Würzburg

Nach Rassismus-Eklat: Kickers-Spieler Kwadwo im ZDF-Sportstudio

Die Affenlaute auf der Tribüne in Münster sorgen für ein großes Medien-Echo. Auch der Deutsche Fußball-Bund äußert sich.
Kickers-Akteur Leroy Kwadwo wird nach den rassistischen Beleidigungen von Schiedsrichterin Katrin Rafalski getröstet. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Der Rassismus-Eklat von Münster und die Reaktion des Publikums beschäftigen Fußball-Deutschland: An diesem Samstagabend (23 Uhr) ist Leroy Kwadwo von Fußball-Drittligist Würzburger Kickers im "Sportstudio" des ZDF zu Gast. Der 23-Jährige war am Freitagabend beim 0:0 der Rothosen bei Preußen Münster von einem Zuschauer mit Affenlauten rassistisch beleidigt worden. Daraufhin hatte nicht nur Schiedsrichterin Katrin Rafalski die Partie unterbrochen, sondern auch ein Großteil der Besucher im Stadion Haltung gezeigt. Durch das Einschreiten von Zuschauern konnte die Polizei den Täter schnell identifizieren und unter tosendem Applaus abführen. Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Volksverhetzung.

Indes hat auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf den Vorfall reagiert. Der Verband veröffentlichte auf seiner Internetseite eine Stellungnahme von Vizepräsident Günter Distelrath: "Obwohl diese diskriminierenden Laute in Münster wohl nur von einer Person ausgingen, ist jeder einzelne Fall einer zu viel und muss konsequent verfolgt werden. Dies ist in Münster im Zusammenspiel aller Beteiligten - Zuschauer, Vereine, Schiedsrichterin und Sicherheit - vorbildlich gelungen. Rassismus hat beim Fußball und in unserer ganzen Gesellschaft nichts zu suchen."

Auch Schidsrichterin Rafalski kommt auf er Verbandsseite zu Wort. "Der Spieler kam aufgebracht zu mir und hat mich über Affengeräusche informiert. Daraufhin habe ich diese auch wahrgenommen. Mir war es wichtig, den Spieler zu beruhigen und mit ihm in Ruhe zu sprechen. Daraufhin bin ich zum Trainer, Herrn Hildmann, um die Stadiondurchsage zu veranlassen. Hier wurde von Vereinsseite sehr professionell und schnell reagiert. Auch die Reaktion der Zuschauer mit Nazis raus-Rufen war wirklich super", sagte Rafalski.

Auch Kwadwo selbst wandte sich in einem offenen Brief, der sowohl von den Kickers als auch von Preußen Münster veröffentlicht wurde, an die Stadionbesucher in Münster: "An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei allen Menschen im Stadion, den Verantwortlichen und Spielern von Preußen Münster und ganz besonders meinem Team und den Kickers bedanken, die mir sofort zur Seite gestanden sind. Eure Reaktion ist vorbildlich - Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet. WIR müssen alle weiter dagegen angehen, wie IHR es getan habt und dies im Keim ersticken lassen", schreibt er.

Die rassistischen Beleidigungen machen ihn traurig und wütend. "Ich habe zwar eine andere Hautfarbe, aber ich bin hier geboren, in diesem wunderbaren Land, das mir und meiner Familie so viel gegeben und erst ermöglicht hat. Ich bin einer von Euch, ich lebe hier und darf hier meine Berufung und Leidenschaft als Profi der Würzburger Kickers ausleben", so Kwadwo.

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