Fußball: Dritte Liga

Kickers stehen im Pokal-Halbfinale

Freude bei den Kickers: Die Spieler bejubeln den frühen Führungstreffer von Luke Hemmerich. Foto: Frank Scheuring

Fußball-Drittligist Würzburger Kickers ist bei seinem Unternehmen Titelverteidigung im Toto-Pokal-Wettbewerb einen Schritt weiter gekommen. Im Viertelfinale setzten sich die Rothosen beim SV Heimstetten mit 4:1 (2:0) durch. "So souverän muss man auch gegen einen Regionalligisten, der nach zuletzt drei Siegen in Folge mit viel Selbstvertrauen ins Spiel gegangen ist, erst einmal gewinnen", sagte Kickers-Trainer Michael Schiele zufrieden

"Keine Experimente" lautete die Devise von Schiele. Die Würzburger hatten sich mit ihrem besten Team auf die beschwerliche Anreise in die Münchner Vorstadt gemacht. Vor dem Feiertag waren die Autobahnen in Richtung und rund um die bayerische Landeshauptstadt übervoll und teilweise verstopft. Das war auch der Grund, warum die Partie unter Flutlicht und im strömenden Regen im Heimstettener Sportpark mit einer Viertelstunde Verspätung startete. Es waren unwirtliche Bedingungen. Für die Kickers sollte es letztlich trotzdem - aus rein sportlicher Sicht - ein angenehmer Abend werden.

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Es dauerte nicht einmal drei Minuten, da war das Schiele-Team nämlich schon auf Kurs Halbfinale. Luke Hemmerich knallte den Ball mit einem mächtigen Schuss von der Strafraumgrenze direkt unter die Latte des Heim-Tores. Die frühe und beruhigende Führung für den Favoriten. Rechtsverteidiger Hemmerich war bei den Würzburgern einer von drei neuen Akteuren in der Startelf im Vergleich zum 0:3 in Magdeburg am Freitag: den Kasten hütete, wie schon angekündigt, Vincent Müller anstelle von Eric Verstappen. Dominik Widemann bildete mit Luca Pfeiffer ein Sturm-Duo. Frank Ronstadt und Patrick Sontheimer blieben zunächst auf der Bank.

Die Rothosen zeigten in der Anfangsphase, jene Souveränität, die Trainer Schiele, sich von seinem Team erhofft und erwartet hatte. Luca Pfeiffer traf die Latte (5.) und bei seiner zweiten Chance völlig freistehend aus guter Position neben das Tor (11.). Die Partie hätte früh entschieden sein können. Weil aber die Kickers einstweilen noch ihre guten Gelegenheiten liegen ließen, gab es tatsächlich jene kurze Phase, in der die Klassenhöhere zittern mussten, in der der Außenseiter am Ausgleich schnupperte: Ein leichtsinniger Ballverlust von Daniel Hägele brachte Heimstettens Moritz Hannemann in Schussposition. Sein Versuch strich hauchzart rechts oben am Kickers-Kasten vorbei (21.).

Da hätte es für Müller nichts zu halten gegeben. Wirklich auszeichnen konnte sich der 19-Jährige bei dieser Partie auf dem regengetränkten Rasen lange Zeit nicht. Auffallend war seine Ruhe beim Spiel mit dem Fuß.

Selbstbewusster Auftritt: Kickers-Doppeltorschütze Luke Hemmerich. Foto: Frank Scheuring

Die Hoffnungen der Hausherren schwammen indes schnell im oberbayerichen Regen davon. Und es war wieder Hemmerich, der das zweite Kickers-Tor nachlegte. Diesmal per Kopf nach einer Hereingabe von Robert Herrmann. Im Achtelfinale beim 3:1 in Aubstadt hatte Frank Ronstadt zwei Torvorlagen geleistet und hernach in der Liga stets den Vorzug vor Hemmerich erhalten. Nun also dessen Antwort im Kampf um einen Stammplatz. "Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Jetzt gilt der volle Fokus dem Montag. Da hauen wir dann 1860 weg", freute sich der Doppltorschütze bereits auf das Aufeinandertreffen mit den Münchner Löwen. 

Heimstettens Luca Beckenbauer, Enkel des Fußball-Kaisers, im Zweikampf mit Kickers-Angreifer Luca Pfeiffer. Foto: Frank Scheuring

Nach dem Seitenwechsel war die Partie schließlich eine klare Angelegenheit für das Auswärtsteam. Kapitän Sebastian Schuppan mit einem Kopfball nach einer Ecke (75.) und Luca Pfeiffer (76.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Doch auch im 14. Pflichtspiel der Saison schafften es die Kickers nicht, ohne Gegentor zu bleiben. Nach einer unübersichtlichen Szene im Würzburger Strafraum lag der Ball plötzlich im Kasten. Das Spielgerät war nach einem Pressschlag zwischen einem Heimstettener und Kapitän Schuppan im hohen Bogen über Keeper Müller hinweg geflogen, der konnte nicht mehr entscheidend reagieren. "Der war nicht drin", war der Torhüter hernach jedoch überzeugt. Doch das Gegentor war auch aus Sicht von Trainer Schiele nur ein Schönheitsfehler: "Soll ich mich darüber ärgern? Wir haben es versäumt, sieben oder acht Tore zu erzielen."

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