbindlichkeiten der Kickers AG beliefen sich am 30. Juni 2018 auf 5,63 Millionen Euro, dabei sind aber lediglich 384 558 Euro Bankschulden.

In den Anmerkungen zur Bilanz führen die Kickers aus: „In einer Gesamtschau sehen wir derzeit keine speziellen Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft bedrohen.“ Offizielle Zahlen zur Saison 2018/19 sind indes noch nicht bekannt. Zu der Bilanz haben wir am Dienstag den Kickers-Vorstandsvorsitzenden Daniel Sauer befragt, am Donnerstagvormittag seine wörtlichen Zitate zur Autorisierung eingereicht. Bis Redaktionsschluss lag keine Freigabe vor.

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