Marathon:

Musketiere aus Eritrea

Die drei Musketiere gelten als Sinnbild für Freundschaft und Zusammenhalt. Sie prägen den Spruch „Einer für alle, alle für einen“ bis heute. Hadush Esseyas, Mebrathom Gebrehiwet und Filimon Habtmicael sind auch ein solch eingeschworenes Team. Am gestrigen Sonntag sind die drei unbegleiteten Flüchtlinge aus Eritrea erstmals unter Wettkampfbedingungen die Halbmarathon-Distanz gelaufen. Auch wenn das Trio auf der Strecke frühzeitig auseinandergerissen ist, haben es alle Drei bis ins Ziel geschafft. „Natürlich haben wir sie vorher ständig darauf hingewiesen, dass sie nicht zu schnell angehen sollen. Doch jeder hat halt seinen Kopf“, schmunzelte Sabine Treutlein, die die drei 16-jährigen Jungs in puncto Training unter ihren Fittichen hat.

So humpelte Habtmicael, der Ende April überraschend den Hauptlauf des Residenzlaufes gewonnen hatte, bereits bei Kilometer acht. Er hatte offensichtlich muskuläre Probleme im Oberschenkel. Umso höher zu bewerten ist, dass er sich trotz des Handicaps noch mit einer vorzeigbaren Zeit von rund eineinhalb Stunden ins Ziel kämpfte. Für Habtmicael zunächst ein schwacher Trost. „Er ist von den Dreien eigentlich der beste Läufer. Wir werden ihn jetzt wohl wieder aufrichten müssen“, sagte Treutlein.

Die anderen beiden wirkten dagegen sichtlich glücklich. Hadush feierte seinen dritten Platz hinter Patrick Fiederling (Wertheim) und Markus Unsleber (Hammelburg) wie ein Schneekönig. Beim Residenzlauf war er noch der langsamste der drei Musketiere gewesen. Über die Halbmarathon-Distanz kam er mit einer Zeit von etwas über 1:15 Stunden an. Treutlein wusste, warum: „Er ist von den Dreien mental am stärksten. So locker und entspannt wie er muss man erstmal ins Ziel einlaufen.“ Auch der Dritte im Bunde der Eritreer konnte zufrieden sein. Gebrehiwet lief mit einer Zeit von knapp 1:19 Stunden als Siebter ins Ziel – und das mehr oder weniger aus dem Stand.

„Das Trio trainiert erst seit fünf Wochen. Sie sind vom ersten Tag an herzlich in der hiesigen Läuferszene aufgenommen worden. Dafür möchte ich mich allen voran bei den Ochsenfurter Leichtathleten bedanken“, erklärte Treutlein. Weitere sportliche Ziele haben sich die jungen Flüchtlinge erstmal nicht vorgenommen. Denn für die Musketiere gilt es auch, abseits des Sports noch viele Herausforderungen zu bewältigen.

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